4 Schritte zu einem dauerhaft gepflegten Aquarium

Was habe ich mich gefreut als mein erstes Aquarium eingerichtet war. Alles war so wie ich es wollte, jeder Stein und jede Pflanze an seinem Platz. Doch nur wenige Tage hat es gedauert bis es schon nicht mehr so schön war. Die ersten Wochen wuchsen die Pflanzen schneller als mir lieb war. Und dann kam eine Phase in der außer Algen gar nichts wuchs. In diesem Artikel beschreibe ich warum das so war und wie ihr dauerhaft mit eurem Aquarium Freude haben werdet.

Deine Vorstellungen müssen erfüllt werden

Geschmäcker sind alle unterschiedlich. Das spiegelt sich auch in den zahllosen, alle unterschiedlich eingerichteten Aquarien wieder. Was habe ich mich bei der Einrichtung meines 30 Liter Cubes geärgert als man meinte mir irgendwelche hässlichen Steine andrehen zu müssen. Man kann echt Menschen beleidigen wenn man sowas ablehnt. Das war aber mal überhaupt nicht mein Geschmack. Und ich musste mit dem Becken leben. Deshalb ist das oberste Gebot, dass man von vorn herein ein Aquarium einrichtet wie man es selber gerne hätte. Dann kann man sich später zur Pflege viel leichter aufraffen und weiß genau was weggeschnitten werden muss.

Einige regelmäßige Arbeiten sind der Schlüssel zum Erfolg

Sicherlich kann man ein Aquarium in Ruhe lassen und wenn es irgendwann grün wird das Wasser wechseln. Aber ich finde es dann nicht mehr schön. Und die Fische sicherlich auch nicht. Deshalb sollte man regelmäßig einige Arbeiten verrichten. Das fängt mit Kleinigkeiten an. Aber auch die umfangreicheren Arbeiten brauchen einen nicht abschrecken wenn man strukturiert daran geht.

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1. Ständig warten

Das Wort „ständig“ wirkt schon sehr abschreckend. Tatsächlich handelt es sich bei diesen ständig durchzuführenden Tätigkeiten aber fast nur um regelmäßige Kontrollen der Technik die täglich durchgeführt werden sollten. Im einzelnen sollten folgende Dinge kontrolliert werden:

  • Wassertemperatur
  • Strömung am Filterauslauf
  • Feuchtigkeit an Schläuchen oder Außenfilter
  • Blasenzahl am CO2 Reaktor, ggf. CO2-Indikator
  • Drücke der CO2 Anlage
  • Dünger zugeben
Eine dünne Kahmhaut wird durch die Strömung eines Filterauslaufes aufgerissen.
Eine dünne Kahmhaut wird durch die Strömung eines Filterauslaufes aufgerissen.

Sehr schnell hat man einen Blick für die genannten Punkte. Dann hat man diese Kontrollen in nur wenigen Minuten erledigt. Teilweise vielleicht schon durch das normale Ansehen des Beckens oder im Vorbeigehen.

Ohne Dünger kommt es dann übrigens zu dem eingangs beschriebenen Problem mit dem Pflanzenwachstum. Nach der Einrichtung werden die Nährstoffe aus dem Bodengrund verbraucht. So lange diese vorhanden sind wächst alles gut. Sind diese Nährstoffe aufgebraucht wird das Wachstum eingestellt.

2. Häufig pflegen

Durch die Pflege des Aquariums behalten wir die Kontrolle über den Pflanzenwuchs. In einem gut beleuchteten und gedüngten Aquarium wachsen die Pflanzen ständig. Oftmals lässt man die Pflanzen wachsen bis sie an der Wasseroberfläche ankommen oder das Becken einfach nicht mehr schön aussieht. Wenn dann nach zwei oder drei Wochen alle Pflanzen gleichzeitig zurück geschnitten werden ist dies ein gefährlicher Eingriff in die Kreisläufe.

Nicht nur verträglicher, sondern auch angenehmer ist es ein bis zwei mal pro Woche nur eine Pflanzengruppe zu kürzen. So bleiben die Kreisläufe in Takt und man hat sein gestecktes Ziel innerhalb von 20 bis 30 Minuten erreicht. So wird auch das Risiko verringert, dass man mal eine Zeitlang keine Lust zur Aquarium-Pflege hat. Das Becken ist so übrigens kontinuierlich hübsch.

