Betta imbellis – der Kampffisch, der mit niemandem Streit sucht

Wer den Schritt vom Siamesischen Kampffisch zu exotischeren Betta-Arten wagen möchte, versucht sich am besten zunächst an Betta imbellis. Der friedliche Verwandte der kampflustigen Anfängerart stellt nämlich keine allzu hohen Ansprüche und lässt sich auch gut zur Fortpflanzung bringen. Wir geben dir die notwendigen Tipps, wie du dem friedlichsten Vertreter der Gattung die besten Bedingungen schaffst.

Informationen über die Familie

In der Gattung Betta, die zu den Labyrinthfischen gehört, finden sich eine große Anzahl an Kampffischarten, die aber nicht alle aquaristisch relevant sind. Neben dem bekannten Siamesischen Kampffisch (Betta splendens) kommen noch eine Reihe anderer Arten in unregelmäßigen Abständen in den Handel. Dazu gehört auch Betta imbellis, der die Trivialnamen Friedlicher Kampffisch oder Kleiner Kampffisch trägt.

Die Gattung ist sehr umfangreich, weswegen man ähnliche Arten gemeinsam in Gruppen teilt. Eines der prominentesten Kriterien, nach denen die Arten unterteilt werden, ist das Brutverhalten. Manche Kampffische sind Maulbrüter, andere Schaumnestbauer. Auch Übergangsformen existieren. Betta imbellis ist in derselben Gruppe zu finden wie der Siamesische Kampffisch. Nicht nur ähneln sich die Ursprungsformen beider Arten äußerlich, sie sind auch beide zu den Schaumnestbauern zu zählen. Der Friedliche Kampffisch bleibt allerdings ein wenig kleiner.

Herkunft der Art

Betta imbellis hat über Südostasien verteilt ein recht großes Verbreitungsgebiet. So ist er auf diversen indonesischen Inseln genauso zu finden wie auf dem asiatischen Festland. Ähnlich breit gefächert sind die Habitate, die der Kleine Kampffisch bewohnt. Er ist sowohl in fließenden als auch in stehenden Gewässern zu finden, in Reisfeldern, Tümpeln und sogar in künstlichen Kanälen. Er bevorzugt stets flache und ruhige Stellen mit dichtem Bewuchs. Zwar steckt er Reviere ab, verhält sich aber sowohl Artgenossen als auch anderen Arten gegenüber friedlich.

Der Friedliche Kampffisch wurde erst in den 1970er Jahren wissenschaftlich erstbeschrieben und für die Aquaristik nach Europa eingeführt. Damit gehört er innerhalb der Gattung eher zu den späteren Neuzugängen.

Banner zur Newsletter Anmeldung

Merkmale und Geschlechtsunterschiede von Betta imbellis

Mit einer Körperlänge von drei bis fünf Zentimetern gehört Betta imbellis zu den kleineren Vertretern der Gattung, der Trivialname Kleiner Kampffisch kommt also nicht von ungefähr. Außerhalb der Paarungszeit ist die Färbung in beiden Geschlechtern eher schlicht. Auf grauem Grund ziehen sich zwei dunkle Längsstreifen über den gesamten Körper. Einzig in den Flossen kommt ein Hauch von Blau und Rot durch.

In der Paarungszeit legen insbesondere die Männchen an Attraktivität zu. Körper und Flossen färben sich in ein glänzendes metallisches Blau, die Flossen sind zusätzlich rot gesäumt. Die Weibchen bleiben schlichter gefärbt. Wenn die Männchen nicht gerade ihre Prachtfärbung zeigen, sind sie trotzdem von den Weibchen zu unterscheiden. Sie erreichen eine größere Köperlänge und auch ihre Afterflosse ist deutlich länger ausgezogen als jene der Weibchen.

Betta imbellis mit kräftigen Farben
Dieser Betta imbellis zeichnet sich durch seine kräftigen blauen und roten Farben aus.

Die richtige Pflege von Friedlichen Kampffischen

Da der Friedliche Kampffisch klein bleibt und keinen hohen Schwimmdrang hat, reichen für seine Haltung bereits Becken ab 60 cm Kantenlänge. Eine Abdeckung ist unbedingt notwendig, da die Tiere als ausgezeichnete Springer gelten. Zusätzlich hält diese die Luft über der Wasseroberfläche warm, was eine Erkältung beim Luftholen verhindert. Ein Kampffischaquarium sollte nur mit sehr schwacher oder gar keiner Filterung betrieben werden. Ein Artbecken kommt ohne Filter aus, bei stärkerem Besatz haben sich Mattenfilter bewährt.

