Beleuchtungsdauer im Aquarium

Dass die Beleuchtung in unserem Aquarium ein bedeutender Faktor ist, ist uns klar. Fast jeder Aquarianer beschäftigt sich irgendwann mal mit diesem Thema und vergleicht Werte wie Farbtemperatur, Lichtstrom und Leistung. Und sei es nur um durch eine Umrüstung auf LED etwas Strom zu sparen. Aber wann soll die Aquariumbeleuchtung überhaupt eingeschaltet sein? Zur Beleuchtungsdauer gibt es unterschiedliche Modelle und Philosophien die alle rational erklärt werden können. Hier stelle ich ein paar Möglichkeiten vor die euch helfen sollen für euch die richtige Einstellung zu finden.

Die Beleuchtung im Aquarium

Annähernd jedes Aquarium wird auf irgendeine Art oder Weise beleuchtet. In erster Linie tuen wir das wohl für uns, denn die von uns gepflegten Fische benötigen nicht diese großen Lichtmengen und auch unbepflanzte Barschaquarien werden oft gut beleuchtet. Viele Fische bevorzugen sogar eigentlich dunklere Regionen weshalb es in vielen Fällen notwendig ist das Licht durch eine dichte Pflanzendecke zu dämpfen. Ein typisches Beispiel für Lichtempfindliche Fische ist zum Beispiel der Kampffisch.

Um unseren Tieren jedoch das schönst mögliche Zuhause zu bieten ist es notwendig eine angepasste Bepflanzung aufrecht zu erhalten. Wie unsere Fische stammen die gepflegten Pflanzen in der Regel ebenfalls aus tropischen und subtropischen Regionen. Die Pflanzen sind daher an die hier vorherrschenden Lichtverhältnisse angepasst. Von diesen bestehen jedoch unterschiedliche Vorstellungen, aus denen die unterschiedlichen Beleuchtungsmodelle entstanden sind.

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Unterschiedliche Modelle zur Beleuchtungsdauer

Für unsere Aquarienpflanzen ist eine zusätzliche Beleuchtung unbedingt erforderlich, da das Tageslicht in unseren Wohnräumen nicht ausreicht. Selbst direkter Sonneneinfall ist ungünstig, da dieser im Aquarium so unregelmäßig ist, dass sich höhere Pflanzen nicht an den Rhythmus gewöhnen können. Eine künstliche Lichtquelle liefert ausreichend Energie für die lebensnotwendige Photosynthese und einen geordneten Tagesablauf. Wie dieser Tagesablauf aussehen soll wird in unterschiedlichen Modellen beschrieben.

Zwölf Sunden hell, Zwölf Stunden dunkel

Hierbei handelt es sich um die einfachste Vorstellung der tropischen Sonne. Am Äquator gibt es keine Jahreszeiten. Die Sonne steht ständig zwischen den Wendekreisen mehr oder weniger senkrecht am Himmel. Zumindest in den zwölf Stunden in denen sie da ist. In der Nacht ist sie dann mal zwölf Stunden auf der anderen Seite der Erde. Bei diesem Modell wird der niemals vorzufindende Idealzustand angenommen und nachgeahmt. Häufig findet man eine Beleuchtungsdauer von zwölf Stunden in Aquarien mit einer Standardbeleuchtung die für die gepflegten Pflanzen gerade eben ausreichend ist. Die relativ schwache Beleuchtung soll durch eine relativ lange Beleuchtungsdauer ausgeglichen werden. Hierbei sei jedoch gesagt, dass eine zu schwache Beleuchtung nicht durch eine Verlängerung der Beleuchtungsdauer ausgeglichen werden kann. Empfehlenswerter ist es die Lichtausbeute durch einen Reflektor zu erhöhen.

Mit einem Reflektor kann die Lichtausbeute einer T5-Leuchtstofflampe verdoppelt werden.
Mit einem Reflektor kann die Lichtausbeute einer T5-Leuchtstofflampe verdoppelt werden.

Verkürzte Beleuchtungsdauer

Auch wenn man sich gerne vorstellt, dass in den Tropen ständig die Sonne scheint, es ist nicht so. Auch hier gibt es Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge. In dieser Zeit scheint das Sonnenlicht nicht senkrecht in das Wasser. Während des Sonnenaufgang und Sonnenuntergang fällt das Licht in einem flachen Winkel ein und wird durch die Atmosphäre und das Wasser stark abgeschwächt. Vermutlich stehen Wasserpflanzen während dieser Zeit sogar im Schatten von Bäumen und anderen großen Pflanzen.

