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Diese 4 Wasserwerte solltest du unbedingt kennen

Das Labor aus klassischen Tropfentests ist wesentlich umfangreicher und zeitintensiver. Allerdings umfasst es in der Regel auch andere Elemente.

Das Labor aus klassischen Tropfentests ist wesentlich umfangreicher und zeitintensiver. Allerdings umfasst es in der Regel auch andere Elemente.

Als ich mein erstes Aquarium eingerichtet hatte, wollte ich nichts falsch machen. Also war ich gefühlt jede Woche bei meinem Händler und habe dem Löcher in den Bauch gefragt. Das war für mich die einzige Informationsquelle. Das Internet, wie wir es heute kennen, gab es nämlich noch nicht. Gott sei Dank. Denn wenn ich heute mal in das eine oder andere Forum sehe, sehe ich keine Hilfestellungen. Nur Vorwürfe und Rückfragen. Die meisten Posts sind “Sag erst mal deine Wasserwerte” oder “Kauf dir einen Testkoffer”. Heute möchte ich dir daher einmal beschreiben, welche Werte du kennen musst und warum sich ein Testkoffer für dich vermutlich nicht lohnt.

Du brauchst keinen Testkoffer

Oft hört man direkt die Aufforderung, sich einen Testkoffer zu kaufen. Dann liest man, dass einige Tests fehlen, worauf es dann heißt, man hätte den falschen Koffer gekauft. So viel zur Fern-Beratung über Facebook-Gruppen. Der Grund für solche Fehlkäufe ist aber ganz einfach: so ein Testkoffer ist auf die Bedürfnisse von Profis zugeschnitten und bildet den Testumfang für bestimmte Bereiche der Aquaristik ab. Ich selber hatte auch schon den einen oder anderen Koffer und habe die hälfte der Tests nicht genutzt.

Vor allem gibt es auch viele Wasserwerte, die zwar wichtig sind und die man kennen sollte, die sich aber nicht verändern. Einen Wert, der immer konstant ist, brauchst du nicht ständig messen. Dann gibt es die Werte, die du aktiv beeinflusst. Diese Werte musst du immer im Auge behalten. Aber weiß der Hersteller des Testkoffers, an welchen Werten du rumschraubst? In meinem Fall anscheinend nicht. Daher kaufe ich die Tests, die ich regelmäßig durchführe, einzeln. Und die Härtewerte kennt mein Wasserversorger.

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Diese Wasserwerte sind in deinem Aquarium wichtig

Es gibt also ein paar Werte, die du einmal kennen muss. Einmal kennen kann auch bedeuten, dass du den Test anfangs ein oder zwei Mal beim Händler überprüfen lässt. Andere Werte beeinflusst man aktiv. Solche Werte solltest du selber regelmäßig überwachen. Denn immer wenn du etwas veränderst, solltest du auch wissen, was du tust. Inwieweit du in dein Aquarium eingreifst, hängt davon ab, was für eine Art Aquarium du betreibst.

Im Gesellschaftsaquarium

Das Gesellschaftsaquarium ist bezüglich der Wasserwerte wohl der unempfindlichste Typ. Was hier aber wichtig ist, ist, dass alle gepflegten Tiere und Pflanzen zusammen passen. Die wichtigsten Werte, an denen du das festmachen kannst, sind die Wassertemperatur, die Gesamt- und Karbonathärte sowie der Säuregrad.

Die unterschiedlichsten Thermometer sind für die Messung der Wassertemperatur geeignet.

Bezüglich der Auswahl von Pflanzen ist auch noch wichtig zu wissen, wie stark deine Beleuchtung ist. Denn die ist erst mal der limitierende Faktor bei den zur Verfügung stehenden Nährstoffen. Bei ausreichender Beleuchtung kannst du auch noch den CO2-Gehalt gezielt etwas anheben. Die meisten Pflanzen, die für ein Gesellschaftsaquarium infrage kommen, stellen aber keine weiteren Anforderungen. Sonstige Nährstoffe werden durch Futterreste und Fischausscheidungen ausreichend zur Verfügung gestellt.

Im Gesellschaftsaquarium solltest du also die Wassertemperatur und gegebenenfalls den CO2-Gehalt und den pH-Wert überwachen. Die Gesamthärte und die Karbonathärte erfährst du von deinem Wasserversorger oder du lässt sie ein paar Mal von deinem Händler überprüfen, um heraus zu finden, ob deine Einrichtung diese Werte beeinflusst.

