CPOs oder Blauer Floridakrebs als Blickfang im Aquarium

Das Gegenstück zu den leuchtend orangen CPOs ist wohl der strahlend blaue Floridakrebs, welcher ebenfalls aus Nordamerika stammt. Beide Flusskrebse sind bereits im Becken ab 54 Liter zu halten und vergleichsweise einfach zu pflegen. Doch der blaue Procambarus alleni wird deutlich größer, als die orangen Cambarellus patzeuarensis, welche rund 5 cm Körperlänge erreichen: Ganze 10 bis 15 cm Körpergröße im strahlenden, leicht gesprenkelten Blau – das hat was!

Beide Krebse sind Zuchtformen der erdfarbenen Wildformen. Sie sind Allesfresser, bilden Reviere, leben überwiegend am Boden und wühlen in diesem. Außerdem überwältigen sie kleinere Tiere oder sogar ihren Nachwuchs, welcher sich gegenseitig ebenfalls nachstellt.

Im Vergleich zu anderen Flusskrebsen sind CPOs oder Blaue Floridakrebse sehr friedlich. Männchen brauchen lediglich Platz für ihr eigenes Revier und Weibchen brauchen Platz zum Ausweichen. Dennoch knabbern auch diese Flusskrebse lebende Pflanzen an, wenn die pflanzliche Kost im Futter knapp wird. Außerdem ist der Blaue Floridakrebs deutlich größer und wird damit vor allem für Schnecken und am Boden lebenden Fischen zur Gefahr. Aber auch Garnelen oder kleinere Fische im Allgemeinen gehören zu geeigneten Beutetieren.

Während CPOs sich wegen ihrer geringen Größe einfacher mit anderen Fischen oder Wirbellosen vergesellschaften ließen, wird für Blaue Floridakrebse generell das Artenbecken empfohlen. Dieses soll rundliche, aber nicht zu große Kieskörner als Bodengrund enthalten. Die Wasserpflanzen müssen entweder schnell wachsen oder besonders robust sein, siehe Barschpflanzen. In jedem Fall müssen sie fest verankern oder durch einen U-Stein gesichert sein. Außerdem muss das Aquarium immer lückenlos geschlossen sein, da Krebse gerne ausbrechen und dann vielleicht eingehen.

Wasserwerte für CPOs oder Blaue Floridakrebse

Die orangenen Cambarellus patzearensis sind bereits ab 10° Celsius zufrieden und vertragen bis 25° Celsius. Der blaue Procamarus alleni würde unter 20° Celsius kaum noch fressen und verhungern. Besser sind Temperaturen von 20 bis maximal 28° Celsius, wodurch ein Heizstab notwendig wird. Bei den Wasserwerten sind die Ansprüche nicht identisch, aber ähnlich. Beide Flusskrebse würden sich mit einem pH-Wert von 6,8 bis 8 wohlfühlen. Ein GH-Wert von 12 bis 25 und ein KH-Wert von 5 bis 15 wäre für beide Arten akzeptabel.

Banner zur Newsletter Anmeldung

CPOs und Blaue Floridakrebse bevorzugen sauberes und klares Wasser. Dieses muss genug Sauerstoff enthalten, weswegen eine etwas kühlere Temperatur besser sein kann. Auch ein Luftausströmer am Boden kann mit kleinen Bläschen Sauerstoff in das Wasser bringen. Dennoch bleiben regelmäßige Teilwasserwechsel nötig. Beim Düngen, mit neuen Pflanzen oder ansonsten dürfen von bestimmten Spurenelementen wie Kupfer nur minimalste Mengen in das Wasser gelangen. Wirbellose in Aquarien reagieren sehr empfindlich auf Schwermetalle und Giftstoffe.

Unterschiede in der Haltung der CPOs und Blauen Floridakrebse

Selbst in freier Natur sind die kleineren Cambarellus patzcuarensis als Zwerg-Flusskrebse hohe Besatzdichten gewohnt, so die Literatur. Verschiedene Fachautoren geben ganz unterschiedliche Gruppengrößen und Literzahlen an. Es ließen sich bereits mehrere CPOs im Nano Cube halten. Diese gehen bei guter Pflege vielleicht nicht ein, wünschen jedoch mehr Platz. Besser wären 54 Liter für ein Pärchen oder im reinen Artenbecken maximal ein Männchen und zwei Weibchen. Die Lebenserwartung liegt bei 1,5 bis 2 Jahren.

Der Blaue Floridakrebs wird 2 bis 3 Jahre alt, ist weniger gesellig und braucht pro Exemplar etwa 54 Liter beziehungsweise für ein Paar eine Kantenlänge von 100 cm.

