Das Malawisee-Biotop | Farbenpracht im Süßwasser

Neben dem Gesellschaftsaquarium ist das Malawisee-Biotop wohl die häufigste Art ein Aquarium einzurichten. Die Gründe hierfür liegen auf der Hand: farbenprächtige Fische, interessante Felslandschaften und wenige zu pflegende Pflanzen machen diese Art der Aquaristik äußerst Interessant. Doch das Malawisee-Biotop ist nicht für jeden geeignet. Die meisten Bewohner des Malawisee werden relativ groß und haben einige Ansprüche an ihr Aquarium. Welche das sind erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Der Malawisee „in Echt“

Schon aufgrund seiner Lage lässt sich vermuten, dass der Malawisee etwas besonderes ist. Er ist einer der größten Seen im Ostafrikanischen Grabenbruch. Zwar liegt hier keine Plattengrenze vor, die tektonische Aktivität ist aber schon recht groß und dementsprechend interessant ist auch die Geologie. So erreicht der Malawisee eine Tiefe von bis zu 704 Meter auf eine Breite von durchschnittlich „nur“ 50 Kilometer. Stellenweise ragen an den Ufern Steilhänge bis zu 2.500 Meter empor. Die Länge des Sees beträgt 560 Kilometer.

Entsprechend schroff stellt sich auch die Unterwasserlandschaft dar. Der für die Aquaristik interessanteste Bereich ist das Felslitoral. Das Felslitoral ist eine Steilküste ohne Flachwasserbereich das mit sehr großen Steinbrocken überzogen ist. Dies ist die Heimat der meisten von uns gepflegten Aquarienfische, wie zum Beispiel den Pseudotropheus-Arten. Ebenfalls interessant ist aber auch die Geröllzone die auf einer Wassertiefe von etwa zwei Metern bis zu 20 Meter weit in den See hinein reicht. Die Geröllzone ist mit kleineren, etwa faust- bis fußballgroßen Steinen durchzogen und bildet die Heimat anderer Fischen wie zum Beispiel den Labidochromis-Arten

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Wie wird ein Aquarium für ein Malawisee-Biotop eingerichtet?

In der Regel leben alle von uns gepflegten Arten aus dem Malawisee in nur sehr kleinen Bereichen des Sees und kommen auch sonst nirgends auf der Welt vor. Die Fische sind somit sehr stark an diese Lebensräume angepasst. Zwar bekommen wir in Deutschland hauptsächlich Tiere aus Nachzuchten, dennoch sollten wir als verantwortungsbewusste Aquarianer versuchen den Lebensraum so gut es geht nachzustellen. Zwar haben alle Arten ein Riff des Sees für sich entdeckt, für die Aquaristik sind aber vor allem folgende Punkte von Bedeutung und sollten eingehalten werden.

Größe eines Aquariums für ein Malawisee-Biotop

Im Vergleich zu den meisten Zierfischen aus Südamerika oder Asien werden die Arten aus dem Malawisee recht groß. Auch sind diese Arten sehr schwimmaktiv und neigen auch zu innerartlicher Aggression. Dies muss sich auch in der Größe des Aquariums wiederspiegeln. Auch darf die aufwändige Einrichtung nicht vergessen werden. Die Gestaltung der Landschaft erweist sich als einfacher, wenn das Aquarium über ausreichend Tiefe verfügt. Für kleinere Arten wie dem Pseudotropheus saulosi kann schon eine Aquarium von 240 Liter verwendet werden. Aus eigener Erfahrung mit meinem Juwel Rio 240 kann ich jedoch bestätigen, dass es bei der geringen Tiefe recht schwer ist mit größeren Steinen zu arbeiten.

Möchte man direkt mit einer größeren Tiefe arbeiten bieten sich 300 Liter Aquarien mit einer Länge von 120 cm an. Aufgrund der größeren Grundfläche bieten diese Aquarien auch deutlich mehr Schwimmraum und erfüllen für die meisten Arten die Mindestanforderung. Größere Aquarien bieten jedoch deutlich mehr Gestaltungsspielraum.

