LDA 25 | Der Pitbull fürs Aquarium

Als ich mein erstes Aquarium einrichtete wurde mir von meinem Händler der Pitbull als „Bodenpolizei“ angeboten. Auch heute noch tummeln sich diese kleinen Welse mehr oder weniger unscheinbar in meinem Becken. Trotz der mittlerweile drei Umzüge ist der gesamte Bestand noch vorhanden. Ich selbst kann den LDA 25 somit als unheimlich robust bezeichnen. Aufgrund seiner geringen Größe und seines zurückhaltenden Verhaltens ist er sogar für kleine Gesellschaftsbecken ab 60 cm bestens geeignet.

Informationen über die Familie

Aufgrund der enormen Fülle an Arten der Familie der Harnischwelse (Loricarridae) wurden diese lange Zeit nur durchnummeriert. Der LDA 25 wurde mittlerweile als Parotocinclus jumbo beschrieben. Eben diese Fülle schafft aber auch unheimlich viel Unsicherheit. So findet sich in meinem Becken streng genommen kein Parotocinclus jumbo sondern ein Parotocinclus spilosoma. Zu unterscheiden sind diese beiden Arten an der Musterung. Der „echte“ LDA 25 ist marmoriert während Parotocinclus spilosoma gepunktet ist. Da der Handel hier aber anscheinend nicht unterscheidet, werde auch ich in diesem Beitrag weiterhin vom LDA 25 bzw. Pitbull schreiben, obwohl dies strenggenommen nicht korrekt ist.

Nach der Fütterung liegt ein LDA 25 "Pitbull" im Vordergrund auf einem Stück Steinholz und wartet auf Mehr.
Nach der Fütterung liegt ein LDA 25 „Pitbull“ im Vordergrund auf einem Stück Steinholz und wartet auf Mehr.

Herkunft des Pitbulls

Die Vermischung dieser beiden Arten geht auf die gemeinsame Herkunft zurück. Diese liegt in Brasilien wobei immer wieder die Umgebung von Recife genannt wird. Hier wurden beide Arten zusammen gefischt und als LDA 25 verkauft. Mittlerweile finden sich in den Läden keine Wildfänge mehr, da die Tiere nicht mehr ausgeführt werden dürfen.

Merkmale und Geschlechtsunterschiede des Pitbulls

Wie alle L-Welse hat auch der LDA 25 ein „Saugmaul“. Der Kopf des Pitbulls ist für seine geringe Größe recht groß und breit. Vermutlich hat ihm diese Tatsache seinen Namen eingebracht. Die Körperfarbe scheint sich der Umgebung anzupassen. Zwar zeigt sie immer eine Maserung aus Brauntönen, ich meine aber beobachten zu können, dass diese bei einer helleren Einrichtung auch heller erscheint als bei einer dunkleren. Meine Tiere zeigen über den gesamten Körper helle Punkte auf dunklem Grund.

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Beide Geschlechter des Pitbulls werden etwa 6 cm groß. Das Weibchen ist während der Laichzeit etwas fülliger. Ein eindeutigeres Unterscheidungsmerkmal ist die spitzere Nase des Männchens.

Pflege des Pitbulls

Ein LDA 25 "Pitbull" im Schatten der Hintergrundpflanzen an der Rückwand eines Aquariums.
Ein LDA 25 „Pitbull“ im Schatten der Hintergrundpflanzen an der Rückwand eines Aquariums.

Das Becken für den Pitbull sollte möglichst dicht bepflanzt sein. Ein dunklerer Boden wird bevorzugt. Insgesamt mögen es die Pitbulls eher dunkler. Sie sind nachtaktiv und lassen sich tagsüber nur selten sehen. Den Tag verbringen sie in der Regel im Schatten von Wurzeln. Diese sind für die Haltung des LDA 25 unverzichtbar. Sie dienen nicht nur als Versteck für den Tag sondern sind auch ein wichtiger Teil der Ernährung. Feine Holzspäne werden abgeraspelt und helfen den Tieren bei der Verdauung. Vor einem „Wurzelschwund“ braucht man aber keine Angst zu haben. Der Abrieb ist so gering, dass er auch über mehrere Jahre hinweg nicht auffällt.

Die Verpflegung des Pitbulls ist sehr einfach. Er ist ein Allesfresser und anders als anspruchsvollere C-Welse wie der Metallpanzerwels findet der LDA 25 immer ausreichend Nahrung in einem eingefahrenen und besetzten Aquarium. Wer dennoch etwas gutes tun möchte macht dies am besten mit speziell auf die Bedürfnisse von Welsen ausgerichteten Futtertabletten oder mit Gemüse wie Gurken oder Zucchini.

Sozialverhalten und Vergesellschaftungsmöglichkeiten

Vergesellschafteten lässt sich der Pitbull mit allen Tieren die ihm nicht nachstellen. Er selbst ist eher scheu und zieht sich zurück wenn es ihm zu viel wird. Demnach braucht den LDA 25 kein anderer Aquariumbewohner zu fürchten.

Zucht des Pitbulls

Ich selbst treibe in meinem Gesellschaftsbecken keine Zucht. Für Interessierte kann ich aber einen weiterführenden Artikel empfehlen.

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5 Kommentare bisher. Was sagst du dazu?

  1. Oliver sagt:

    Hallo Dirk,
    ich bin schon seit langem auf der Suche nach diesen kleinen Putzern.
    Leider ist es sehr schwer an welche zu kommen.
    Hast Du vielleicht eine Adresse, woher ich welche beziehen kann?

    Gruß Oliver

    11. März 2015
    Antworten
    • Hallo Oliver,
      leider habe ich keine konkreten Informationen für dich. Als ich meine Tiere gekauft habe bestand das Ausfuhrverbot noch nicht. Ich denke aber, dass du die größten Chancen bei privaten Züchtern haben wirst. Diese findest du auf Börsen oder der Züchterplattform http://www.geiwa.de.
      Weiterhin viel Erfolg bei der Suche.
      Gruß Dirk

      11. März 2015
      Antworten
  2. Wolfgang sagt:

    Hallo zusammen
    In meinem Becken (Rio 125) habe ich unter anderem seit mehr als 5 Jahren 3 Stück LDA 25. Seit gesten Abend ist einer (er ist schon immer deutlich dunkler als die anderen zwei) mit einem eher roten Bauch aufgefallen. Auch im weißen Sand bleibt dieser Wels jetzt schwarz. Sonst hat er seine Farbe immer etwas dem Untergrund angepasst.
    Hat jemand eine Erklärung dafür?

    20. Februar 2016
    Antworten
  3. Tine sagt:

    Es heißt fürs, nicht für’s. 😉
    Ansonsten toller Artikel. Mir wurde in einem Forum davon abgeraten, den LDA 25 in einem ansonsten sehr spärlich besetzten 60er-Becken (wenige Zwergrasboras und Zwerggarnelen) zu halten, weil er so bewegungsfreudig sei und das Becken viel zu klein für ihn wäre…

    7. November 2016
    Antworten

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