Amanogarnele | Der Algenfresser Caridina multidentata

Die Amanogarnele Caridina multidentata ist aus der modernen Aquaristik nicht wegzudenken. Grund hierfür ist der große Appetit dieser Garnele auf Algen, weshalb sie in vielen Aquarien nur zur Algenvernichtung eingesetzt wird. Oft liest man, dass sich die Amanogarnele trotz des unscheinbaren Aussehens durchgesetzt hat. Für mich ist die Amanogarnele aber nicht nur praktisch, ich finde sie hat auch auf ihre Weise eine schöne Optik.

Herkunft der Amanogarnele

Yamatonuma-Garnele, Japanische Süßwassergarnele oder auch Amanogarnele. All dies bezeichnet Caridina multidentata. Diese Namen lassen schon die Herkunft der Amanogarnele vermuten: Diese liegt in Ostasien. Einige Quellen nennen explizit nur Zentral-Japan, andere Quallen erweitern den Bereich noch um Taiwan, Indonesien und sogar Madagaskar. In einem müssen sich aber alle einig sein: Aufgrund der Fortpflanzungsart leben Amanogarnelen immer in Flüssen durch die problemlos das Meer erreicht werden kann. Diese fließen nicht besonders schnell und haben ausreichend Vegetation.

Merkmale und Geschlechtsunterschiede der Amanogarnele

Die Amanogarnele wird von vielen als unspektakulär beschrieben. Dies bezieht sich wohl immer nur auf die Farben. Für mich wird der Amanogarnele hier etwas Unrecht getan, nur weil sie nicht rot oder gelb oder getigert ist. Denn auch die Amanogarnele hat eine schöne, natürliche Farbe in Grau- und Brauntönen. Der graue, leicht transparente Körper weist eine interessante Musterung von braunen Punkten auf, die sich in Linien über den Körper ziehen. Bei älteren und großeren Exemplaren ist diese Musterung besonders ausgeprägt. Außerdem ziert ein brauner Streifen den Rücken der Tiere.

Die untere Reihe der Punkte ist bei männlichen Tieren besonders ausgeprägt und deutlich erkennbar. Bei weiblichen Tieren verschwimmen die Punkte ineinander. Ein deutlicherer Geschlechtsunterschied ist aber die Größe und Fülle der Tiere. Weibliche Tiere sind größer und haben auch den fülligeren Körper. Zumindest bekommt man den Eindruck des fülligeren Körpers, da die Bauchtaschen / Schwimmbeine für die Aufnahme der Eier entsprechend groß sind.

Eine weibliche Amanogarnele freut sich über eine Gurke. Es ist deutlich erkennbar, wie die seitlichen Punkte ineinander über gehen.
Eine weibliche Amanogarnele freut sich über eine Gurke. Es ist deutlich erkennbar, wie die seitlichen Punkte ineinander über gehen.

Ein weiteres interessantes Merkmal der Amanogarnele ist die langgezogene Nase. Bei einer Gesamtgröße von bis zu fünf Zentimetern fällt diese auch schon ohne optische Hilfsmittel auf. Das erreichbare Alter wird meistens mit sechs Jahren angegeben. Dies würde aber bedeuten, dass meine Tiere demnächst alle auf der Stelle tot umfallen müssten. Auch aus anderen Quellen habe ich auch schon von einer deutlich höheren Lebenserwartung gehört.

Die meisten Garnelen-Freunde werden sich jedoch aufgrund der Färbung und der Größe für andere Tiere entscheiden. Somit werden die meisten Amanogarnelen wohl zur Algenbekämpfung in Gesellschaftsaquarien gehalten. Wie effektiv Amanogarnelen dabei wirklich vorgehen hat tropica getestet. Das Ergebnis ist eindeutig.

Pflege der Amanogarnele

Dieses Kapitel kann fast leer bleiben, da die Amanogarnele relativ anspruchslos ist. Das Wasser sollte nicht zu warm oder zu sauer sein. Mehr als 26°C sollten Ausnahmen bleiben. Um sich wirklich wohl zu fühlen benötigt die Amanogarnele noch viele feingliedrige Pflanzen und Versteckmöglichkeiten. Neben Wurzeln werden auch oft Röhren als hilfreich genannt. Meine Garnelen, oder auch Krebse, konnte ich jedoch noch nicht in einer Röhre beobachten. Vermutlich werden diese Röhren genutzt, wenn nicht ausreichend andere Versteckmöglichkeiten vorhanden sind. Als Pflanzen empfehle ich Moose und Marsilea hirsuta.