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Letzte Aktualisierung am 23.08.2017 um 10:40 Uhr

Einrichtung für ein Malawisee-Aquarium

Da wir selbst in den größten Aquarien nicht den Platz haben die gewaltigen Felsen des Felslitoral einzubringen sollte die Einrichtung für ein Malawisee-Biotop vor allem eins bieten: Steine mit der Größe einer Faust bis zu der eines Fußballes. Je kleiner die Steine sind desto mehr Höhlen werden den Fischen geboten. Bei größeren Steinen ist die Anzahl der Höhlen geringer, dafür sind diese auch deutlich größer. Die Größe der Steine kann somit auch etwas von der Größe und Anzahl der Fische abhängig gemacht werden.

Häufig wird für die Einrichtung von Aquarien für Cichliden Lochgestein verwendet. Dieses sieht interessant aus und bietet den Fischen viele Höhlen. Durchgänge und Versteckmöglichkeiten. Daher ist es meiner Ansicht nach durchaus geeignet. Sieht man Unterwasseraufnahmen vom Malawisee stellt man jedoch fest, dass es hier kein Lochgestein gibt. Stattdessen finden wir glatt abgeschliffene, runde Felsbrocken. Wer also Wert auf ein möglichst natürliches Biotop legt richtet das Becken mit solchen Steinen ein.

In Verbindung mit Lochgestein sieht man auch sehr häufig barschharte Pflanzen wie Anubias oder Javafarn. So lassen sich sehr schöne Becken gestallten, das entspricht jedoch nicht dem natürlichen Biotop. Denn hier kommen nur in flachen Buchten einige Pflanzen vor. Die Lebensräume unserer Fische beherbergen in der Regel keine Pflanzen.

Große Steine sind die Grundlage für die Einrichtung eines Malawisee-Biotopes.
Große Steine sind die Grundlage für die Einrichtung eines Malawisee-Biotopes.

Die Beleuchtung im Malawi-Aquarium

Ganz im Gegensatz zu bepflanzten Aquarien gilt hier nicht „je mehr desto besser“ sondern „weniger ist mehr“. Im Malawi-Biotop haben wir keine Pflanzen die eine starke Beleuchtung benötigen. Dementsprechend auch keinerlei Verbraucher für die Reaktionsprodukte aus dem Stickstoffkreislauf. Damit nicht gleich sämtliches Nitrat und Phosphat von Algen verschlungen wird sollten wir mit der Beleuchtung sparsam sein.

Was auch für ein natürliches Biotop bedacht werden sollte ist die Wassertiefe in der unsere Fische vorkommen. Diese liegt meist bei etwa zehn bis 20 Metern. In diesen Tiefen ist das Licht bereits so stark gefiltert, dass keine Rottöne mehr vorliegen. Das eingesetzte Leuchtmittel sollte daher nicht das volle Spektrum bieten sondern nur die Farben mit einer kürzeren Wellenlänge als Rot. Das sind Leuchtmittel die Bezeichnungen wie zum Beispiel „Cool Daylight“ tragen oder auch Leuchtmittel für den Salzwasserbereich, da hier die Wassertiefen ähnlich sind. Ist man dieses Licht noch nicht gewöhnt kommt es einem fast vor wie Blau.

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Von Horst Frank / Phrood / Anony – Horst Frank, Jailbird and Phrood, CC BY-SA 3.0, Link

Besatz aus dem Malawisee

Die für die Aquaristik bedeutendste Gruppe der im Malawisee beheimateten Fische sind die Mbunas. Bei diesen Fischen handelt es sich um farbenprächtige Buntbarsche die in der Geröllzone und am Felslitoral leben. Bei diesen Tieren handelt es sich um Nahrungsspezialisten. Sie ernähren sich ausschließlich von Algen die sie von den Felsen knabbern. Aber auch aus dem Sandboden können teilweise Algen aufgenommen werden. Dies stellt besondere Anforderungen an die Fütterung. Gängige Alleinfutter enthalten einen relativ hohen Anteil tierischer Nahrung. Das Verdauungssystem der Buntbarsche ist jedoch so auf pflanzliche Nahrung spezialisiert, dass es dieses Futter nicht verarbeiten kann. Es muss daher auf spezielles Cichliden-Futter zurückgegriffen werden. Idealerweise sollte ein Futter mit besonders hohem Spirulina-Anteil ausgewählt werden.

