Fünf Dinge die du mir nicht nachmachen solltest

Jeder fängt mal klein an. Und in dieser Zeit macht jeder Fehler. In diesem Beitrag zeige ich die fünf Dinge, die ich zu Anfang nicht richtig gemacht habe. Natürlich hoffe ich dabei, dass du von mir lernst und diese Fehler nicht begehst. Aber ich kenne ja mich und ich weiß, wie ich mit Ratschlägen umgehe. Deshalb kann ich es dir nicht verdenken, wenn du deine Fehler selber machen willst. Aber wenn du merkst, dass etwas aus dem Ruder läuft, schau mal, ob nicht einer der folgenden Punkte die Ursache sein könnte.

Zu viele Arten in einem Becken

Was ist das in einem Zoogeschäft schön. All die schönen Fische. Und die schönsten sucht man sich aus. Einen von denen, einen von den anderen. So kenne ich das noch von ganz früher. Dann hieß es aber irgendwann, “das ist ein Gruppenfisch”. Ok. Dann eine Gruppe von denen, eine Gruppe von den anderen. Kann klappen. Vor allem wenn man ein großes Aquarium hat können viele Arten sogar in Symbiose leben.

Gerade der Anfänger der vermutlich noch ein recht kleines Aquarium hat, kann mit dieser Zusammenstellung der Arten schnell überfordert sein. Und der Händler ist dabei nur bedingt eine Hilfe. Ich hatte ganz oft das Problem, dass eine Art von einer anderen gestresst wurde. Oder sogar durch unterschiedliches Fressverhalten einige Fische gar nicht mehr genug Futter bekommen hatten. Es gibt so vieles zu beachten, wenn man unterschiedliche Arten kombinieren will.

Heute gehe ich auf Nummer Sicher und pflege fast nur noch Artenbecken. Und das ist auch für den Anfang das einfachste. Also lieber eine größere Gruppe einer Art, als kleine Gruppen von zwei Arten.

Moosbarbe an Futtertablette
Diese Futtertablette war eigentlich für die Panzerwelse bestimmt. Mit Moosbarben im Aquarium haben diese kein einfaches Leben.

Nie mit den Wasserwerten zufrieden sein

Zwei Arten bedeuten möglicherweise auch unterschiedliche Anforderungen an die Wasserqualität. Aber auch wenn du nur eine Art pflegst, verbeiß dich nicht in die Wasserwerte. Ich wollte es meinen Fischen damals so schön wie möglich machen. Das ist auch ein lobenswertes Ziel. Aber zu welchem Preis? Mir war mein Leitungswasser immer zu basisch. Ich hatte nämlich irgendwo gelesen, dass meine Tiere leicht saures Wasser mögen. Und so kam da Schwarztorf Granulat und Schwarztorf Extrakt mit rein. Bis es braun war. Und die Karbonathärte im Keller. Das Pülverchen um die Karbonathärte wieder anzuheben, hat dann auch den pH-Wert wieder angehoben.

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Wenn du also mit Leitungswasser arbeitest, sei zufrieden mit dem was du hast. Das Leitungswasser kannst du nur bedingt verändern. Und da alle Werte sich irgendwie bedingen, veränderst du immer nicht nur einen. Oft holst du dir an einer anderen Stelle neue Probleme rein, wenn du eins versuchst zu beheben.

Pflanzen nicht düngen

Pflanzen düngen? Ist doch was für Profis! Wenn ich die Pflanzen dünge, muss ich auch häufiger schneiden. So habe ich gedacht. Dann musste ich irgendwann überhaupt nicht mehr schneiden. Sah aber auch nicht schön aus. Genau wie unsere Tiere Nahrung benötigen, benötigen unsere Pflanzen Nährstoffe. Deshalb ist es nicht nur etwas für Profis seine Pflanzen zu düngen. Zumindest einen Basisdünger kann jeder zugeben. das ist nicht schwer.

Drei schwarze Flaschen mit aufeinder abgestimmten Dünger
Systemdünger bieten die Möglichkeit die Düngung von Aquariumpflanzen auf die speziellen Anforderungen des eigenen Beckens zuzuschneiden. Für den Anfang reicht es aber, wenn du mit einem Basisdünger überhaupt etwas tust.