Eine männliche Amanogarnele auf Javamoos. Die seitlichen Punkte sind klar voreinander abgegrenzt und die Bauchtaschen wenig ausgeprägt.
Eine männliche Amanogarnele auf Javamoos. Die seitlichen Punkte sind klar voreinander abgegrenzt und die Bauchtaschen wenig ausgeprägt.

Wie schon weiter oben beschrieben ist die Amanogarnele ein effektiver Algenfresser. Doch nicht nur Algen stehen auf dem Speiseplan. Die Amanogarnele lebt omnivor, ist also ein Allesfresser. Somit freut sie sich über alles was so auf den Grund fällt. Das sind Algen, Futterreste oder auch mal ein verstorbener Fisch. Theoretisch sollte daher immer etwas für die Garnelen dabei sein. Wer ein sehr sauberes Aquarium hat und sich dessen nicht sicher ist, kann gezielt mit Futtertabletten oder sogar Gemüse füttern. Der Handel bietet sogar spezielles Garnelen-Futter an.

Da die Amanogarnele mit ihren fünf Zentimetern recht groß ist, braucht sie aber auch etwas Platz. Im Netz kursiert hierzu die pi-mal-Daumen-Formel von 20 Liter pro fünf Tiere. Ich selbst halte das für viel zu wenig und selbst ein Händler im einschlägigen Einzelhandel (diese neigen schnell zu sehr knappen Platzangaben) hat mir von der Haltung in einem 30 Liter Aquarium abgeraten.

Sozialverhalten und Vergesellschaftung der Amanogarnele

Die lange Nase der Amanogarnele ist gut zu erkennen.
Die lange Nase der Amanogarnele ist gut zu erkennen.

Bei der Beobachtung der Tiere könnte man von Einzelgängern ausgehen. Amanogarnelen machen ihr Ding, unabhängig von anderen Artgenossen. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen und sie nur in Gruppen halten. Entgegen der gängigen Empfehlung von mindestens zehn Tieren halte ich selber nur sechs. Unglücklich scheinen sie mir nicht. Und wie schon gesagt. Mittlerweile sind sie schon fast steinalt.

Die Vergesellschaftung mit anderen Garnelen-Arten ist problemlos möglich. Es kommt nicht zu Kreuzungen mit anderen Arten. Bei der Vergesellschaftung mit Fischen sollte man etwas vorsichtiger sein. Die Amanogarnele ist aufgrund ihrer Große zwar besser gegen Fressfeinde geschützt als kleinere Arten, sie legt es aber auch nicht drauf an. So kann es bei der Vergesellschaftung mit relativ großen oder hektischen Fischen dazu kommen, dass die Garnelen sich zurückziehen und verstecken. Wenn man das tüchtige „Ernten“ kennt mit dem sich die Amanogarnelen durchs Aquarium arbeiten wird man es vermissen. Hält man nur ruhige oder kleine Fische wie den Blauen Neon wird man mehr Freude an seinen Tieren haben.

Zucht der Amanogarnele

Im Kontrast zur einfachen Haltung steht die Zucht der Amanogarnele. Warum diese besonders anspruchsvoll ist wird klar, wenn man sich die natürliche Fortpflanzung ansieht. Hierbei bleiben die befruchteten Eier für etwa sechs Wochen in die Bauchtaschen der Weibchen. Schlüpfen die Larven werden diese mit der natürlichen Strömung flussabwärts getrieben und landen irgendwann im Mündungsgebiet. Im wesentlich salzigeren Brackwasser entwickeln sich die Larven und wandern schließlich wieder flussaufwärts. Möchte man Amanogarnelen züchten, muss man also die wechselnden Salzgehalte des Wassers für die Larven nachstellen. Dieser sollte langsam ansteigen um dann auch langsam wieder ab zu fallen.

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