Die Wassertemperatur sollte zwischen 24° C und 28° C liegen, die Wasserhärte unter 10° dH und der pH-Wert im leicht sauren Bereich zwischen 6 und 7. Diese Werte können mit Osmosewasser und Torf in Boden oder Filter erreicht werden. Erlenzäpfchen sind eine umweltfreundlichere Alternative. Wichtig ist vor allem eine dichte Bepflanzung mit vielen Versteckmöglichkeiten. Das beginnt bei einer Schwimmpflanzendecke und geht über ein krautiges Pflanzendickicht bis hin zu Unterständen in Form von Wurzeln oder halben Kokosnüssen.

Der Friedliche Kampffisch eignet sich besonders, wenn du dich langsam an Arten herantasten möchtest, die ausschließlich Lebendfutter annehmen. Diese frisst Betta imbellis selbstverständlich auch, er lässt sich aber genauso gut mit Frost- oder Trockenfutter füttern. Zu den möglichen Futtertieren zählen Mückenlarven, Wasserflöhe oder Artemia

Sozialverhalten und Vergesellschaftungsmöglichkeiten

Anders als beim Siamesischen Kampffisch kannst du von dieser Art in entsprechend großen Becken auch problemlos mehrere Männchen halten. Prinzipiell sind die Tiere wie alle Kampffische außerhalb der Paarungszeit Einzelgänger, doch sie stecken feste Reviere ab und gehen einander so aus dem Weg. Zwei bis drei Paare lassen sich daher im selben Becken halten, natürlich abhängig von der Größe.

Auch anderen Aquarienbewohnern gegenüber verhält sich Betta imbellis friedlich. Da er selber ein eher gemütlicher Zeitgenosse ist, solltest du ihn auch nur mit ähnlich zarten und freundlichen Fischen vergesellschaften. Bärblinge oder Panzerwelse sind beispielsweise ideale Beckenkollegen.

Zucht von Betta imbellis

Die Nachzucht des Friedlichen Kampffisches ist recht einfach und klappt unter Umständen sogar im Gesellschaftsbecken. Voraussetzung sind eine nährstoffreiche Fütterung und genügend Versteckmöglichkeiten für das Weibchen nach erfolgter Paarung. Diese geht nämlich wie für Labyrinthfische typisch von statten.

Zunächst beginnt das Männchen damit, ein Schaumnest an der Wasseroberfläche zu bauen. Beide Geschlechter zeigen ihre Paarungsbereitschaft durch Verfärbungen. Die Männchen nehmen ihre bereits erwähnte Prachtfarbe an, die Weibchen zeigen dunkle, senkrechte Streifen an ihrem Körper. Nach einigen Probeversuchen findet die Paarung unterhalb des Schaumnests statt. Die befruchteten Eier sinken zu Boden und werden vom Männchen aufgesammelt und ins Schaumnest gespuckt.

Ab diesem Zeitpunkt wird das Weibchen vom Nest vertrieben. Auch in den nächsten Tagen kümmert sich das Männchen liebevoll um seinen Nachwuchs und fährt damit fort, bis die Larven freischwimmen. Das ist in der Regel nach vier bis fünf Tagen der Fall. Die Erstnahrung der Jungfische sollte aus Staubfutter und Artemianauplien bestehen. Sie wachsen aber sehr schnell und können schon nach wenigen Wochen das Futter der erwachsenen Kampffische bewältigen.

Fazit

Wenn du dich an Schleierkampffischen sattgesehen hast und eher zu Naturformen tendierst, dann ist der Friedliche Kampffisch genau der richtige Kandidat für dich. Darüber hinaus punktet er damit, dass er sich von allen Kampffischarten am ehesten für ein Gesellschaftsbecken eignet. Bietest du ihm ein stark verkrautetes Becken und ein ruhiges Milieu, belohnt er dich sicher früher oder später mit Nachwuchs. Für dich könnte dieser Moment der Einstieg in die faszinierende Welt der Kampffische bedeuten. Denn in der großen Gattung Betta gibt es immer neue Herausforderungen zu entdecken.

Banner zur Newsletter Anmeldung

Sei der Erste, der das kommentiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.