Haltung des Zebra Maulbrüters | Chindongo saulosi

Der Malawisee ist eines der interessantesten Biotope für die Aquaristik. Die hier vorkommenden Fische sind sehr farbenfroh und deshalb entsprechend beliebt. Wer in dieses Biotop einsteigen will, sollte aber bei der Wahl des Besatzes recht vorsichtig sein. Die meisten Arten sind sehr anspruchsvoll was die Beckengröße, die Wasserqualität und die Fütterung angeht. Der Zebra Maulbrüter Chindongo saulosi, früher Pseudotropheus saulosi, ist durch seine vergleichsweise geringe Größe auch für Malawie-Anfänger geeignet.

Informationen über die Familie

Chindongo saulosi ist ein klassischer Vertreter der Buntbarsche die, auch im allgemeinen Sprachgebrauch, Cichliden genannt werden. Damit ist er kein richtiger Barsch, sondern nur ein Barschverwandter. Die Familie der Buntbarsche hat sich sehr schnell entwickelt, weshalb heute bereits über 1700 Arten beschrieben wurden.

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Herkunft des Chindongo saulosi

Buntbarsche bewohnen das gesamte Gebiet von Afrika und Südamerika sowie Teile von Mittelamerika und Südindien. Die meisten Arten stammen jedoch aus den großen afrikanischen Seen wie dem Viktoriasee, dem Tanganjikasee oder dem Malawisee. Außerdem sind die Verbreitungsgebiete immer sehr klein. Chindongo saulosi stammt wie viele seiner Verwandten aus dem Malawisee. Er wurde nur am Taiwan Reef gefunden.

Hier liegt eine felsige Landschaft vor, die Chindongo saulosi auf einer Wassertiefe von 5 bis 20 Metern bewohnt. Entsprechend sollten auch unsere Aquarien mit großen Steinen und einem weichen Sandboden eingerichtet sein. Pflanzen bewohnen dieses Gebiet nicht. Das spielt uns bei der Einrichtung in die Karten. In den bewohnten Wassertiefen dringt kein rotes Licht vor. Da wir auch im Aquarium keine oder nur wenige, einfache Pflanzen pflegen, können wir dieses Licht mit passenden Leuchtmitteln naturnah nachahmen.

Was alles bei der Einrichtung eines Malawisee-Biotop zu beachten ist, findet ihr in meinem Beitrag dazu.

Steckbrief von Chindongo saulosi

Der Zebra Maulbrüter gehört zu den kleineren Buntbarschen. Während die intensiv blauen Männchen etwa 9 cm groß werden, bleiben die Weibchen nur etwa 7 cm klein. Ihren Namen haben die Kleinen aufgrund ihrer Bänderung. Auf dem leuchtend blauen Körper der Männchen liegen sechs dunkelblaue Querstreifen. Die Weibchen sowie die Jungfische sind hingegen leuchtend gelb. Auf ihren Körpern sind die Querstreifen nur angedeutet.

Ein ausgewachsenes Chindongo saulosi Männchen in der Strömung. Die dunklen Querstreifen heben sich deutlich vom hellblauen Körper ab.
Ein ausgewachsenes Chindongo saulosi Männchen in der Strömung. Die dunklen Querstreifen heben sich deutlich vom hellblauen Körper ab.

Noch bevor die männlichen Jungfische ihre Farbe ändern kann man ihr Geschlecht bereits an ihrem Eifleck bestimmen. Dieser befindet sich auf dem hinteren Teil der Afterflosse dicht am Körper und wird nur bei den männlichen Fischen ausgebildet.

Pflege, Fütterung, Wasserwerte im Aquarium

Chindongo saulosi hat sich am Taiwan Reef nicht nur auf die Umgebung sondern auch auf das Nahrungsangebot spezialisiert. Entsprechend müssen wir im Aquarium auf seine Bedürfnisse eingehen. Das betrifft sowohl die Einrichtung, aber auch die Wasserwerte, die Strömung und die Einrichtung.

Lebensraum

Das „sedimentfreie Felsbiotop“ ist ein strömungsreicher Bereich der Felsriffe. Es liegt in etwa 5 bis 20 Metern Tiefe. Für das Aquarium bedeutet das, dass wir die Einrichtung mit zahlreichen großen Steinen gestalten müssen. Zwischen den Steinen entstehen Höhlen, die von den Tieren gerne als Verstecke genutzt werden. Als Bodengrund bietet sich Sand an. Da in die genannten Tiefen nur Licht mit einem geringen Rotanteil dringt, wählen wir auch im Aquarium Leuchtmittel aus die diesem Lichtspektrum entsprechen. Außerdem sollte der Filter lieber zu groß als zu klein gewählt werden. Das Wasser des Malawisee ist sehr sauber und die Strömung der großen Filterpumpe liegt in der Natur ebenfalls vor.

