JBL ProFlora Taifun P2

In meinen bisherigen Erfahrungsberichten bin ich hauptsächlich auf CO2-Zugabegräte eingegangen, bei denen die Blasen über eine Laufbahn laufen und dabei in das Wasser diffundieren. Seid ich mit dem elmshorner Leitungswasser bei einer Karbonathärte von fünf arbeite ist mein CO2-Verbrauch jedoch stark gestiegen. Man merkt es doch ob man eine Karbonathärte von vier oder fünf hat. So musste ich mal eine gänzlich andere Art der CO2-Zugabe ausprobieren. Da ich einen Innenfilter habe kam eine aktive In-Line-Lösung nicht in Frage. Also entschied ich mich für einen keramischen Diffusor. Die Wahl viel dabei auf den JBL ProFlora Taifun P2.

Warum habe ich mich für den Taifun P2 entschieden?

Viele Hersteller bieten keramische Diffusoren an. Alle sehen ähnlich aus und funktionieren auf die selbe Art und Weise. Meistens wird jedoch nur eine geringe Kapazität angegeben. Selbst die unheimlich teuren Geräte von ADA wie das Mehrzweck – Pollen Glass Beetle werden nur für Aquarien bis zu 90 cm empfohlen. JBL gibt für den Taifun P2 eine Kapazität von bis zu 400 Liter Aquariumvolumen bei KH 4 an. Hinzu kommt, dass der Taifin P2 durch sein Glasgehäuse relativ gut und wertig aussieht.

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Der JBL ProFlora Taifun P2 kommt in einer sehr einfachen Verpackung: durch eine dünne Folie auf einen Papprücken verschweißt. Eigentlich mag ich diese Verpackungen, da sie den Preis nicht unnötig in die Höhe treiben und keine Unmengen Müll verursachen. Diese Packungen zu öffnen erfordert jedoch entweder viel Geschick oder Gewalt. Aus Angst den Glaskörper zu zerbrechen war ich mit letzterem ausnahmsweise etwas sparsammer. Nach dem Auspacken muss nur noch der Saugnapf angebracht werden und schon ist das Gerät fertig.

Sale
JBL 6445800 ProFlora Taifun P 2
  • Diffusor zum Lösen des Pflanzennährstoffes CO₂ im Aquariumwasser.
  • Kleiner, formschöner CO₂-Diffusor mit Keramikmembran für eine gleichmäßige Anreicherung des Aquarienwassers mit CO₂.
  • Mit Spezial-Keramik für besonders kleine und gleichmäßige CO₂-Blasen.
  • Hochwertige Glasausführung. Dadurch leicht zu reinigen. Zum Anschluss an alle normalen CO₂-Schläuche 4/6 mm.
  • Glasdiffusor mit Keramikmembran und Befestigungssauger.

Letzte Aktualisierung am 27.06.2017 um 07:39 Uhr

Der JBL ProFlora Taifun P2 im Einsatz

Die Anbringung im Aquarium ist durch den Saugnapf sehr flexibel an jeder Scheibe möglich. Um den aufsteigenden Blasen einen möglichst langen Weg zu Oberfläche zu bieten habe ich den Taifun P2 so tief wie möglich angebracht. In diesem Fall hat man dadurch mit jeder Menge störrischem Schlauch zu kämpfen. Ich habe den Schlauch mit zusätzlichen Saugnäpfen fixiert, da der einzelne, mitgelieferte Saugnapf nicht ausreicht um um den Reaktor ordentlich zu befestigen. Ein kleiner Zug am Schlauch reicht aus um ihn zu verdrehen.

Auch das Ausstöhmende Gas habe ich mir anders vorgestellt. Statt über die gesamte Fläche bilden sich nur Blasen an einer einzigen Stelle zwischen der Keramik und dem Glasgehäuse. Diese erscheinen mir auch für einen keramischen Diffusor zu groß. JBL schreibt dazu:

Gase wie auch Flüssigkeiten suchen sich unter Druck immer den Weg des geringsten Widerstands. Insofern ist es normal, dass die Blasen bei einem Keramikdiffusor nicht überall gleichmäßig verteilt abgegeben werden. Die Verteilung hängt natürlich von weiteren Parametern ab. Erhöht man beispielsweise den Druck des Kohlendioxid, dann erfolgt eine gleichmäßigere Abgabe, jedoch wird dann auch mehr Kohlendioxid durch den JBL Taifun P gedrückt.

Physikalisch ist das natürlich richtig und erhöht man den Druck bilden sich tatsächlich auch wesentlich feinere Blasen über die gesamte Fläche. Die großen Blasen am Rand bleiben aber und daher konnte ich mit dem Taifun P2 kein besseres Lösungsvermögen feststellen als mit dem spiralförmigen Taifun. Immerhin, schlechter ist es auch nicht.

Das CO2 ströhmt beim JBL ProFlora Taifun P2 hauptsächlich an einer Stelle zwischen Membran und Glasgehäuse aus.
Das CO2 ströhmt beim JBL ProFlora Taifun P2 hauptsächlich an einer Stelle zwischen Membran und Glasgehäuse aus.

