Bepflanz doch mal eine Schale

Klassischerweise werden Pflanzen direkt in das Aquarium gepflanzt. Warum sollte das auch anders sein? Da gehören sie ja auch hin. Ich bin aber schon einmal von einem bepflanzten Aquarium zu einem Malawi-Biotop gewechselt, weil mir die Arbeit mit den Pflanzen zu intensiv wurde. Und selbst mein sehr kleines 16 Liter Becken wurde mir immer mehr ein Dorn im Auge, weil es ohne viel Arbeit einfach nur zuwuchert und irgendwie immer noch langweilig war. Zeit für etwas Neues: Eine bepflanzte Schale!

Die klassische Methode Aquarien zu bepflanzen

In klassischen Gesellschafts- oder Hollandaquarien werden die zu bepflanzenden Zonen in Vordergrund, Mittelgrund und Hintergrund eingeteilt. Eine entsprechende Zuordnung trägt jede Pflanze. So kommen kleine und langsam wachsende Pflanzen nach vorne und verdecken nicht die Sicht auf die großen, schnell wachsenden Pflanzen im Hintergrund. So kann man ein Becken mit relativ ebenem Bodengrund* effektiv bepflanzen.

Kategorie der Pflanzen der Gärtnerei Tropica
In meiner ersten Schale kamen nur zwei Pflanzen zum Einsatz. Laut Tropica eine Vordergrund- und eine Mittelgrundpflanze.
klassische Bepflanzung in einem Nano-Cube
Ganz im Vordergrund befindet sich nur ein Bodendecker. Nach hinten hin werden die Pflanzen immer größer.

Der Sonderfall im Aquascaping

Das Aquascaping bildet einen Sonderfall, in dem nicht nach diesem Prinzip bepflanzt wird. Denn hier möchte man Motive aus der realen Überwasserwelt nachstellen. Ganz häufig sind das Landschaften. Aufgrund der zunehmenden Entfernung dieser realen Motive werden sie nach hinten hin perspektivisch immer kleiner. Um einen möglichst realistischen Eindruck zu erzielen, müssen auch im Aquarium die Objekte nach hinten hin immer kleiner werden. Damit diese dann nicht hinter dem Vordergrund verschwinden, arbeitet man mit einem sehr steilen Substratanstieg. Für große, schnell wachsende Pflanzen ist hier dann schon gar kein Platz mehr.

Eine Waldlandschaft in Irland
Eine Waldlandschaft wie diese könnte als Vorlage für ein Aquascaping dienen. Die Perspektive muss auf kleinstem Raum nachgestellt werden.

Eine Pflanzschale ist ein ganz anderer Weg

Ich wollte aber mal etwas anderes haben. Und noch dazu sollte es pflegeleicht sein. Da habe ich mich doch gerne von Bildern aus den sozialen Medien inspirieren lassen, auf denen Gefäße wie Schalen oder große Cognacgläser bepflanzt wurden. Da mein Becken eine sehr kleine Grundfläche hat, dafür aber recht hoch ist, war es gar nicht einfach, eine passende Schale zu finden. Schließlich ist es eine gelbe Müslischale geworden. Die hat genau die richtige Form und verdeckt, anders als Gläser, auch die Wurzeln. Denn die habe ich jetzt lange genug gesehen.

Die erste Version meiner Schale habe ich lediglich mit zwei Pflanzen bepflanzt. Das war eine Hydrocotyle tripartita für den Vordergrund eine Rotala ‘H’ra’ für den Hintergrund. Damals hatte ich noch nicht ganz das Gefühl für das richtige Verhältnis zwischen den Pflanzen. So hat der kräftige Hintergrund schnell die kleine Hydrocotyle überwuchert. Ein Algenbefall ließ mich dann das Becken schließlich noch einmal neu aufsetzten.

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Hierbei habe ich nicht nur die höheren Pflanzen im Hintergrund dezenter gepflanzt, ich bin auch vom hellen Sand auf dunklen Flachkies umgestiegen. Das ist ein schönerer Kontrast zur hellen Schale und zu den Garnelen. Außerdem lässt er sich leichter pflegen.

Eine Schale Krabbensalat

Aber lass sich selber inspirieren.

Doch noch bin ich nicht am Ende. In ein paar Tagen bis Wochen soll die Schale und die Garnelen in ein ADA Cube Garden Mini M* umziehen. Das ist etwas breiter und bietet somit etwas mehr Platz für die mittlerweile doch schon sehr umfangreiche Technik. Da die Schale ja ohne viel Aufwand umgesetzt werden kann, sehe ich dem Umzug entspannt entgegen. Wenn es so weit ist, halte ich dich bei Instagram mit Bildern auf dem Laufenden.

Darum würde ich immer wieder Schalen bepflanzen

Eine bepflanzte Schale im Aquarium erzeugt ein ganz anderes Raumgefühl. Das Becken ist bepflanzt, aber nicht überfüllt. Die bodenbewohnenden Garnelen freuen sich, dass sie in bisschen Auslauf bekommen und das Gesamtbild ist viel luftiger. Den zusätzlichen Platz für die Technik kann ich jetzt auch nicht verachten. Für mich das Wichtigste ist aber, dass diese Art der Bepflanzung recht pflegeleicht ist. In Summe sind es doch recht wenige Pflanzen, die gepflegt werden müssen. Und im Notfall kann die ganze Schale, so wie sie ist, entnommen werden. Das schafft Platz für eine Grundreinigung des Beckens. Aber auch die Pflanzen selber sind so deutlich besser erreichbar.

Nichtsdestotrotz, das muss man so mögen. Denn eine bepflanzte Schale im Aquarium hat weder etwas mit einem Naturaquarium noch mit einem Aquascape zu tun. Es ist einfach nur eine nette Deko.

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2 Comments

  1. Tj said:

    Ich hätte die hygrodingens auf ne Wurzel gebunden und nach unten wachsen lassen. Die rotala in en Eck. Ohne Schale…

    2. November 2020
    Reply
  2. Hallo Dirk!

    Echt super Beitrag! Das Einsetzen von Wasserpflanzen ist eine schöne und besonders wichtiger Schritt zur richtigen Einrichtung der Aquarien.

    Liebe Grüße
    Manuel

    29. Januar 2021
    Reply

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