Die Rote Nashorngarnele

Geht es um die Haltung der roten Nashorngarnele, sollte der Aquarianer etwas Erfahrung mitbringen, geht es um die Zucht, sollte er zudem auch Glück haben. Diese Garnelenart lebt in Brackwasserzonen von Teilen der afrikanischen über Teile der asiatischen Küstenlandschaft. Sie siedelt zudem in Mangrovenwäldern, die ebenfalls Brackwasser führen. Im Handel sind in der Regel jedoch nachgezüchtete Tiere erhältlich. Diese werden im Süßwasser gehalten, welches einen harten Wasserwert haben muss und leicht aufgesalzen wird.
Möglicherweise würde die Haltung und Nachzucht mit Wildfängen in ein und dem gleichen Brackwasserbecken gelingen. Mit den nachgezüchteten Tieren würde dieses vermutlich nicht mehr gehen. Es finden sich hier keine schlüssigen Erfahrungswerte von Züchtern.

Dies ist ein Gastartikel von Heiko Fröhlich.

Die Haltung der roten Nashorngarnele

Können viele Zwerggarnelen im Nanocube gehalten werden, so sollte die Rote Nashorngarnele wenigstens 50 Liter Beckengröße mit freien Schwimmbereichen bereits ab 10 Exemplaren erhalten. Sie ist gesellig und sollte in Gruppen gehalten werden. Schwarzer Bodengrund, sandig oder feinkörnig, wäre gefragt sowie es einige Versteckmöglichkeiten wie Tonscherben, kleine Felshöhlen usw. geben sollte. Die meisten Pflanzen vertragen das leicht mit Meersalz aufgesalzene und harte Wasser. Die rote Nashorngarnele ist jedoch nicht auf Pflanzenbewuchs angewiesen. Sie ist sehr friedlich und lässt sich sehr gut mit anderen friedfertigen Tieren vergesellschaften. Diese sollten natürlich das harte Wasser vertragen. Reine Artenbecken wären nicht unüblich. Ist die Rote Nashorngarnele an die Wasserwerte anspruchsvoll, so wäre sie ansonsten genügsam. Sie frisst Algenaufwuchs, Futterreste, abgestorbenes Pflanzenmateriel, Spinat, Garnelenfutter und was sich finden lässt. Fertigfutter sollte wenigstens ab und an gegeben werden. Wichtig sind die Wasserwerte mit 20 bis 28° Celsius, einem PH Wert zwischen 6,5 bis 7,5, einem GH Wert bis 15° und einem KH Wert bis 11° dKH. Die Tiere werden bis sechs Jahre alt.

Die Erscheinung

Namensgebend für die Rote Nashorngarnele ist das grazile rote Horn oder in Fachsprache das verlängerte Rostrum. Bricht dieses einmal beim Transport oder auf anderem Wege ab, erneuert es sich mit der nächsten Häutung. Ansonsten ist die Garnele praktisch durchsichtig und hat einen schmalen leicht S Förmigen Rumpf. Die Fühler sind recht klein geraten sowie unter dem Rumpf einiges an Beinen zu sehen ist. Die Scheren oder Zangen sind eher klein ausgeprägt. Der vordere Rumpfbereich kann etwas bräunlich wirken. Der Schwanz läuft sehr spitz zu. Männchen werden bis 3,5 cm und Weibchen bis 4 cm groß. Mit den filigranen Beinchen und dem transparenten Rumpf wirkt die Rote Nashorngarnele recht zerbrechlich.

Nachzucht der roten Nashorngarnele

Die Rote Nashorngarnele gehört zum einfachen Fortpflanzungstyp, der auf Brackwasser angewiesen ist. Das befruchtete Weibchen gibt nach ein paar Wochen bis zu 1000 kleine Eier ab. Diese werden schlüpfen und die „Jungtiere“ machen verschiedene Entwicklungsstufen durch. In der Natur geben die Zwerggarnelen Weibchen vom einfachen Fortpflanzungstyp die Eier häufig an einer Stelle mit zu geringem Salzgehalt ab. Diese treiben Flussabwärts und schlüpfen und entwickeln sich im Brackwasser. Sind die Junggarnelen alt genug, wandern sie wieder Flussaufwärts. Die Rote Nashorngarnele lebt in freier Natur jedoch nicht allein in Brackwassernähe sondern auch oder sogar vor allem in diesem. Im Aquarium leben diese Garnelen jedoch meist in hartem Süßwasser. Nachdem das Weibchen zwei Wochen lang die Eier trägt, sollte es in ein Aufzuchtbecken mit hartem und leicht aufgesalzenem Wasser gesetzt werden, um die Eier abzugeben. Dann kann es bereits zurück gesetzt werden. Das Wasser im Aufzuchtbecken wird jetzt sehr gleichmäßig weiter aufgesalzen, bis es den für Brackwasser typischen Werten von dem halben Meerwassersalzgehalt hat. Jetzt wird einen Monat gewartet, um durch die Wasserwechsel das Wasser wieder zu hartem und leicht aufgesalzenem Süßwasser zu verdünnen. Dieses dauert ca. zwei weitere Monate. Nun können die jungen Rote Nashorngarnelen in die eigentlichen Becken. Die ganze Prozedur ist etwas schwierig, da die Salzgehalte sehr fließend hoch und wieder runter gesteigert werden müssen. Zu schnelle und hohe Sprünge, und nicht nur die meisten Larve sondern alle sterben. Da die Weibchen recht fruchtbar sind, kann es immer wieder probiert werden.

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Das ist nicht alles: Wenn das Nachzuchtbecken aufgestellt wird, muss es erst eingefahren werden. Auch beim langsamen aufsalzen sollte die Beleuchtung an bleiben sowie es Flächen geben soll, auf denen sich viel Algenaufwuchs bilden kann. Die Larven sollen beim Schlüpfen bereits einen üppigen Aufwuchs vorfinden und abweiden können. Wenn viele Junggarnelen durch kommen und das Futter knapp wird, kann etwas zu gefüttert werden.

Eventuell könnten Wildfänge mit ihrem Nachwuchs im Brackwasserbecken gehalten und vermehrt werden. Hier gibt es keine Erfahrungsberichte. Mit den nachgezüchteten Tieren wird es vermutlich nicht gehen.

Streitpunkte unter Aquarianern

Wie die Rote Nashorngarnele artgerecht gehalten wird, ist unter Aquarianern strittig: Fühlt sie sich bei permanente Haltung im harten Süßwasser wohl oder sollte sie im Brackwasserbecken gehalten werden? Heutige Nachzuchten fühlen sich vermutlich im harten sowie leicht aufgesalzenen Süßwasser wohl oder würden sich im Brackwasser nicht mehr auf Dauer wohl fühlen. Wer ein reines Artenbecken anlegt, kann das harte Wasser etwas reichlicher aufsalzen oder mal mehr oder weniger, wie es für Brackwasserzonen typisch wäre. Man sollte jedoch für adulte Tiere generell weniger als den halben Meerwassersalzgehalt anpeilen. Für Wildfänge wären die Salzwerte generell höher anzusetzen. Diese sind jedoch in der Regel nicht erhältlich.

Quellen:
http://www.wirbellosen-aquarium.de/garnelen/caridina/rote-nashorngarnele.html
http://www.wirbellosen-aquarium.de/garnelen/haltung/fortpflanzungsstrategien.html

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