Glühlichtsalmler als Basis des Südamerika-Aquarium

Letzte Aktualisierung am 9. November 2019

Kaum ein Gesellschaftsbecken kommt ohne einen friedlichen Schwarmfisch für die mittlere Region aus. Häufig wird zu diesem Zweck zu den kleinen, farbenfrohen Salmlern Südamerikas gegriffen. Einer der schönsten Fische aus dieser Familie ist der Glühlichtsalmler (Hemigrammus erythrozonus), der schon seit den Anfängen der Aquaristik im frühen 20. Jahrhundert gepflegt wird. Egal ob du den Glühlichtsalmler als optischen Kontrast zu großen Einzelfischen halten möchtest, oder ob du ihn in einem Artaquarium so richtig zum „Glühen“ bringst – in diesem Beitrag erfährst du alles rund um seine Haltung.

Informationen über die Familie

Der Glühlichtsalmler gehört zur Familie der Echten Salmler, der Characidae. Die Familie bewohnt in über 1000 Arten ausschließlich die tropischen und subtropischen Gebiete des amerikanischen Kontinents. Man findet Characidae von Texas bis ins nördliche Argentinien. Afrikanische Salmler hingegen bilden eine eigene Familie.

Die meisten Echten Salmler sind klein und bunt, weswegen sie sich in der Aquaristik großer Beliebtheit erfreuen. Sie haben alle eine Fettflosse, eine große Afterflosse und eine gegabelte Schwanzflosse. Trotz ihrer Größe sind viele Salmler eigentlich Raubfische und daher mit spitzen Zähnen ausgestattet.

Zwar lautet der wissenschaftliche Name des Glühlichtsalmlers Hemigrammus erythrozonus, aber die Zugehörigkeit in die Gattung wird schon seit vielen Jahren diskutiert. Andere beliebte Aquarienfische aus der Gattung Hemigrammus sind beispielsweise der Rotmaulsalmler (Hemigrammus rhodostomus) oder der Schlusslichtsalmler (Hemigrammus ocellifer). Mit einer Revision dieser großen Gattung kann aber jederzeit gerechnet werden.

Herkunft des Glühlichtsalmler

Der Glühlichtsalmler ist nur im Fluss Essequibo und dessen Einzugsgebiet zu finden. Die 1000km Länge des Essequibos befinden sich vollständig in Guyana, wo er im Norden des Landes auch ins Meer fließt. Durch die Nebenflüsse erstreckt sich das Verbreitungsgebiet des Glühlichtsalmlers auch auf die Nachbarländer Venezuela und Surinam.

Heute wird aber kein Glühlichtsalmler mehr aus der Natur entnommen. Praktisch alle Tiere im Handel stammen aus Nachzuchten, meist sogar aus Europa oder direkt aus Deutschland. Im Handel werden deutsche Nachzuchten mit dem Zusatz DNZ gekennzeichnet. So auch bei Garnelio.

Merkmale und Geschlechtsunterschiede

Der Glühlichtsalmler wird ca. 4 cm lang. Wie bei Salmlern üblich, sind die Weibchen meist ein wenig größer und fülliger, die Männchen hingegen schlanker gebaut. Die Grundfarbe des Körpers ist graubraun bis olivgrün, worauf sich rote Akzente setzen, die bereits im wissenschaftlichen Namen Hemigrammus erythrozonus stecken. Der Artname nämlich bedeutet nichts Anderes als „roter Strich“. Dieser zieht sich in leuchtendem Rubinrot vom Kiemendeckel bis zur Schwanzflosse an der Seite des Fisches entlang. Auch die obere Hälfte der Iris sowie die Vorderkante der Rückenflosse erscheinen in markantem Rot.

Glühlichtsalmler vor grüner Bepflanzung
Durch den roten Streifen bilden Glühlichtsalmler einen schönen Kontrast zur grünen Bepflanzung im Aquarium.

Futter und Wasserwerte für den Glühlichtsalmler

Wie die meisten südamerikanischen Fischarten fühlt sich auch der Glühlichtsalmler in weichem und saurem Wasser besonders wohl. Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 7 liegen, die Gesamthärte am besten unter 10°. So richtig zur Geltung kommt der namensgebende glühende Strich in schattigen Lichtverhältnissen. Diese erreichst du am besten mit einer Schwimmpflanzendecke und mit Wasser, das von Torf oder Erlenzapfen eingefärbt wurde. Ein dunkler Bodengrund und viel Einsatz von Holz verstärken diesen Effekt noch.

In der freien Natur besteht die Hauptnahrung von Salmlern aus kleinen Wirbellosen wie Insektenlarven oder Wasserflöhe. Willst du deinen Tieren etwas Gutes tun, gibst du ihnen auch möglichst häufig Lebendfutter zu fressen. Die Art ist aber schon lang genug in der Aquaristik etabliert, dass sie auch Frost- und Flockenfutter problemlos annimmt.

Sozialverhalten und Vergesellschaftungsmöglichkeiten

Zwar gelten Salmler allgemein als Schwarmfische, doch die meisten Arten nehmen die Schwarmhaltung vor allem in Gefahrensituationen an. Fühlen sich die Fische im Becken wohl, dann stecken sie sehr wohl kleine Reviere ab. Ranghohe Glühlichtsalmler beanspruchen dabei besonders die schattigen Ecken des Aquariums für sich. Dennoch sollten die Tiere stets in der Gruppe gehalten werden. In einem 60 Liter Becken lassen sich somit 6 bis 8 Tiere halten. Je nach Aquariengröße steigt diese Anzahl.

Anderen Arten gegenüber verhält sich der Glühlichtsalmler friedlich. Er lässt sich gut mit Panzerwelsen oder Harnischwelsen vergesellschaften oder im Kontrast zu südamerikanischen Buntbarschen. Bei einer Vergesellschaftung mit einer anderen Salmlerart ist darauf zu achten, dass beide Arten ausreichend Platz für ihre Reviere erhalten.

Zucht des Glühlichtsalmer

Salmler sind in der Regel Freilaicher, was ihre Zucht nicht einfach macht. Andere Fische, sogar die Elterntiere selber, haben die Eier nämlich zum Fressen gern. Eine Erhöhung der Temperatur auf 28°C animiert die Tiere zum Ablaichen, die Zucht gelingt aber in der Regel nur in sehr weichem Wasser. Die Eier fallen einfach zu Boden. Am besten du fängst sie mit einem Büschel Javafarn auf, das du in ein separates Aufzuchtbecken setzt.

Auch der nächste Schritt ist nicht einfach, denn er erfordert eine konstante Bereitstellung von feinstem Lebendfutter. Gleichzeitig muss häufig Wasser gewechselt werden, um das Wasser nicht zu sehr zu belasten. Leider sind Jungfische von Salmlern anfällig für Bakterien– und Infusorienbefall. Eine Anreicherung des Wassers mit Huminsäure kann dabei helfen, die Jungfische davor zu bewahren.

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Schlussworte zum Glühlichtsalmler

Der Glühlichtsalmler ist ein dankbarer und friedlicher Schwarmfisch, den jeder Aquarianer einmal im eigenen Wohnzimmer erlebt haben sollte. Im Artaquarium lassen sich sogar die kleinen und harmlosen Reibereien an den Reviergrenzen der einzelnen Fische beobachten. In der Haltung ist die Art sehr robust, die Zucht hingegen ist eher heikel und gelingt oftmals nur Profis.

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