Einseitige Fütterung

Das was für deine Pflanzen der Basisdünger ist, ist für deine Fische das Hauptfutter. Damit bist du schon mal ganz weit vorn. Aber du willst doch nicht nur Fritten fressen! Warum sollen also deine Tiere immer nur das gleiche bekommen? Nicht nur, dass das auf Dauer langweilig ist, du riskierst auch eine Mangelernährung. Sollte die Zusammenstellung des Futters nicht genau den Bedürfnissen deiner Tiere entsprechen, fehlt der eine oder andere Nährstoff. Oft erkennst du das daran, dass die Fische Pflanzen anknabbern. Oder sich gegenseitig. Je nach dem welche Nährstoffe fehlen.

Dem kannst du mit ein bisschen Abwechselung ganz leicht aus dem Weg gehen. Kaufe einfach zwei unterschiedliche Futter und füttere sie im Wechsel. Oder du gibst zu deinem Hauptfutter noch spezialisierte Ergänzungsfuttermittel. Das wird bei Garnelen gerne gemacht. Habe ich auch schon mal was drüber geschrieben.

Und vor allem solltest du auf die Bedürfnisse deiner Art eingehen. Es gibt unheimlich viele Nahrungsspezialisierungen. Die solltest du kennen. Für die meisten Spezialisierungen gibt es auch passendes Futter. Also keine Carnivoren mit Spirulina füttern oder Linmivore mit Mückenlarven.

Weiße Mückenlarven in ihrem Verkaufsbeutel. Lebendfutter für Zierfische.
Weiße Mückenlarven bieten den meisten Zierfischen eine willkommene Abwechselung. Allerdings solltest du sie nur füttern, wenn deine Fische auch “Fleischfresser” sind.

Die richtige Lichtmenge nicht kennen

Das Licht. Damals waren das noch T5-Röhren. Und die waren an oder aus. Darüber war ein weißer “Reflektor”. Ich nenne das Ding jetzt einfach mal so. Das diese Lampen mit der Zeit dunkler wurden und ausgetauscht werden mussten habe ich schnell gemerkt. Aber wie viel Licht brachten die tatsächlich? Das kann ich ehrlich gesagt bis heute nicht sagen. Es gab Faustformeln die heute wohl jeder vergessen hat. Damals hat man noch nicht über Lumen sondern über Watt gesprochen. Und die Hälfte davon ist nach oben verloren gegangen.

Dann wurden noch die Pflanzen gekauft wie oben bei den Fischen beschrieben. Nach Schönheit. Ohne auch nur darüber nachzudenken welche Anforderungen die Pflanze haben könnte. Das kann nicht funktionieren. Spätestens wenn eine lichtbedürftige Pflanze im Schatten einer anderen steht, ist Ende. Nichts wächst mehr. Aber alles wuchert. Und man weiß nicht warum.

Licht ist der wichtigste Nährstoff für Pflanzen. Es ist nicht schlimm wenig davon zu haben. Aber dem muss man sich bewusst sein. Wenn dein Licht schlecht ist, brauchst du dir keine Gedanken über CO2 oder Nitrodünger machen. Aber auch nicht um die ganz tolle und anspruchsvolle Pflanze. Dann bleib bei Anubias und Co. Hast du aber viel Licht, dann solltest du deinen Pflanzen auch alle anderen Nährstoffe in ausreichender Menge zur Verfügung stellen.

Mit einem Reflektor kann die Lichtausbeute einer T5-Leuchtstofflampe verdoppelt werden.
Mit einem Reflektor kann die Lichtausbeute einer T5-Leuchtstofflampe verdoppelt werden.

Menschen machen Fehler

So. Jetzt habe ich mich geoutet und meine heimlichen Fehler preisgegeben. Ich hoffe, du nimmst sie dir zu Herzen und machst sie mir nicht nach. Aber vielleicht hast du ganz andere Erfahrungen und Fehler gemacht. Nutze die Gelegenheit und schreibe sie in die Kommentare.

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