Wie bereits erwähnt graben typische Flusskrebse gerne im Bodengrund, beschädigen Wasserpflanzen oder erlegen kleinere Beutetiere und auch ihren eigenen Nachwuchs. Der deutlich kleinere CPO kann allein wegen seiner Größe wesentlich weniger Schaden anrichten und gilt in diesen Belangen als unkompliziert. Blaue Floridakrebse haben eine ganz andere Wirkungskraft. Dennoch gelten sie als sehr friedlich und unkompliziert, müssen aber genug Platz für ihre Revierbildung haben.

Die Geschlechter

Auch wenn es einige Unterschiede gibt, sind die sichersten Erkennungsmerkmale die Geschlechtsteile der Krebse. Diese werden sichtbar, wenn ein Krebs in der Hand genommen und auf den Rücken gehalten wird. Beim Männchen ist das dreieckige Gonopoden als zwei Griffel im Bereich zwischen Crapax und Hinterleib. Beim Weibchen liegt das Gonoporen als zwei Öffnungen eher an dem Ansatz des zweiten Schreitbeinpaares, beim CPO beim dritten Schreitbeinpaar.

Die Häutung

Krebse sind Krustentiere, die nur wachsen können, wenn sie sich häuten. Auch wenn CPOs und Blaue Floridakrebse als genügsame Allesfresser gelten, ist eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung sehr wichtig. Diese ist die Voraussetzung für eine reibungslose Häutung. Dennoch kann jeder „Butterkrebs“ auch nach seiner Häutung schnell versterben, wenn er zum Opfer anderer Tiere wird.

Vor einer Häutung fressen die Krebse weniger und ziehen sich in Verstecke zurück. Diese muss es reichlich geben. Röhren, Höhlen, Nischen unter Wurzeln, Tontöpfe oder Krebshöhlen aus dem Handel eignen sich. Aber auch das kann nur dann funktionieren, wenn das Becken nicht komplett mit Artgenossen oder anderen räuberischen Tieren überladen ist.

Im Versteck platzt der Panzer zuerst auf und wird dann weiter aufgesprengt, um ihn abzustreifen. Dieses ist für alle Tiere, die ihren Panzer abwerfen, ein Kraftakt. Anschließend bleiben die Krebse in ihrem Versteck, bis ihr frischer Panzer ausgehärtet ist. Erst jetzt sind sie wieder sicher. Bis zu diesem Punkt wären sie als Butterkrebse eine sehr leichte Beute.

Es ist also normal, dass sich ein Krebs für eine Woche zurückzieht und dann wieder auftaucht. Er könnte jedoch krank oder verstorben sein. Es ist nie ein Fehler, die Wasserwerte und Fütterung zu prüfen.

Weitere Ansprüche der Flusskrebse an ihren Lebensraum

Neben den runden kleinen Kiesbrocken und vielen Versteckmöglichkeiten wollen Krebse ein abwechslungsreiches Aquarium. Dieses soll wenigstens zu einer Stelle im eigenen Revier bepflanzt sein und zu einer anderen einen Bereich zum Graben liefern. Außerdem sollten auch ein paar größere Kiesel oder andere schwer verrückbare „Marker“ im Becken liegen. Diese dienen als Grenze zwischen den Krebsrevieren.

Bei der Fütterung darf es durchaus einige Tage Fertig- oder Trockenfutter für Krebse geben. Dieses soll teils pflanzliche und teils tierische Bestandteile enthalten. Dennoch wäre es gut, regelmäßig eine Tiefkühlerbse, ein überbrühtes Gurkenstück oder ein kleines überbrühtes Salatblatt zu geben. Auch etwas Lebendfutter, Frostfutter oder ein getrockneter Mehlwurm bieten Abwechslung. Zudem fressen diese Krebse gerne gesäubertes und getrocknetes braunes Herbstlaub oder ein paar überbrühte Brennnesselblätter.

Wegen der unschönen Reste und der leidenden Wasserwerte ist eine dosierte Fütterung zu empfehlen. Selbst getrocknetes Herbstlaub würde in Massen nur zu einer erheblichen Belastung führen, in kleinen Mengen jedoch durch die Huminsäure die Keimbelastung mindern.

Auch wenn Krebse die meiste Zeit am Boden leben, klettern sie gerne. Die Abdeckung muss deswegen immer dicht schließen. Dennoch könnte es neben den Wasserpflanzen eine hohe Wurzel geben, die vielleicht sogar knapp über der Wasseroberfläche abschließt. Einige Flusskrebse machen gelegentlich einen kleinen Landgang.

