Rotala bonsai | Ein Blickfang für den Mittelgrund

Wie heißt sie denn nun wirklich? Auch wenn sich einige Unklarheiten und Fehlbezeichnungen in den letzten Jahren aufgeklärt haben wird diese Pflanze immer noch unter unterschiedlichen Namen im Handel angeboten. So findet man bei Dennerle eine Rotala indica und bei Tropica eine Rotala Bonsai. Meiner Meinung nach handelt es sich hier mit sehrt großer Wahrscheinlichkeit um die gleiche Pflanze. Die frühere Verwechselung mit Rotala rotundifolia oder Ammannia sp. Bonsai wurde inzwischen aufgeklärt und auf Flowgrow beschrieben. In diesem Artikel werde ich ausschließlich die Bezeichnung Rotala Bonsai verwenden, da ich die Pflanze unter diesem Namen kennengelernt habe.

Vorkommen und Herkunft

Sowohl Flowgrow als auch Dennerle geben als Herkunft für Rotala indica Indien und Südostasien an. Sie scheint sich in flachen, stehenden Gewässern wohl zu fühlen und wird daher sehr häufig in Reisfeldern angetroffen. Im Gegensatz dazu steht die Angabe von Tropica, dass es sich bei der hier angebotenen Rotala Bonsai um einen Kultivar handelt. Auch wenn ich zwischen den beiden Pflanzen keinen Unterschied erkennen kann ist dies vielleicht ein Hinweis, dass es sich bereits um eine Weiterentwickelung handelt.

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Merkmale von Rotala Bonsai

Stünde mir nur ein Wort zur Verfügung um Rotala Bonsai zu beschreiben, es wäre „unverwechselbar“. Das sehr markante aussehen wird bestimmt durch einen sehr kräftigen Stängel. Dieser wächst fast senkrecht nach oben. Lediglich bei schrägem Lichteinfall streben die Stängel zum Licht und weichen so etwas von der Regel ab. Der kräftige Stängel wird von vergleichsweise kleinen, zierlichen Blättern umrandet. Dabei bilden sich an jedem Knotenpunkt zwei gegenüberliegende kleine runde bis ovale Blätter. Der nächste Knotenpunkt ist dann um 90 Grad verdreht. Von Oben betrachtet erkennt man außerdem gut, dass die Blattreihen fast genau übereinender stehen.

Die Farbgebung von Rotala Bonsai lässt sich am besten als sanftes Grün beschreiben. Viel Abwechslung bietet die Pflanze dabei nicht und hält diese Farbe gleichmäßig ein. Lediglich die Spitzen tanzen aus der Reihe, da diese bei ausreichender Beleuchtung eine sanfte Rotfärbung bekommen. Durch die weichen Farben und die berechenbare Wuchsrichtung strahlt die Pflanze eine angenehme Ruhe aus.

Rotala Bonsai unter starker LED-Beleuchtung und guter Düngesituation. Weiches Wasser scheint von Vorteil zu sein.
Rotala Bonsai unter starker LED-Beleuchtung und guter Düngesituation. Weiches Wasser scheint von Vorteil zu sein.

Gestaltungsmöglichkeiten

Am schönsten wirkt Rotala Bonsai in einer größeren Gruppe. Aufgrund des langsamen Wuchses eignet sich dafür am besten der Mittelgrund von größeren Aquarien, aber auch in kleinen Aquarien können sich problemlos Anwendungsbereiche finden lassen. So kann sie hier für einen kompakten Hintergrund sorgen. Ich selber habe aber auch einzelne Stängel über den Hintergrund und den Mittelgrund verteilt. So wird das Bild des Layouts etwas aufgelockert und sogar die Tiefenwirkung wird durch die zusätzlichen Ebenen erhöht.

Auch emers soll Rotala Bonsai eine sehr schöne Pflanze sein. In diesem Fall soll ein ehr kriechender Wuchs vorliegen und kleine Blüten werden ausgebildet. Bisher konnte ich hierzu noch keine Erfahrungen sammeln, aber ein Wabi-Kusa steht schon auf meiner To-Do Liste.

Pflege von Rotala Bonsai

Wie für Stängelpflanzen üblich gestaltet sich die Pflege relativ problemlos. Hat man bereits genug Pflanzen können die Stängel von unten geschnitten und wieder eingesetzt werden. Möchte man die Pflanze noch etwas vermehren sollte man hingegen das obere Drittel mit einer Schere entfernen und wieder einsetzten. Die beschnittene Pflanze braucht dazu nicht aus dem Aquarium genommen werden und wird nach kurzer Zeit neue Triebe bilden. Meine Erfahrung zeigt, dass eine beschnittene Pflanze im Durchschnitt zwei neue Triebe bekommt.

Die Ansprüche von Rotala Bonsai sind jedoch nicht ganz unerheblich. Eine kräftige Beleuchtung in Kombination mit CO2– und Eisendüngung wird fast schon erwartet. So zeigen die Pflanzen in meinem 16 Liter Cube unter starker LED-Beleuchtung mit sehr weichem Wasser, etwa 20 mg/l CO2 sowie einen Eisengehalt von etwa 0,2 mg/l einen deutlich kräftigen und intensiveren Wuchs als in meinem Gesellschaftsbecken in dem zwar auch gedüngt wird, die Werte jedoch deutlich niedriger liegen. In diesem Aquarium sind die Stängel dünner, die Blätter kleiner und die Färbung der Spitze weniger ausgeprägt.

Eine größere Gruppe Rotala Bonsai im Gesellschaftsaquarium. Insbesondere aufgrund der geringeren Beleuchtung, aber auch der niedrigeren Nährstoffkonzentrationen ist der Wuchs deutlich weniger kompakt.
Eine größere Gruppe Rotala Bonsai im Gesellschaftsaquarium. Insbesondere aufgrund der geringeren Beleuchtung, aber auch der niedrigeren Nährstoffkonzentrationen ist der Wuchs deutlich weniger kompakt.

Vermehrung

Wie schon beschrieben erfolgt die Vermehrung einfach über das setzen neuer Kopfstecklinge. In der Regel können so durch einen Schnitt zwei neue Pflanzen gewonnen werden.

Fazit

Rotala Bonsai ist eine sehr schöne und vielseitige Pflanze sowohl für kleine als auch für große Aquarien. Auch wenn die Pflanze nicht als schwierig eingestuft ist und sehr leicht zu pflegen ist, benötigt sie jedoch relativ gute Bedingungen für einen guten Wuchs. Insbesondere eine starke Beleuchtung und ausreichende Düngung mit CO2 sollten vorhanden sein. Eine Düngung mit Eisen scheint von Vorteil zu sein, Nitrat und Phosphat spielen jedoch keine große Rolle. Wer diese Bedingungen erfüllt wird viel Freude an der Pflanze haben, ob er sie als Rotala Bonsai oder Rotala Indica kauft ist meines Erachtens dabei egal.

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