Im Pflanzenaquarium

Pflegst du nur Pflanzen in einem klassischen “Holland”- oder einem modernen “Natur”-Aquarium, sind die Härtewert, die Temperatur und der Säuregrad ehr zweitrangig. Viele Pflanzen bevorzugen aber weiches und leicht saures Wasser. Von daher solltest du aber wissen, in welche Richtung dein Wasser diesbezüglich tendiert. Auch die Zugabe von CO2 senkt den pH-Wert, was du auf jeden Fall im Hinterkopf behalten solltest. Ob das ein Grund ist, den pH-Wert regelmäßig zu messen, sei dahingestellt.

Wenn du viele Pflanzen und keine oder nur wenige Fische pflegst, wirst du aber auf jeden Fall Dünger zugeben und eine starke Beleuchtung haben müssen. Damit beeinflusst du sehr viele Werte aktiv und das nicht nur unerheblich. Alle Nährstoffe, die du zugibst, solltest du auch überwachen. Wenn sich irgendwann alles eingespielt hast, hast du vieles im Gefühl. Dennoch solltest du hin und wieder mal selber eine Kontrollmessung machen.

Die Tests, die du hierfür vorhalten solltest, sind die für Eisen, Nitrat, Phosphat und Kalium. Über den Dauertest für CO2 brauche ich wohl nichts zu sage. Der ist obligatorisch.

Die Reagenzflüssigkeit verfärbt sich entsprechend des CO2 Gehaltes im Aquariumwasser. Grün ist perfekt, blau zu gering und gelb zu hoch.

Im Biotopaquarium

In einem Biotopaquarium stellst du ein mehr oder weniger kleines Biotop nach. Die hier lebenden Tiere und Pflanzen sind auch ein spezielles Wasser und Licht gewöhnt. Wenn du so ein Aquarium einrichtest, weißt du, welche Licht- und Wasserwerte du schlussendlich haben möchtest und wie du sie einstellen kannst. Auch hier gilt, alles was du aktiv veränderst, solltest du regelmäßig überprüfen. Die markantesten Werte in diesem Bereich sind die Karbonathärte und der pH-Wert.

Auch hier gilt, dass die Härte- und Säuregrade relativ stabil sind. In der Regel kannst du bei der Zugabe von Aufhärtesalz in Leitungswasser oder Osmosewasser relativ gut rechnerisch ermitteln, wo die eingestellten Werte landen. Anders sieht es aus, wenn du zum Beispiel Schwarztorf einsetzt. Dadurch wird sowohl der pH-Wert als auch die Karbonathärte reduziert. Um hier nicht über das Ziel hinaus zu schießen und einen Säuresturz zu riskieren, solltest du pH-Wert und Karbonathärte regelmäßig kontrollieren.

Aus Osmosewasser lässt sich leicht weiches Wasser für das Aquarium Herstellen. Durch dieses Spezialsalz wird die Gesamthärte und die Karbonathärte im Verhältnis 1,0 : 0,06 erhöht. Ein Messlöffel reicht für 20 Liter.

Für diesen Aquariumtyp kommt es also stark darauf an, welches Biotop du nachstellen möchtest und in welche Werte du dafür eingreifen musst. Tests für die Karbonathärte und den pH-Wert sind hier aber bei den meisten Biotopen notwendig. Auch die Temperatur ist bei diesem Typ sehr wichtig und sollte täglich überprüft werden.

Um diese 4 Werte kommt niemand drum herum

Egal welche Art von Aquarium du betreibst, es gibt vier Werte, die du auf jeden Fall kennen musst. Dabei handelt es sich um den pH-Wert, die Gesamthärte, die Karbonathärte und die Wassertemperatur. Je nachdem, inwieweit du Werte beeinflusst, reicht es aber oft aus, die Werte vom Wasserversorger zu erfragen oder gelegentlich einen Test vom Händler durchführen zu lassen.

Du fragst dich jetzt, warum ich nicht Nitrit mit aufgelistet habe? Während der Einlaufphase kommt es zu einem starken Anstieg des Nitritwertes. Das weiß man. Und wenn sich die Bakterienkulturen eingespielt haben, sinkt der Wert wieder. Entweder hat man genug Zeit, diesen Nitritpeak sicher abzuwarten, oder man lässt den Wert mal beim Händler prüfen. Wenn man jetzt keine Fehler macht und das Aquarium behutsam besetzt, bleibt der Nitritwert auch sehr niedrig. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich Nitrit das letzte Mal überprüft habe. Für mich ist das mittlerweile ein Test für ungeduldige.

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