Bau einer Sandkiste für Panzerwelse mit Terrassenelementen aus Steinholz

Viele Aquarien sind mit feinem Kies als Bodengrund ausgestattet. Dieser hat viele Vorteile die insbesondere den Pflanzen zugute kommen. Fische die den Boden des Aquariums bewohnen bevorzugen allerdings einen feineren Boden. Insbesondere Panzerwelse schätzen feinen Sand, da sie diesen ohne Verletzungsgefahr durchwühlen können. Für Halter derartiger Fische bietet es sich an, einen kleinen Bereich mit Sand zu gestalten. Terrassenelemente aus Steinholz können dabei verhindern, dass sich Kies und Sand vermischen.

Auswahl der Materialien

Diese Stelle sollte zur Sandkiste umgebaut werden. Der Anstieg auf der rechten Seite begünstigt die Vermischung des Kies mit dem Sand zusätzlich.
Diese Stelle sollte zur Sandkiste umgebaut werden. Der Anstieg auf der rechten Seite begünstigt die Vermischung des Kies mit dem Sand zusätzlich.

Als ich mich entschlossen hatte einen sandigen Bereich einzurichten war sehr schnell klar, wo sich dieser befinden sollte. Viele Möglichkeiten bot mir meine bestehende Einrichtung nicht und bodendeckende Pflanzen die nach einem Jahr nun endlich einen dichten Teppich gebildet hatten wollte ich nicht entfernen. So fiel die Wahl auf die linke Ecke im Vordergrund. Schon einmal sollte hier ein sandiger Bereich sein, der aber durch den Anstieg zum Hintergrund schnell vom Kies überspült wurde. Diesmal sollten daher Steine als Barriere zum Kies dienen und eine Vermischung verhindern.

In meinen Vorstellungen wollte ich kleine, flache Steine verwenden. Diese sollten hochkant in den Boden gesteckt werden und so eine kleine Mauer bilden. Bei einem Besuch beim ortsansässigen Zoo-Ausstatter konnte ich jedoch keine Steine finden die diesen Vorstellungen entsprachen. Die Form von Schieferplatten war schon recht ansprechend, jedoch viel zu groß, und auch zu dunkel. Eine helle Variante lag auch vor, diese war aber noch massiver. Schon fast entschlossen passende Steine am Strand zu suchen fand ich in kleine Verpackungen eingeschweißtes Steinholz. Dies war zwar nicht was ich suchte, meine Vorstellungen erwiesen sich aber als sehr flexibel.

Diese drei Steinholz-Stücke waren in zwei Verpackungseinheiten eingeschweißt. Ihre schmale Form ließ sie mir geeignet erscheinen.
Diese drei Steinholz-Stücke waren in zwei Verpackungseinheiten eingeschweißt. Ihre schmale Form ließ sie mir geeignet erscheinen.

Für den Bodengrund reichte mir ein Gang in den Keller. Von früheren Projekten fand ich hier noch ein Rest Flusssand und Aquariensand. Der Aquariensand überzeugte mich diesmal nicht. Er ist sehr fein und sehr hell. Besonders die helle Farbe erschien mir nicht zu dem rötlichen Kies und den rötlichen Steinhölzern zu passen. Ganz anders der Flusssand. Mit einer Körnung von 0,3 bis 0,5 mm ist er nicht ganz so fein wie der Aquariensand und seine Farbe weist wie die anderen Materialien einen leichten Rotstich auf.

Einbringen des Steinholz und Wechsel des Bodengrundes

Als erstes habe ich den Bereich abgesteckt in dem der Bodengrund ausgetauscht werden sollte. Dazu wurden die Steinholz-Stücke in den Kies gedrückt. Das größte Stück konnte bis auf den Grund gedrückt werden. Das kleinere Stück reicht nicht so tief. Während dieser Phase kann man noch viel ausprobieren. Problemlos können die Steine versetzt werden. In meinem Fall entschied ich mich die Begrenzung zum Sand mit nur zwei Stücken zu realisieren und das dritte Stück für die Verstärkung des Anstieges zu nutzen.