Die ideale Gesamthärte liegt bei etwa 5 bis 10 °dH. Damit bevorzugen Chindongo saulosi ehr weiches bis mittelhartes Wasser. Der ph-Wert liegt aber mit 7,5 bis 8,5 etwas höher als er für diesen Härtebereich üblich ist. Dies kann mit der recht hohen Karbonathärte im Malawisee begründet werden. Meistens kann normales Leitungswasser verwendet werden. Falls die Werte aus der Leitung nicht passen muss mit speziellem Malawisalz die Karbonathärte, nicht aber die Gesamthärte, angehoben werden. Aber bitte niemals mit Kochsalz arbeiten wie es andere Kollegen zwar in der Praxis durchführen, aber nicht mit konkreten Werten belegen können.

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Letzte Aktualisierung am 24.01.2019 um 00:30 Uhr

Fütterung

Wie die meisten Cichliden ist auch Chindongo saulosi ein absoluter Nahrungsspezialist. Er verbringt seinen Tag damit die Felsen wie auch den sandigen Grund nach Aufwuchs abzusuchen. Bei dieser Art der Nahrungsspezialisierung spricht man von Limnivore. Dabei werden hauptsächlich Algen gefressen. Das Verdauungssystem hat sich auf diese vegetarische Kost angepasst, weshalb Chindongo saulosi keine tierische Nahrung verträgt. Entsprechend speziell muss auch das genutzte Futter sein. Auch bei speziellem Cichliden-Futter achte ich immer noch auf einen besonders hohen Spirulina-Anteil.

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Letzte Aktualisierung am 23.01.2019 um 17:10 Uhr

Sozialverhalten / Vergesellschaftung

Auch Chindongo saulosi zeigt die übliche, innerartliche Aggressivität. Diese bekommt man gut mit einem gut strukturiertem Aquarium in den Griff. Viele Versteckmöglichkeiten und Sichtschutz durch große Steine ermöglichen es den Tieren sich gegenseitig aus dem Weg zu gehen. Dennoch kann es immer mal wieder vorkommen, dass einzelne Tiere durch das Aquarium gejagt werden. Um diese Aggressionen so gut es geht zu verteilen, darf die Gruppe nicht zu klein sein. Das setzt natürlich ein großes Aquarium voraus. Die meisten Quellen sprechen von mindestens 300 Litern. Außerdem gibt es unterschiedlichste Theorien was die Mischung der Geschlechter betrifft. Durch die gut strukturierte Einrichtung schaffe ich es eine Gruppe mit ausgeglichenen Geschlechtern in meinem Juwel Rio 240 zu halten. Bei dieser Beckengröße handelt es sich aber tatsächlich um die absolute Mindestgröße.

Auch was die Vergesellschaftung mit anderen Arten angeht gibt es unterschiedliche Meinungen. Aufgrund meiner kleinen Beckengröße kommt dies für mich nicht in Frage. Überhaupt bin ich ehr der Freund von Artenbecken. Da die Buntbarscharten im Malawisee in nur sehr engen Regionen vorkommen, besteht auch in der Natur nur eine sehr eingeschränkte Durchmischung was für die Haltung im Artenbecken spricht. Wer dennoch andere Arten vergesellschaften möchte, sollte darauf achten ähnlich große aber deutlich andersfarbige Arten auszuwählen. Außerdem muss das Becken eine ausreichende Größe haben. Im Zweifel hilft ein Gespräch mit dem Züchter.

Fortpflanzung

Stimmen die Bedingungen halbwegs, braucht man sich über die Fortpflanzung kaum noch Sorgen machen. Bei Chindongo saulosi handelt es sich um Maulbrüter. Das Männchen legt seine Eier auf einem Felsen ab und das Weibchen nimmt diese unmittelbar nach der Ablage ins Maul. Hier erfolgt die Befruchtung und das Ausbrüten der Eier. Erst wenn die Jungtiere eine ausreichende Größe haben werden Sie ins freie Wasser entlassen. Dann freuen sich die Kleinen über viele kleine Steine die auch viele kleine Höhlen bieten in die die ausgewachsenen Tiere nicht folgen können. Denn solange der Nachwuchs noch eine fressbare Größe hat vergisst die Verwandschaft gerne, dass sie Vegetarier sind. Sind ausreichend Verstecke vorhanden erreicht der Nachwuchs aber schnell eine Größe die von den ausgewachsenen Tieren akzeptiert wird.

Während der "Pubertät" der männlichen Jungtiere von Chindongo saulosi ändert sich die Farbe von Gelb zu Blau. Dieser Jungfisch ist fast ausgewachsen.
Während der „Pubertät“ der männlichen Jungtiere von Chindongo saulosi ändert sich die Farbe von Gelb zu Blau. Dieser Jungfisch ist fast ausgewachsen.

Der richtige Fisch für dich

Wenn du in die zauberhafte und farbenfrohe Welt der Malawi-Aquaristik einsteigen möchtest, aber nicht den Platz hast gleich ein 400 Liter Aquarium zu stellen, dann frag doch mal einen lokalen Züchter nach Chindongo (Pseudotropheus) saulosi!

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