Südamerikanischer Schmetterlingsbuntbarsch | Mikrogeophagus ramirezi

Der Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch, Mikrogeophagus ramirezi, besticht durch seine Farbenpracht. Rein optisch ist er eine alternative zu den afrikanischen Buntbarschen die ein größeres und spezieller eingerichteteres Aquarium benötigen. Der Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch gehört zwar auch zur Familie der Buntbarsche (Cichlidae), kann aber in einem Gesellschaftsaquarium mit anderen Fischen gehalten werden und vergreift sich nicht an Pflanzen. Er wird jedoch nur bis zu sechs Zentimeter groß.

Die Familie der Buntbarsche

Die Familie der Buntbarsche ist eine der umfangreichsten Familien in der Fischwelt. Daher ist auch der Variantenreichtum dieser Familie enorm. Der Großteil der Arten ist in Afrika beheimatet. Vor allem die Arten aus dem Malawi und Tanganjika haben sich in der Aquaristik einen festen Namen geschaffen. Die Gemeinsamkeit aller Arten ist das Brutpflegeverhalten. Zwar ist dies unter den einzelnen Arten recht unterschiedlicher Art, aber immer ausgeprägt vorhanden.

Merkmale des Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsch

Das Weibchen der Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsche erkennt man am roten Bauch und der nicht so spitzen Dorsale.
Das Weibchen der Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsche, hier zwischen dichter Bodenbepflanzung, erkennt man am roten Bauch und der nicht so spitzen Dorsale.

Der Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch eine sehr kleine Buntbarsch-Art. Das Männchen wird gerade einmal sechs Zentimeter groß, das Weibchen bleibt noch rund einen Zentimeter kleiner. Neben der Größe ist auch die Färbung ein deutliches Geschlechtsmerkmal. Das Weibchen ist intensiver gefärbt. So hat es eine roten Bauchbereich, der beim Männchen farblos ist. Auch in dem schwarzen Punkt an der Seite findet man beim Weibchen häufiger kleine blaue Punkte als beim Männchen.

Die Färbung und die Flossenform des Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsch sind sicherlich die Hauptgründe, die den Aquarianer zum Kauf bewegen. Die große, spitze Rückenflosse in Verbindung mit der Farbgebung erinnert an einen Punker mit Irokesenschnitt. Das rote Auge unterstreicht diesen Eindruck.

Herkunftsgerechte Pflege des Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsch

Ein Pärchen Südamerikanischer Schmetterlingsbuntbarsche tummelt sich in der dichten Mittelgrund-Bepflanzung.
Ein Pärchen Südamerikanischer Schmetterlingsbuntbarsche tummelt sich in der dichten Mittelgrund-Bepflanzung.

Der eigentliche Lebensraum von Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarschen ist das nördliche Südamerika. Hier lebt er an den Ufern flacher Seen oder langsam fließender Bäche. Dieser Lebensraum ist dicht bewachsen, bietet aber auch viel Raum zum freien Schwimmen. Das Aquarium sollte diesen Lebensraum simulieren, was in einem reinen Südamerika-Becken eh der Fall sein wird. Der ph-Wert liegt wie für Südamerika üblich deutlich unter 7. In der Literatur wird oft von ph-Werten zwischen 5 und 6,5 gesprochen, aus eigener Erfahrung kann ich jedoch auch alle beruhigen, die ihr Wasser auf ph-Werte zwischen 6,5 und 7 eingestellt haben.

Auch das Männchen der Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsche ist prächtig gefärbt.
Auch das Männchen der Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsche ist prächtig gefärbt.

Eine artgerechte Bepflanzung finden wir in jedem Aquarium, das klassischerweise in Hintergrund, Mittelgrund und Vordergrund eingeteilt ist, und auch so bepflanzt wurde. So bieten sich in den dichten Hintergrund-Pflanzen ausreichend Versteckmöglichkeiten, während die offenere Mittel- und Vordergrund-Bepflanzung ausreichend Schwimmraum lässt. Gerne hat der Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch auch freie, leicht geschützte Bodenflächen. Diese bieten sich zum Beispiel zwischen nicht zu dicht stehenden Stängelpflanzen. Dies Flächen werden für den Nestbau genutzt.

Oft wird der Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch als schwierig und für Anfänger ungeeignet eingestuft. Dies hängt auch mit der Fütterung zusammen. Der Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch nimmt jede Art von Futter an, jedoch verträgt er nicht alles. So sollte man auf rote Mückenlarven und Frostfutter mit Rinderherz-Anteil verzichten. Alleine Trockenfutter zu geben ist jedoch nicht abwechslungsreich genug. Regelmäßig sollten weiße Mückenlarven oder Artemia zugegeben werden. In freier Wildbahn lebt der Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch fast ausschließlich karnivor, also fast nur von tierischer Nahrung.

Sozialverhalten und Vergesellschaftung

Grundsätzlich ist der Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch ein sehr geselliger Fisch. Er hegt keine bewussten Feindschaften zu anderen Arten. Im Gegenteil: Gerne lebt er mit kleinen Salmlern zusammen. Da diese in höheren Wasserregionen unterwegs ist, erkennen diese die Annäherung von Feinden früher. Das Verhalten der Schwärme wird vom Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsch „analysiert“ und wird somit auch alarmiert. Ein sehr schönes Bild ergibt sich mit einem Schwarm blauer Neon.

Ein männlicher Schmetterlingsbuntbarsch.
Ein männlicher Schmetterlingsbuntbarsch.

Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsche untereinander leben paarweise monogam und bilden mit ihrem Nachwuchs eine Elternfamilie. Die Paare bilden ein Revier, welches gewissermaßen auch verteidigt wird. Das Revier hat dabei eine Ausdehnung von etwa 20 mal 20 Zentimeter. Dies bedeutet für den Aquarianer dass immer nur Paare gehalten werden sollen. In den von der Literatur als Mindestgröße vorgegebenen Becken von etwa 60 Zentimetern sollte es definitiv nur ein Paar sein. Erst wenn das Becken ausreichend groß ist und die Reviere durch Pflanzengruppen voneinander abgegrenzt werden, können auch mehrere Paare gehalten werden. Zu viele Paare in einem zu kleinen oder ungeeignetem Becken haben Revier-Streitigkeiten zur Folge.

Zucht des Südamerikanischen Schmetterlingsbuntbarsch

Die Zucht ist weitestgehend unproblematisch. Da der Südamerikanische Schmetterlingsbuntbarsch Brutpflege betreibt übernehmen sie selbst den Großteil der Arbeit. Dabei wird ein mehr oder weniger geschütztes Nest angelegt. Dies geschieht dadurch, dass kleine Mulden gegraben werden. Der Kies in dieser Mulde wird sehr sauber gehalten. Einzelne Steinchen werden ins Maul genommen, geputzt und wieder ausgespuckt. In diese Mulde werden schließlich die Eier abgelegt und von beiden Elternteilen umsorgt. Während sich das Weibchen um den Nachwuchs kümmert, wird vom Männchen das Revier verteidigt.

Da ich selbst kein Interesse an einer Nachzucht habe, konnte ich den „Nestbau“ erst einmal beobachten. Und zwar im Sommer. Dies deckt sich mit den Informationen der einschlägigen Literatur, dass für die Fortpflanzung besondere Bedingungen eingehalten werden müssen. Insbesondere die erhöhte Temperatur von knapp 30 Grad erreiche ich in der Regel nicht. Auch die sonstigen Wasserwerte müssen den Heimatgewässern entsprechen. Das Gelege könnte sonst durch Osmose geschädigt werden.

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