Ein einzelnes Blatt von Nymphaea lotus strebt zur Oberfläche. Durch die Nähe zur Beleuchtung ist es röter als andere Blätter.
Ein einzelnes Blatt von Nymphaea lotus strebt zur Oberfläche. Durch die Nähe zur Beleuchtung ist es röter als andere Blätter.

Zu Viel und zu Wenig sind ein Ding!

Daher sollte man jedoch nicht den Fehler begehen und mehrmals täglich jedes abgestorbene Blatt aus dem Wasser fischen. Jede Arbeit am Aquarium bedeutet Stress für die Fische. Ein paar Tage Ruhe zwischen den Arbeiten sollten wir ihnen gönnen.

3. Regelmäßig reinigen

Den Mammut-Anteil in dieser Rubrik macht wohl der Wasserwechsel aus. Wie oft dieser Durchgeführt wird hängt von vielen Faktoren wie Besatz und Beckengröße ab. Ein Teilwasserwechsel sollte ungefähr ein viertel des Wassers austauschen. So kommt man meistens auf einen Wechselintervall von ein bis zwei Wochen. Ich selber bin da etwas zurückhaltender. Ich führe nur etwa alle drei Wochen einen Wasserwechsel durch, tausche dafür dann aber etwa ein drittel des Wassers aus.

Da es zu diesem Thema viele Meinungen gibt, interessiert mich deine. Daher bitte ich dich an dieser Umfrage teilzunehmen:

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Mit dem Wasserwechsel einher geht die Reinigung des Bodens. Da man eh mit einem Schlauch im Wasser ist kann man damit auch gleich den Kies aussaugen. Eine Mulmglocke erleichtert dies ungemein. Fällt der Wasserwechsel mit dem Zurückschneiden einer Pflanzengruppe zusammen bietet sich vor allem die Reinigung des zeitweise freien, aber sonst bepflanzten Bereiches an.

Die Mulmglocke des JBL Aqua In-Out ermöglicht ein gezieltes Absaugen von Verschmutzungen am Bodengrund.
Die Mulmglocke des JBL Aqua In-Out ermöglicht ein gezieltes Absaugen von Verschmutzungen am Bodengrund.

Auch sollten die Filterelemente in regelmäßigen Abständen ausgetauscht oder gereinigt werden. Für die Intervalle muss man jedoch eigene Erfahrungen sammeln. Für den Juwel Innenfilter gibt Juwel zwar Empfehlungen, viele Elemente kann man aber länger nutzen. Wie lange das ist, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Auf jeden Fall vermeiden sollte man es aber viele Filterelemente und das Wasser gleichzeitig zu wechseln. So würden zu viele Bakterien entfernt werden, was wieder zu stark in den Kreislauf eingreift.

Oft vergessen werden dann auch die Leuchtstoffröhren. Hier reden wir zwar nicht über Wechselnintervalle von zwei Wochen, alle zwei Jahre müssen gute Leuchtstoffrohren jedoch ausgetauscht werden. Hat man günstigere Modelle im Einsatz sogar deutlich häufiger. Um den Termin nicht zu verpassen kann man sich das Kauf- oder Wechseldatum auf der Röhre notieren oder den oft mitgelieferten Aufkleber nutzen. Alternativ hilft ein Termin im Handy oder Outlook.

4. Hin und wieder eine Grundreinigung

Führt man die oben genannten Schritte entsprechend aus, sollte das Aquarium langfristig problemlos laufen. Jedoch kann man so nicht alle Ablagerungen erreichen und entfernen. Alle zwei Jahre kann man durchaus mal an eine Grundreinigung denken. Dazu werden alle Pflanzen und das gesamte Hardscape aus dem Aquarium entfernt. Große Steine und Wurzeln können mit kochendem Wasser übergossen werden. Der Kies wird idealerweise unter fließendem Wasser ausgewaschen. So eine Grundreinigung ist jedoch einer Neueinrichtung gleichzusetzen. Das Becken muss somit erst wieder einlaufen bevor es wieder besetzt werden kann.

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Ein Kommentar bisher - Was sagst du?

  1. Jörg sagt:

    Hilfreicher Artikel, der einem einen Überblick verschafft, was alles zu tun ist, um ein Aquarium in Ordnung zu halten

    18. Dezember 2015
    Antworten

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