Die positiven Eigenschaften von Erlenzapfen in der Aquaristik

Objekte aus der Natur sind als Aquariendekoration besonders beliebt. Umso besser, wenn diese Gegenstände auch noch einen positiven Effekt auf Wasserqualität und Gesundheit der Bewohner haben. Einen ähnlichen Effekt wie die beliebten Seemandelbaumblätter können auch Erlenzapfen bieten. Diese bringen darüber hinaus aber zwei entscheidende Vorteile mit: Sie sind wesentlich kleiner und passen somit in jedes Aquarium und sie sind in Europa in der freien Natur zu finden.

Auswirkungen auf das Wasser

Erlenzapfen beinhalten Huminsäuren und sind daher in der Lage, den pH-Wert des Wassers zu senken. Das hängt jedoch stark von der Wasserhärte ab. Je niedriger diese ist, umso weiter hinunter können Erlenzapfen den pH-Wert drücken.

Zusätzlich zu den Huminsäuren geben Erlenzapfen auch Gerbstoffe ab und färben damit das Wasser bräunlich bis schwarz. Beide Inhaltsstoffe schaffen also perfekte Voraussetzungen für Fische, die klassisches Schwarzwasser bevorzugen. In saurem und eingefärbten Wasser fühlen sich viele Salmler aus Südamerika, Killifische aus Afrika oder der Schokoladengurami aus Asien wohl. Auch Garnelen schätzen das Milieu, das Erlenzapfen im Aquarium schaffen. Einzig bei Pflanzen musst du aufpassen, dass die Wassertrübung ihnen nicht zu viel von dem lebensnotwendigen Licht nimmt.

Auswirkungen auf die Bewohner

Da Erlenzapfen ein Naturprodukt sind, bildet sich unter Wasser ein Biofilm an ihrer Oberfläche. Diesen grasen Garnelen besonders gerne ab. Du kannst die Zapfen auch gemeinsam mit ihren Ästen ins Wasser geben. Das freut Harnischwelse, die auf Holz in ihrer Ernährung angewiesen sind.

Erlenzapfen haben auch eine nachgewiesene fungizide und antibakterielle Eigenschaft, das heißt sie bekämpfen schädliche Keime wie Bakterien und Pilze und töten damit auch potentielle Erreger ab. Gegen bereits ausgebrochene Krankheiten können auch sie keine Wunderwirkungen erzielen. Bei Pilzerkrankungen wie Flossenfäule oder Maulfäule wirkt sich eine zusätzliche Gabe von Erlenzapfen aber positiv auf die Heilung aus.

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Eine Garnele auf einem Erlenzapfen
Weichwassergarnelen wie diese Red Bee wissen die positiven Eigenschaften von Erlenzapfen zu schätzen.

Ideale Dosierung von Erlenzapfen

Eine allgemeingültige Dosierungsempfehlung zu geben ist praktisch unmöglich. Einerseits hängt es davon ab, was du mit den Erlenzapfen erzielen möchtest, andererseits von deren Zusammensetzung. Erlenzapfen sind ein Naturprodukt und daher nicht einheitlich in ihren chemischen Komponenten. Von Jahr zu Jahr kann die Konzentration an Gerbstoffen stark schwanken und Teile davon werden zusätzlich vom Regen ausgewaschen.

Je nach Wasserhärte, Ausgangssäuregrad und erwünschter Eintrübung musst du dich selber an die richtige Dosierung herantasten. Beginne lieber mit nur einzelnen Erlenzapfen, da diese in manchen Jahren das Wasser sehr stark einfärben und dann schon wenige Stück in einem kleinen Aquarium ausreichen.

Die Zapfen kannst du einfach ins Wasser werfen, egal ob mit oder ohne Ast. Am Anfang werden sie noch schwimmen, aber sobald sie sich mit Wasser vollgesaugt haben, sinken sie zu Boden. Manche Aquarianer lassen sie dort liegen, bis sie von den Bewohnern zersetzt oder zerfressen werden. Das dauert aber mitunter sehr lang und bis dahin haben die Erlenzapfen längst ihre Wirkung verloren. Diese lässt nämlich nach vier Wochen nach und du solltest neue Zapfen ins Wasser geben. Damit sich die Erlenzapfen nicht in deinem Becken anhäufen, kannst du sie in einen Nylonstrumpf packen und damit elegant ins Wasser einsetzen und wieder entfernen.

Bezugsquellen für Erlenzapfen – kaufen oder selber sammeln?

Als natürliches Element geben Erlenzapfen eine besonders schöne Dekoration im Aquarium ab und helfen dabei, ein naturnahes Bild zu erzeugen. Umso schöner, dass die Zapfen auch in Mitteleuropa in der Natur zu finden sind. Sie sind nämlich die Früchte der Schwarzerle und diese findest du am ehesten in der Nähe von Gewässern. Suche aber unbedingt Bäume, die weitab von Straßen und Industrien wachsen, damit deine Erlenzapfen nicht mit chemischen Verunreinigungen in dein Becken gelangen.

Die Zapfen sind die weiblichen Früchte der Schwarzerle und im Frühling und Sommer noch grün. Ernten möchtest du sie aber erst, wenn sie bereits komplett braun und ausgetrocknet sind. Das ist im Herbst und Winter der Fall. Du kannst sie direkt von den Bäumen pflücken oder vom Boden aufsammeln. Lass die Zapfen noch eine Weile in der Sonne trocknen, bevor du sie für die nächsten Monate einlagerst. Auskochen solltest du vermeiden, da dies die wertvollen Inhaltsstoffe aus den Erlenzapfen entfernt. Am besten legst du dir einen Vorrat bis zur nächsten Sammelsaison zu.

Erlenzapfen am Baum
So sehen Erlenzapfen in der Natur aus. Du hast bestimmt auch schon welche gesehen.

Falls in deiner Gegend keine Erlen wachsen oder du einfach nicht zum Sammeln kommst, kannst du Erlenzapfen auch im Aquaristikhandel beziehen. Da die Bäume in Europa wachsen, ist der Preis in der Regel auch nicht allzu hoch. Durch den kürzeren Transportweg sind Erlenzapfen daher eine umweltfreundlichere Alternative zu Seemandelbaumblätter. Denselben Vorteil haben sie gegenüber dem ähnlich wirkenden Torf, dessen Gewinnung Moore empfindlich schädigt.

Schlusswort

Für den umweltbewussten Aquarianer mit kleinem Geldbeutel sind Erlenzapfen das ideale Mittel, um ein wohliges Schwarzwasserfeeling ins eigene Wohnzimmer zu transportieren. Sie verbessern nicht nur die Wasserqualität, sondern haben auch gesundheitsfördernde Eigenschaften, die deinen Fischen zu Gute kommen. Manche deiner Bewohner haben die kleinen Zapfen auch zum Fressen gern. In einem naturnah eingerichteten Aquarium spricht daher nichts gegen die Einbringung von Erlenzapfen.

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