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Jetzt folgt der schwierigste Teil. Der alte Bodengrund muss aus dem Bereich entfernt werden. Da ich dieses Material im Hintergrund wieder aufschütten wollte, musste es aufgefangen werden. Weil ich es mir nicht zutraute in der engen Ecke mit einem Becher oder einer Schaufel zu arbeiten habe ich den Kies mit einem Schlauch abgesaugt. Das Schlauchende führte ich dabei in einen Becher der in einem Eimer stand. So wird der Kies in dem Becher aufgegangen während das Wasser über den Becherrand in den Eimer laufen konnte. Etwa einen Liter Kies habe ich so entfernt. Entgegen meinen Befürchtungen ist das Steinholz dabei nicht umgefallen.

Der Bereich in dem die Sandkiste entstehen soll wurde durch Steinholz abgetrennt und weitestgehend von gröberem Kies befreit.
Der Bereich in dem die Sandkiste entstehen soll wurde durch Steinholz abgetrennt und weitestgehend von gröberem Kies befreit.

Der so geschaffene Raum kann problemlos mit Sand aufgefüllt werden. Mit einem Becher kann er in das Aquarium gebracht und vorsichtig aufgeschüttet werden. Dabei ist es einfacher, wenn man beim Eintauchen des Bechers darauf achtet, dass er komplett mit Wasser voll läuft. Ansonsten wird der Sand in dem Becher verkleben und unkontrolliert herausfallen. Ein paar Deko-Elemente oder Pflanzen können die Sandkiste noch weiter aufwerten. Wer jetzt feststellt, dass das Steinholz doch anders hätte liegen sollen kann es zur Not noch einmal vorsichtig herausziehen und anders ausgerichtet wieder in den Boden drücken. Die Vermischung der Materialien ist dabei akzeptabel. Anders positionieren kann man es aber nicht mehr.

Obwohl die Sandkiste eigentlich für meine Panzerwelse sein sollte freuen sich auch andere Arten darüber. Mein CPO hält sich fast mehr hier auf als die Welse und mein Schmetterlingsbuntbarsch scheint die Neueinrichtung als sein Revier auserkoren zu haben. Die Panzerwelse scheucht er behaglich weg, was diese aber nicht sonderlich zu stören scheint.

Zwei Metallpanzerwelse erkunden mutig die neue Sandkiste. Ein Schmetterlingsbuntbarsch überlegt wohl noch ob er nicht doch Anspruch anmelden möchte.
Zwei Metallpanzerwelse erkunden mutig die neue Sandkiste. Ein Schmetterlingsbuntbarsch überlegt wohl noch ob er nicht doch Anspruch anmelden möchte.
Das vorerst endgültige Aussehen der Sandkiste. Terrassenelemente aus Steinholz verhindern eine Vermischung des Kies mit dem Sand.
Das vorerst endgültige Aussehen der Sandkiste. Terrassenelemente aus Steinholz verhindern eine Vermischung des Kies mit dem Sand.
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4 Kommentare bisher. Was sagst du dazu?

  1. Schön geschrieben! Den Bodengrund sollte man generell nicht zu grob wählen, auch für Cichliden, die für ihren Nachwuchs Gruben graben. Wenn der Grund zu grob ist verschwinden die Larven dazwischen und gehen ein.

    23. Januar 2015
    Antworten
  2. Hallo Waldemar,
    danke für deinen Kommentar. Du hast recht, für Fische ist generell ein feinerer Boden besser. Grober Boden wird aber besser durchflutet und bietet so den Pflanzen eine bessere Basis. Je nach dem was einem wichtiger ist muss man einen Kompromiss finden.

    27. Januar 2015
    Antworten
  3. Kim sagt:

    Wow, wirklich schönes Idee. Das Ergebnis kann sich jedenfalls sehen lassen. Tolle Bilder!

    VG
    Kim

    6. April 2017
    Antworten

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