Nachzucht

CPOs und auch Blaue Floridakrebse vermehren sich in einem passend eingerichteten Aquarium mit guten Wasserwerten sehr schnell. Es braucht wenigstens ein Pärchen, dann kommt es auch gewollt oder ungewollt zur Paarung.

Die Weibchen tragen ihre Eier im Bauchraum und fächeln frisches Wasser und damit Sauerstoff zu diesen. Unbefruchtete Eier erkennen sie und sortieren diese aus. Um die Gefahr einer Verpilzung zu mindern, können ein paar gesäuberte Erlenzäpfchen in das Wasser gelegt werden.

Nach der Entwicklung schlüpfen bei beiden Arten voll entwickelte Krebse, die noch einige Tage im Bauchraum der Mutter bleiben. Dann verlassen sie diese und brauchen sehr viel Deckung, um nicht von ihren Eltern oder ihren Geschwistern gefressen zu werden.

Perfekt wäre also, für eine geplante Aufzucht ein weiteres Becken einzurichten. Wer das mit Eiern beladene Weibchen umsetzt, muss sehr vorsichtig sein. Mit Pech gibt dieses die Brut auf und alles ist vergebens. Eine andere Strategie lautet, die balzenden Elterntiere in das Aufzuchtbecken und später zurück zu setzen. Oder alle adulten Krebse werden aus dem Aquarium in ein anderes umgesetzt. Die Jungtiere brauchen ohnehin sehr viel Fläche, um einander aus dem Weg zu gehen. Die Jungkrebse müssen sich ständig häuten und sind mit jeder Häutung sehr leichte Opfer, nicht nur für ihre eigenen Artgenossen.

Die Fütterung ist wie für die adulten Tiere auf pflanzlicher und tierischer Basis zu planen, aber mit vielen kleinen Futterstücken.

Besonderheiten nordamerikanischer Flusskrebse

Krebspest ist selbst vielen Leuten ein Begriff, die kein Aquarium pflegen. Nordamerikanische Flusskrebse können diese haben, ohne zu erkranken. Sie können diese Erkrankung dadurch unmerklich übertragen. Süßwasserkrebse anderer Erdteile erkranken und sterben schnell. Deswegen müssen Nordamerikanische Flusskrebse nicht allein von anderen Krebsen getrennt bleiben. Diese dürfen nicht einmal mit deren Aquarienwasser in Kontakt geraten.

Der dunkle Kies hebt die Farbe noch hervor.
Der Orange Zwergkrebs „CPO“ fällt durch seine leuchtende Farbe vor allem auf dunklem Bodengrund stark auf.

Das logische Fazit wäre, sich bei Krebsen auf Nordamerikanische Flusskrebse zu spezialisieren oder diese generell zu meiden. In keinem Fall dürfen diese Krebse oder deren Aquarienwasser in die Naturgewässer oder den Gartenteich gelangen.

Fazit zum CPO und Blauen Floridakrebs

Viele Krebse sind hübsch anzusehen, aber zugleich unauffällig getarnt. Die Wildformen der CPOs und Floridakrebse sind dieses auch. Die Zuchtformen strahlen hingegen in einem leuchtenden Orange beziehungsweise sattem Blau. Beide Flusskrebse sind einfach in der Haltung, haben jedoch ihre Ansprüche. Ganz ohne Pflege geht es nicht und für Blaue Floridakrebse wird generell das Artenbecken empfohlen, auch dieses muss groß genug sein.

CPOs sind ein Klassiker in der Aquaristik und bereits mit kleinen Aquarien zufrieden. Es wird immer eine Paar- oder Gruppenhaltung empfohlen. Blaue Floridakrebse fühlen sich auch allein wohl und brauchen ansonsten genug Fläche für ihre Revierbildung.

Beide Krebse eignen sich also als Blickfang im Aquarium. Weniger Besatz ist häufig sogar schöner, weswegen sich ein Trend zum Aquascaping etabliert. Wenige CPOs oder ein Blauer Floridakrebs sind im Aquascaping besonders interessant: Im naturnahen Pflanzenbecken gibt es den leuchtenden Krebs, der zum Beobachten einlädt. Nur, dass Blaue Floridakrebse leider auch gärtnerische Aktivitäten entwickeln. Im großen Aquascaping sollte sich das mit robusten Pflanzen verschmerzen lassen.

Banner zur Newsletter Anmeldung

Sei der Erste, der das kommentiert

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.