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Letzte Aktualisierung am 23.08.2017 um 01:59 Uhr

Eine weitere Besonderheit bei der Buntbarschen ist es, dass diese Arten Maulbrüter sind. Die Eier werden von den Weibchen in den Mund genommen und dort ausgebrütet. Erst wenn die Jungtiere relativ stabil sind werden sie von der Mutter entlassen. Dieses Veralten ist nicht nur äußerst interessant, es sorgt auch dafür, dass viele der Jungfische durchkommen.

Ich selber bin eher der Freund von Artenbecken. Da die meisten Arten nur sehr kleine Gebiete besiedeln ist es hier in der Natur auch eher so, dass nur wenig Durchmischung zwischen den Arten besteht. Dennoch können einige Arten durchaus miteinander Vergesellschaftet werden. In vielen Quellen wird dies sogar empfohlen um die innerartliche Aggressivität zu verringern. Dies setzt jedoch nicht nur ein großes Aquarium voraus, auch sollte dies mit intensiven Recherchen einhergehen. Nicht alle Arten harmonieren miteinander. Im Zweifel kann das Gespräch mit einem Züchter (nicht mit einem Händler) sehr hilfreich sein.

Buntbarsche in einem Malawisee-Biotop.
Buntbarsche in einem Malawisee-Biotop.

Welche Wasserwerte benötigen Malawi-Cichliden?

Über die Wasserwerte für ein Malawisee-Biotop wird viel spekuliert. Oft hört man, dass das Seewasser „hart“ sein soll. Das ist nicht richtig, wie dieses Gerücht entstehen konnte kann jedoch nachvollziehen. Während man bei bepflanzen Aquarien nach asiatischem oder südamerikanischem Vorbild ehr eine geringe Karbonathärte anstrebt liegt diese beim Wasser des Malawisee mit 7 °KH ehr hoch. Dies bedeutet jedoch nicht direkt, dass das Wasser hart ist. Denn die Gesamthärte ist auch hier mit 4 °GH sehr gering.

Diese Kombination ist recht ungewöhnlich und liegt im deutschen Leitungswasser nicht vor. Hier ist in der Regel die Gesamthärte deutlich höher als die Karbonathärte. In der Praxis treten je nach Art des Leitungswasser drei Möglichkeiten auf:

  1. Das Leitungswasser im Versorgungsgebiet ist als „weich“ eingestuft. In diesem Fall wird die Gesamthärte stimmen, die Karbonathärte ist mit großer Wahrscheinlichkeit zu gering. Hier muss mit speziellen Salzen die Karbonathärte angehoben werden.
  2. Das Leitungswasser ist als „hart“ eingestuft. Das ist der ungünstigste Fall, da hier sowohl die Gesamthärte als auch die Karbonathärte zu hoch sein werden. In diesem Fall muss auf Osmosewasser zurück gegriffen werden. Dieses kann dann ebenfalls gezielt aufgesalzt werden.
  3. Der Idealfall liegt vor, wenn man über „mittel hartes“ Leitungswasser verfügt. In diesem Fall kann das Wasser direkt verwendet werden, da hier die Karbonathärte optimal ist, die Gesamthärte ist zwar höher als im See aber immer noch akzeptabel.

Auf Tipps das Aquariumwasser mit Kochsalz aufzusalzen sollte man verzichten. Hierdurch wird vor allem die Gesamthärte angehoben.

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Letzte Aktualisierung am 23.08.2017 um 11:09 Uhr

Zusammenfassung

Der Malawisee ist eines der interessantesten Biotope die in der Aquaristik nachgebildet werden können. Entsprechend hoch ist auch die Anzahl der Aquarien die Fische aus dieser Region beheimaten. Doch die Buntbarsche aus dem Malawisee sind recht anspruchsvoll. Einsteiger in die Aquaristik sollten sich vor der Anschaffung dieser Tiere intensiv informieren. Die besonderen Ansprüche wie das spezielle Futter, die felsige Einrichtung aber auch die benötigte Beckengröße müssen unbedingt berücksichtigt werden. Stellt man während dieser Recherchen fest, dass man seinem Wunschfisch kein passendes zu Hause bieten kann ist dies jedoch kein Beinbruch. Mehrere hundert Arten stammen aus diesem Biotop. Eine schöner und farbenprächtiger als die Andere. Da wird sich für jeden etwas finden.

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