Deshalb ist Wasserpest gut fürs Aquarium

Neulich habe ich auf National Geographic eine Dokumentation gesehen. Plötzlich dachte ich, Mensch, die Pflanze kenne ich. Dabei handelte es sich um die dichtblättrige Wasserpest. Das coole, die Sendung wurde in den vereinigten Staaten aufgenommen. Bei der Wasserpest handelt es sich um eine Pflanze, die sich auf der ganzen Welt schlagartig vermehrt. Daher hat sie auch ihren Namen. Aber ist sie wirklich eine Pest? Oder kann sie auch eine tolle Aquarienpflanze sein?

Vorkommen und Herkunft

Wie schon angedeutet, ist die Wasserpest auf der ganzen Welt beheimatet. Das aber in der Regel nicht, weil sie schon immer überall wuchs. Denn bei dieser Pflanze handelt es sich um eine sogenannte invasive Art. Tatsächlich stammen die Pflanzen tatsächlich aus Amerika und sind je nach Unterart zwischen Argentinien und Kanada heimisch.

Da die Wasserpest aber keine besonderen Ansprüche an die Wasserqualität stellt, ließ sie sich bereitwillig auch in andere Winkel unserer Erde einschleppen. Lediglich die Wassertemperatur schränkt den Lebensraum etwas ein. In den meisten Fällen ist es der Wasserpest aber ehr zu warm als zu kalt. Bei uns fühlt sie sich vor allem die kanadische Variante richtig wohl, was der Grund ist, weshalb auch in Deutschland viele Gewässer von dieser Pflanze überwuchert werden.

Merkmale

Wasserpest ist eine schnell wachsende Stängelpflanze. Sie wird im Aquarium bis zu 50 cm groß, kann in der Natur aber auch schon einmal bis zu 3 m groß werden. Wer die Pflanze jemals gesehen hat, wird sie immer wieder erkennen. Dafür sorgt die kräftige, hellgrüne Farbe und die dicht sitzenden “Quirle” von Blättern. Diese sitzen alle paar Zentimeter auf dem kräftigen Stängel und sorgen so für einen tollen, krausen Look.

Da man die Pflanze ja auch aus natürlichen Gewässern kennt, hat man zuerst gewisse Vorurteile. Das Auftreten dieser Pflanze in Teichen, Seen und Kanälen verursacht nicht gerade ein positives Bild. Zumindest ich hatte am Anfang etwas Berührungsangst. Denn das Gefühl wenn man sie anfasst ist genau so, wie man es sich vorstellt. Die vielen kleinen Blätter sind erstaunlich fest und haben irgendwie etwas von einem Massageball.

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Die Zellen der Wasserpest unter dem Mikroskop
Die Zellen der Wasserpest unter dem Mikroskop. So zierlich die Pflanze auch aussieht, sie ist sehr robust und stabil.

Außerdem kann die Wasserpest auch Blüten ausbilden. Ich selber hatte noch keine Pflanze die geblüht hat, aber da ich nur abgedeckte Aquarien habe, war mir das bisher auch nicht so wichtig.

Gestaltungsmöglichkeiten

Da die Pflanze bereitwillig sehr groß wird, ist sie nur für den Hintergrund größerer Aquarien geeignet. Dabei kommt sie am besten in einer großen Gruppe zur Geltung. So könntest du zwei bis drei Reihen der der Stängel über etwa 30 bis 40 cm der Aquariumbreite vor der Rückwand setzen. So verdeckt sie deine Rückwand in diesem Bereich teilweise und sorgt so für optisch mehr Tiefe.

Oder du setzt die Gruppe an sich in Szene. Dazu pflanzt du eine ausreichende Menge Stängel in einem Kreis oder Halbkreis mittig im Aquarium oder du nutzt den goldenen Schnitt und pflanzt die Gruppe auf etwa 1/3 der Breite. So eine Gruppe kann aber auch gut in der Ecke stehen. Von hier aus wuchern die Spitzen dicht unter der Wasseroberfläche mit der Strömung in das Aquarium hinein. Ein weiterer Vorteil ist, dass du so auch Technik wie einen Regelheizer oder einen Ansaugkorb verstecken kannst.

Pflege von Wasserpest

Wie weiter oben schon angesprochen, ist die Wasserpest relativ anspruchslos was die Wasserqualität angeht. So wächst sie in den meisten Becken eigentlich fast von alleine. Eigentlich. Denn ich hatte immer Probleme und fragte mich oft, warum so eine einfache Pflanze bei mir nicht wächst. Es gibt tatsächlich noch einige Punkte, bei denen auch diese Art ein paar Ansprüche stellt.

  1. Das erste ist die Temperatur. Die darf nicht zu hoch sein. Ich selber habe immer ungefähr 25°C Wassertemperatur. Das ist für die im Handel übliche “dichtblättrige Wasserpest” Egeria densa zu viel. Die bevorzugt kühlere Temperaturen und ist eigentlich besser für den Teich geeignet. Das Aquarium sollte nicht über Raumtemperatur haben.
  2. Außerdem sollte die Beleuchtung passen. In der Natur treiben die langen Stängel dicht unter der Wasseroberfläche und bekommen da ordentlich Sonne ab. Auch im Aquarium muss ordentlich Licht da sein und einige Ausläufer sollten auch and der Oberfläche direkt unterhalb der Beleuchtung liegen.

Ansonsten sieht die Pflege aus, wie sie von Stängelpflanzen eben aussieht. Die Pflanze wächst und irgendwann ist der Punkt erreicht, an dem es dir reicht. Wenn du es dir einfach machst, kannst du die Stängel einfach abschneiden. Das hat den Vorteil, dass sich in der Nähe der Schnittstelle neue (Seiten)triebe bilden. Dadurch wird die Gruppe kompakter. Hast du Masse genug, solltest du “von unten” schneiden. Also die Pflanze entfernen, den unteren Teil entfernen und den oberen wieder einsetzten. So vermeidest du zu viele neue Triebe und hältst außerdem das Wurzelnetz im Zaum.

Vermehrung

Auch die Vermehrung von Wasserpest ist simpel. Bei der regelmäßigen Pflege fallen ja immer wieder neue Abschnitte an. Setzte diese einfach wieder mit ein. So hast du eine eine neue Pflanze gewonnen.

Dann ist Wasserpest deine Pflanze

Die Wasserpest ist deine Pflanze, wenn du ein großes aber einfaches Aquarium pflegts. Dabei sollte die Wassertemperatur nicht zu hoch sein. Außerdem darf der Lichtbedarf der übrigen Pflanzen, wenn du noch welche hast, nicht zu groß sein. Denn die Wasserpest soll sich auf die Wasseroberfläche legen und dunkelt so das Becken natürlich ab. Ich stelle mir diese Pflanze toll in einem großen Aquarium mit Goldfischen vor.

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