Durch die aktuelle LED-Technik, wie die der sera LED X-Change Tubes, ist es möglich Sonnenaufgänge und Sonnenuntergänge im Aquarium zu simulieren. So können jeweils ein bis zwei Stunden der gesamten Beleuchtungsdauer für die Simulation der langsam zunehmenden beziehungsweise abnehmenden Lichtstärke genutzt werden. Die volle Beleuchtungsdauer beträgt somit etwa acht bis zehn Stunden. Auch ohne den simulierten Tagesverlauf wird die Beleuchtung heute oft nur für diesen verkürzten Zeitraum eingeschaltet. Einen noch kürzeren Zeitraum sollte man hingegen vermeiden. Laut Eheim benötigen die meisten Pflanzen eine Beleuchtungsphase von mindestens sechs Stunden.

Detailansicht der EHEIM Power LED
Detailansicht der EHEIM Power LED

Beleuchtung mit Pause

Bei diesem Modell wird eine kaum bedachte Komponente mit berücksichtigt: Das Wetter. Tropische Regenwälder sind von häufigen Unwettern und Regenfällen gekennzeichnet. In dieser Zeit scheint natürlich keine Sonne. Klassischerweise wird für dieses Modell ein Regenfall über die Mittagszeit berücksichtigt. Aber auch ein kompletter Regentag pro Woche kann eingebaut werden. Wird eine Pause über die Mittagszeit eingeplant, muss allerdings berücksichtigt werden, dass zum einen mindestens acht Stunden Licht zur Verfügung steht, zum anderen, dass die Pflanzen eine gewisse Zeit benötigen um ihren Stoffwechsel umzustellen. Die einzelnen Phasen sollten daher nicht zu kurz sein. Dennerle empfiehlt grundsätzlich dieses Modell mit einer Mittagspause von drei Stunden und Beleuchtungshasen von fünf Stunden.

Welches Modell ist das richtige?

Die unterschiedlichen Beleuchtungsmodelle haben alle ihren Ursprung im Versuch die natürliche Beleuchtung nachzuempfinden. Meiner Meinung nach gibt es jedoch keine Pauschallösung, da alle Aquarien unterschiedlich bepflanzt und beleuchtet werden. Außerdem sind die Ansprüche an das Aquarium von Fall zu Fall unterschiedlich. Einfache Aquarien mit anspruchslosen Pflanzen und relativ schwachen T8-Röhren können durchaus über zwölf Stunden beleuchtet werden und ermöglichen es so den ganzen Tag bewundert zu werden. Berufstätige Personen freuen sich sicherlich, wenn das Aquarium auch Abends noch an ist. Hier bietet sich eine Pause über die Mittagszeit an, in der man eh arbeiten ist. Könnte das Aquarium Morgens oder Abends stören bietet sich eine eine verkürzte Beleuchtungsdauer an. Dies ist vor allem auch bei starken Leuchtmitteln vorteilhaft, da so der Verschleiß durch Brenndauer und Schaltzyklen verringert wird. Außerdem kann durch eine Nachtabschaltung CO2 gespart werden.

Welche Variante für das eigene Aquarium am besten ist muss jedoch durch ausprobieren ermittelt werden. Dazu sollte das Wachstum der Pflanzen über einen längeren Zeitraum beobachtet werden. Auch das Algenaufkommen ist ein guter Indikator. Höhere Pflanzen kommen mit einer längeren Dunkelphase oder einer Pause besser zurecht als Algen.

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2 Kommentare bisher. Was sagst du dazu?

  1. Sehr hilfreicher Artikel! Besonders wichtig ist für mich der Aspekt, der erwähnt wurde mit den Algen!

    12. September 2016
    Antworten
  2. […] Röhre an diesem Dimmer würde bedeuten, dass die maximale Helligkeit verringert werden müsste. Sonnenaufgang ist bei mit um 11:00 Uhr und Sonnenuntergang um 21:00 Uhr. Außerdem ist momentan die Zirruswolken-Simulation […]

    24. April 2017
    Antworten

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