Ein weiterer Nachteil sind die relativ lauten Zischgeräusche während des Betriebes. Bei einer ausreichenden Blasenzahl für mein 240 Liter Becken waren diese schon recht nervig. Mir war schon schnell klar, dass ich nur noch abwarte um zu sehen ob sich die Funktion nach einer gewissen Einlaufzeit ändert. Ansonsten würde ich den P2 nicht weiter verwenden. Genau so ist dann auch nach etwa vier Wochen gekommen. Zwar hat sich relativ schnell eine Algenschicht auf der Membran gebildet, die Funktion wurde hierdurch aber nicht beeinflusst.

Um das Gerät aber nicht umsonst angeschafft zu haben, habe ich es in meinem Nano-Cube mit 16 Liter Inhalt, Karbonathärte nicht nachweisbar, weiter verwendet. Hier halte ich mit den gleichen Einstellungen wie mit dem Dennerle Micro Flipper auch die gleichen Wasserwerte. Bei den geringen Durchflussmengen sind die Blasen auch an der scheinbar undichten Stelle nicht allzu groß, das Zischen ist kaum hörbar und in dem kleinen Becken spielt der JBL ProFlora Taifun P2 den Vorteil seiner geringen Größe voll aus.

Fazit

Vielleicht hatte ich Pech und habe ein Modell erwischt, bei dem es eine undichte Stelle gibt und alle anderen Taifun P2 zeigen eine deutlich bessere Performance. Mit meinem Gerät bin ich aber definitiv nicht zufrieden. Zumindest nicht für mein 240 Liter Becken. Die Angabe von bis zu 400 Litern halte ich für sehr sportlich. Auch wenn dieser Wert für KH 4 gilt, so weit bin ich davon auch nicht entfernt, dass es 160 Liter Differenz rechtfertigen können. In einem kleinen Becken zeigt sich das Gerät jedoch wieder von einer ganz anderen Seite. Hier Punktet der P2 durch sein kompaktes Design aus Echtglas. Bis zu welcher Beckengröße man bedenkenlos gehen kann konnte ich nicht herausfinden. Solltet ihr Erfahrungen mit dem JBL ProFlora Taifun P2 in 60 Liter oder 120 Liter Aquarien haben hinterlasst diese bitte in den Kommentaren. Außerdem: Bei einer UVP von 13,29 € kann man ruhig mal einen Versuch wagen.

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JBL ProFlora Taifun P 2

JBL ProFlora Taifun P 2
5.7

Größe

7/10

    Lösungsvermögen

    5/10

      Lautstärke

      2/10

        Haltbarkeit

        8/10

          Preis

          8/10

            Pros

            • Kompakte Bauform
            • Glasausführung
            • Ansprechendes Design
            • Guter Preis
            • Flexible Montage

            Cons

            • Starke Geräuschentwicklung
            • Glaskörper wirkt empfindlich
            • Reinigung mit spezial Lösungen

            5 Kommentare bisher. Was sagst du dazu?

            1. […] In meinen bisherigen Erfahrungsberichten bin ich hauptsächlich auf CO2-Zugabegräte eingegangen, bei denen die Blasen über eine Laufbahn laufen und dabei in das Wasser diffundieren. Mit dem JBL ProFlora Taifun P2 sehe ich mir hier mal einen keramischen Diffusor genauer an. Bei diesem System wird das Gas durch eine feine Membran gepresst und so soll es besonders fein zerstäubt werden. Hier sind meine Erfahrungen. Weiterlesen –> […]

              3. November 2016
              Antworten
            2. Toni sagt:

              Größe

              0.4

              Lösungsvermögen

              0.5

              Hallo Dirk!
              Ich kann deine Kritik an dem Gerät nicht verstehen.
              Habe es selber in Benutzung und bin eigentlich sehr zufrieden.

              Liebe Grüße,
              Toni

              8. März 2017
              Antworten
              • Hallo Toni,
                Danke für deinen Kommentar. Möglicherweise habe ich mit dem 240 Liter Becken zu viel von dem Gerät verlangt. Die Ansprüche sind vielleicht unterschiedlich. Oder ich habe einfach ein Montagsmodell erwischt. Deine Erfahrungen spornen bestimmt den einen oder anderen Leser dazu an es selber mal aus zu probieren.
                Gruß Dirk

                9. März 2017
                Antworten
            3. Anne sagt:

              Größe

              8

              Lösungsvermögen

              7

              Lautstärke

              2

              Haltbarkeit

              8

              Preis

              8

              Hallo, ich habe zwei von den Dingern, da es – wie du auch beschrieben hast – immer nur 4-6 Wochen dauert bis einer genug Algenbefall oder sonstige Verschmutzung hat, dass er laut zu preifen anfängt. Ich wechsle die dann immer aus und reinige sie in einer Speziallösung. Ist etwas umständig, aber ich glaube dass ein Inline Diffusor noch schwerer zu reinigen ist, oder?

              9. März 2017
              Antworten
              • Hallo Anne,
                dir auch Danke für deinen Kommentar. Einen Inline Diffusor habe ich noch nicht getestet. Ich denke jedoch, dass es hier gar nicht notwendig ist das Gerät großartig zu reinigen. Da ein Inline Diffusor nicht unter der Aquarium Beleuchtung betrieben wird, werden hier wesentlich weniger Algen anfallen. Auch ist das Prinzip ein ganz anderes was wesentlich unempfindlicher ist.
                Gruß Dirk

                9. März 2017
                Antworten

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