Das gefleckte Dornauge

Pangio kuhlii

Dornauge im Aquarium
Kuhli Loach resting on sandstone in an aquarium.

Kaum ein Fisch begleitet mich seit so früher Jugend wie des gefleckte Dornauge. Immer wenn mein Vater ein neues Aquarium eingerichtet hatte, hieß es früher oder später “und noch ein Dornauge”. Nicht ganz ohne Grund. Denn Pangio kuhlii gehört zu den wohl auffälligsten Fischen die dazu auch noch recht einfach gehalten werden können. Für mich Grund genug, hier einmal zu schreiben was diese Art so besonders macht, und was du bei der Haltung beachten solltest.

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Informationen über die Familie

Die Gattung der Dornaugen gehört zur Familie der Steinbeißer und somit zur Unterordnung der Schmerlenartigen. Dieser Familie verdanken Sie ihr besonderes Aussehen. Insbesondere aufgrund des langestreckten Körpers mit rundem Querschnitt erfreuen sie sich großer Beleibtheit in der Aquaristik. Ihren deutschen Namen tragen die gefleckten Dornaugen aber vor allem wegen des Dorn der sich in einer Hauttasche unter jedem Auge verbirgt. Dieser Dorn gehört zu den Merkmalen aller Steinbeißer und kann durch Muskeln ausgeklappt werden. Im Aquarium ist dieser Dorn vor allem für die Tiere selbst gefährlich. Nämlich dann, wenn du sie mit einem Netz einfangen willst. Hier kann sich der Dorn verfangen und das Auge verletzten.

Herkunft des Dornauge

Natürliche Vorkommen findest du in Südostasien. Genauer gesagt in Thailand, Malaysia, Singapur, Sumatra, Java und Borneo. Vorwiegend findest du sie hier in dicht bewachsenen aber dennoch fließenden Gewässern. Hier finden die Tiere einen weichen Boden der aus Mulm oder Sand bestehen kann, in dem sie gefahrlos gründeln können. Auch bieten das Dickicht durch die Pflanzen und Wurzeln einen guten Schutz. Da Dornaugen dämmerungsaktiv sind, mögen sie kein zu starkes Licht. Außerdem sind sie recht scheu, weshalb ihnen auch im Aquarium die Sicherheit durch dichte Pflanzen gegeben werden sollte.

Im Aquarium solltest du auch eine ausreichend große Gruppe pflegen. Denn auch in der Wildnis wurden bereits sehr große Gruppen gefunden. Und im Team fühlt man sich doch immer stärker.

Merkmale und Geschlechtsunterschiede

Das Dornauge fällt vor allem durch den aalartigen Körper auf. Mit diesem langen und runden Körper erinnert es fast an eine Schlange. Ich selber habe diese Tiere als Kind immer für Wasserschlangen gehalten. Aber auch die Farbgebung fällt ins Auge. Die Grundfarbe ist ein Gelbton. Darauf befinden sich jedoch zahlreiche dicke Streifen bzw. Flecken in einem deutlich dunklerem Braunton. Ein sehr schöner Kontrast, der den Eindruck einer Schlange nicht gerade schmälert.

Da Dornaugen Bodenbewohner sind, ist auch ihre Kopfform typisch. So ähnlich wie bei Welsen ist das Maul unterständig und wird von Barteln umgeben. Hinzu kommt hier aber noch das Namensgebende Dorn untern jedem Auge. Um das zu erkennen, musst du aber schon sehr genau hinsehen.

geflecktes Dornauge im Schutz der Dunkelheit
Pangio Kuhlii auf einem Stein im Schutz der Dunkelheit. Dornaugen sind nacht- und dämmerungsaktiv und sind daher vor allem Abends zu sehen.

So markant das Aussehen auch ist, die Geschlechtsunterschiede sind es nicht. In der Regel werden beide Geschlechter etwa acht bis zehn Zentimeter lang. Tendenziell ist aber das Weibchen etwas fülliger, das Männchen kräftiger gefärbt. Falscheinschätzungen sind da dennoch vorprogrammiert.

Wie sich das Dornauge wohl fühlt

Auch wenn der Mergus das Dornauge immer noch für einen Einzelgänger hält, es sprechen immer mehr Quellen von einer Gruppenhaltung. Und die solltest du auch anstreben. Das bedeutet aber auch, dass du etwas Platz haben musst. Die klassische Empfehlung von 60 cm Kantenlänge für eine Gruppe von zehn Zentimeter langen Fischen halte ich schon für recht sportlich. Denn du darfst auch nicht vergessen, Dornaugen lieben Verstecke. Versuche mindestens so viel Verstecke zur Verfügung zu stellen, wie du Tiere pflegst. Und die musst du natürlich irgendwo unter bekommen.

