Espes (Roter) Keilfleckbärbling (Trigonostigma espei)

Als ich damals mein erstes Aquarium einrichtete, war ich auf der Suche nach einem kleinen Schwarmfisch, den ich problemlos in meinem 80 cm Aquarium halten konnte. Dabei stieß ich auf den Keilfleckbärbling (Trigonostigma heteromorpha). Nach einem intensiven Gespräch mit meinem Händler entschied ich mich jedoch für einen sehr ähnlichen Fisch, dem Roten Keilfleckbärbling oder auch Hängels Keilfleckbärbling (Rasbora hengeli). Der Name des Fisches bereitete mir einige Zeit Kopfzerbrechen, denn in der Zwischenzeit wurde die Familie neu strukturiert und aus Rasbora wurde Trigonostigma. Nun war ich mir fast sicher einen Trigonostigma hengeli zu pflegen. Die Literatur zeigt diesen jedoch mit wesentlich weniger Rotanteil als mein Tier. Große Ähnlichkeit fand ich dann schließlich mit Espes Keilfleckbärbling Trigonostigma espei.

Biotop und Sozialverhalten des Keilfleckbärbling

Espes (roter) Keilfleckbärbling
Espes (roter) Keilfleckbärbling

Espes Keilfleckbärbling ist ein friedliebender Schwarmfisch der etwa drei cm groß wird. Im Aquarium bewohnt er hauptsächlich die mittlere bis obere Wasserschicht. Aus meinen Beobachtungen kann ich ableiten, dass sich ab etwa 20 Tieren ein Schwarmverhalten einstellt. Durch Umzüge und sonstigen Problemen habe ich bereits einige Tiere verloren was dazu führte, dass sich der Schwarm mehr und mehr auflöst. Trotz dieser Verluste kann ich bestätigen, dass Espes Keilfleckbärbling ein robuster Fisch ist. So manche Anfängerfehler wurden mir verziehen.

Laut Literatur bevorzugt der Keilfleckbärbling leicht saures Wasser mit ph-Werten von 6,5 bis 7 und beschattete Aquarien mit hoher Bepflanzung. Ein 112 Liter Aquarium soll ausreichen. Da ich empfehle mindestens 20 Tiere zu halten ist meiner Ansicht nach jedoch ein größeres Aquarium notwendig.

Ob die Tiere sich in stark beschatteten Aquarien wohler fühlen als in Hellen kann ich schlecht beurteilen. Diese Erfahrung habe ich nicht gemacht, kann den Fischen aber auch nur vor den Kopf sehen. Allerdings finde ich, dass in Aquarien mit vielen hellgrünen Pflanzen die Farbe der Bärblinge besser zur Geltung kommt als in dunkler eingerichteten. Auch hatte ich schon ph-Werte über 7, was sich nicht negativ auswirkte. Wer dennoch gerne den ph-Wert reduzieren möchte kann das durch eine Filterung über Torf tun. Dies stellt auch das wohl bevorzugte huminsäurereiche Wasser her. Bei diesen Präparaten ist jedoch die Braunfärbung des Wassers zu beachten. Aquarianer die dies nicht möchten sollten stattdessen über eine CO²-Zugabe nachdenken und somit auch noch etwas für ihre Pflanzen tun.

Geschlechtsmerkmale des Keilfleckbärbling

Die Unterscheidung der Geschlechter gelingt mir nicht. Diese soll aber möglich sein, da das Männchen über einen ausgeprägteren Keil verfügen soll der sich teilweise weiter nach vorne zieht. Auch sollen die Männchen schlanker sein. Fülligere Weibchen erkenne ich allerdings nur wenn die Eiablage ansteht.

Futter für den Keilfleckbärbling

Espes Keilfleckbärbling ist ein anspruchsloser Esser. Was man ihm bietet wird genommen. Sowohl Flocken als auch Granulat werden nicht verschmäht. Als Hauptfutter bekommen meine Tiere Sera vipagran. Von der Granulatröße ist dieses Futter jedoch grenzwertig. Daher werde ich demnächst Sera Vipagran baby ausprobieren. Dieses Futter hat eine kleinere Körnung, da es eigentlich für Jungfische gedacht ist. Um auch den Eiweißbedarf der kleinen Allesfresser zu decken fütter ich zusätzlich auch gerne JBL NanoBetta oder auch Mückenlarven. Beides bleibt nicht liegen.

Zucht des Keilfleckbärbling

Die Zucht ist relativ schwierig. Hierfür ist sehr weiches und saures Wasser erforderlich. Auch sind nicht alle potentiellen Partner willkommen. Wenn das Zuchtpaar nicht zusammen passt bleibt der Erfolg aus. Wenn die Bedingungen aber stimmen laichen Espes Keilfleckbärbling ihre Eier unter die Blätter breitblättriger Pflanzen. Dem gehen einige Scheinpaarungen voraus. Da die Keilfleckbärblinge Laichräuber sind müssen die Elterntiere nach der Paarung schnellstens aus dem Aufzuchtbecken entfernt werden.

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