Besonders wichtig ist auch der Boden, da sich die Tiere hier den ganzen Tag drauf aufhalten. Und er wird nach Futter abgesucht. An Kies würden die Tiere sich die Barteln verletzten. Also ist der Raus. Ideal ist Sand auf dem auch ruhig mal etwas Mulm oder Laub liegen darf (soll jetzt nicht heißen, dass du dein Aquarium verdrecken lassen sollst). Aber auch ganz feines Soil ist bestimmt noch in Ordnung.

Letzteres hat auch den Vorteil, dass dadurch das Wasser etwas angesäuert wird. Denn das soll mit einem pH-Wert von 6,5 bis 7 und einer Gesamthärte von 6 bis 10 °dH leicht sauer und recht weich sein. Je nach Leitungswasser kannst du das vielleicht mit aktivem Bodengrund und einer CO2 Düngung hinbekommen. Versuch aber nicht um biegen und brechen durch CO2 den pH-Wert zu senken. Dafür ist das nicht da und die Tiere tolerieren auch etwas höhere Werte.

Füttern solltest du am besten abends. Zu dieser Tageszeit sind Dornaugen am aktivsten. Dann wird auch eigentlich alles an Futter angenommen. Ein Grund mehr für dich darauf zu achten was du gibst. Denn die natürliche Nahrung ist sehr proteinreich und besteht hauptsächlich aus Insektenlarven. Lebendfutter aus Tubifex stellen daher eine ideale Basis dar.

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Sozialverhalten und Vergesellschaftungsmöglichkeiten

Auch wenn der Mergus das Dornauge als einzelgängerisch beschreibt, die wenigsten Fische sind wirklich Einzelgänger. So auch das gefleckte Dornauge. Wie oben bereits beschrieben wurden in der Natur schon sehr große Gruppen gefunden. Und auch im Aquarium zeigt sich, dass Gruppen von sechs bis zehn Tieren bereits ein ganz anderes Verhalten zeigen als kleinere Gruppen oder sogar einzeln gehaltene Tiere. Einzelne Tiere wirst du wohl kaum zu sehen bekommen da sich den ganzen Tag lang verstecken. In einer Gruppe trauen sich die dämmerungsaktiven Tiere aber schon viel früher raus und sind deutlich aktiver und sicherer. Aber auch die Ruhezeiten verbringen Dornaugen gerne zusammen in Höhlen und Verstecken.

Da Dornaugen selber keinen anderen Tieren nachstellen musst du bei der Vergesellschaftung nur darauf achten, dass keine anderen Tiere deine Dornaugen belästigen könnten. Das machen auf jeden Fall andere Bodenbewohner wie der Metallpanzerwels oder Zwergkrebse wie der CPO. Auch diese Tiere sind zwar nicht grundsätzlich aggressiv, aber sie sind halt da. Und das schüchtert Dornaugen ein und sorgt dafür, dass sie zurückgezogen und versteckt leben werden. Du solltest also keine weiteren Bodenbewohner einplanen.

Fische in den höheren Wasserregionen sind durchaus in Ordnung. Auch wenn Dornaugen deutlich bessere Fresser sind als zum Beispiel Panzerwelse, solltest du aber dennoch darauf achten, dass auch unten noch genug Futter ankommt. Auch wenn sich aufgrund der Herkunft und der Wasserwerte vielleicht die Sumatrabarbe anbietet, diese aggressiven Fresser gehen auch an Fressen, was auf dem Boden liegt. Damit sind sie eine unmittelbare Nahrungskonkurrenz. Denk lieber über gemütlichere Tiere dieser Gattung nach. Keilfleckbarben passen auch sehr gut und lassen zumindest das Futter in Ruhe, was bis auf den Grund gefallen ist.

Zucht von Dornaugen

Eine gezielte Zucht ist meines Wissens noch nicht gelungen. Lediglich zufällige Nachzuchten sind bekannt. Dabei sollen die Tiere zu zweit in eine Höhle geschwommen sein. Wenn du es drauf anlegst, solltest du solche Bedingung auch zur Verfügung stellen. Es gibt aber auch Berichte, dass die Tiere in den Filter geschwommen sind, wo dann auch die Jungtiere geschlüpft sind. Hier zeigt sich noch mal, wie wichtig eine Strömung im Aquarium ist. In der Natur leben die Tiere in strömenden Gewässern und schwimmen zur Paarung wohl stromaufwärts. Vielleicht hilft eine Strömungspumpe bei der Zucht.

Ein echter Blickfang

Wir brauchen wohl nicht darüber streiten, dass Dornaugen ein echter Blickfang sind. Und auch als Anfänger kannst du sie schon recht gut halten. Wichtig dabei ist, dass dein Aquarium schon mindestens 54 Liter Volumen hat. Und, dass deine anderen Pfleglinge ruhige Zeitgenossen sind. Denn die Wasserwerte wirst du hin bekommen. Die größte Gefahr für Dornaugen geht von Futterneidern aus.

Wenn du diese einfachen Bedingungen erfüllst, wirst du sicherlich Spaß an diesem außergewöhnlichem Tier haben. Schreib mir doch in die Kommentare ob du schon Dornaugen pflegst und was dir an ihnen besonders gut gefällt.

*Letzte Aktualisierung am 1.12.2022 um 02:38 Uhr Bei diesen Links handelt es sich um bezahlte Werbung.

5 Kommentare

  1. Danke für die umfangreichen Informationen zu Dornaugen. Wir wollen mit Aquaristik anfangen und Dornaugen sollen unbedingt ins Aquarium. Der Rest wird passend zu den Dornaugen ausgewählt.

  2. Ich habe mir gestern Dornaugen zugelegt und habe gelesen dass diese sehr scheu und ruhig sind und sich auf dem Boden aufhalten. Meine sind jedoch das genaue Gegenteil sie schwimmen praktisch pausenlos im oberen bis Mittleren Teils des Aquariums.

  3. Schöne Zusammenfassung des Tieres und detaillierte, aufschlussreiche Informationen zu dem Fisch. Ich wollte jedoch eine Sache zum Dornauge nochmals vertiefen, es wurde im Beitrag schon angesprochen, diese Tiere sind sehr gute Schwimmer und können sich zudem in jede noch so kleine Ritze zwingen. Ich selbst beherberge 6 dieser tollen Tiere in meinem Lido 120, einem Juwel Aquarium mit einem Bioflow M Filtersystem, indem die Tiere ein leichtes haben in den Filter hineinzukommen. Die Bauweise des Filters lässt jeglichen Kontakt mit Fisch und Impeller zwar nicht zu, jedoch füttere ich das Tier das im Filter ist logischerweise nicht mehr mit. Der Filter hat auch schon den Filtergrid der eigentlich verhindert das selbst kleine Garnelen in das System eindringen können. Dornaugen jedoch sind so gute Schwimmer das ihnen die 300 L/h Filterleistung nichts ausmacht und sie sich locker durch den Auslass in das Filterinnere hineinwagen können. Was ich also sagen will ist das wenn man Dornaugen besitzt und auch jeden Tag ins Becken schaut, dass man vor allem in dem ersten Monat alle seine Tiere zählt, oder vorab einen Filter hat der ein Eindringen unmöglich macht.

    Sonst sind die Tiere sehr ausgeglichen und liebenswert, nur vergesst eben nicht ab und an euren Filter zu kontrollieren, damit ihr immer sicher seid das es allen Tieren gut geht.

    Enrico C

  4. Nun ich kann dieses Verhalten auch manchmal bei meinen Tieren beobachten, sie sind sehr affin was Änderungen an ihr Umfeld angeht. Beispielsweise, wenn ich die anderen Tiere im Becken füttere und die Dornaugen am Vortag nichts bekommen haben, die kleinen huschen da teilweise zwischen den schwimmenden Fischen durch um was zu ergattern. Auch kann dies an einem geringen sättigungswärt von Sauerstoff im Wasser liegen, auch hier reagieren die Tiere sofort und schwimmen hastig die Scheibe auf und ab. Auch kann ich dieses Verhalten bei mir beobachten, wenn ich den Filter zur Reinigung des Beckens abschalte. Hier ist es genau das selbe die Tiere kommen raus merken, dass die Strömung fort ist und wuseln nur noch rum, bis der Wasserwechsel durch ist.

    Messe doch mal deine O2 Werte oder setz vor deinen Filter eine Sauerstoffauslass, wenn die Tiere trotzdem so hastig rumschwimmen ist das sehr untypisch und auf keinen Fall normal.

    MfG Enrico C.

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