Pflanzen im Krebs-Aquarium

Viele Flusskrebse sind einfach in der Haltung und interessant zu beobachten. Die Männchen bilden Reviere, die Weibchen brauchen Rückzugsorte. Im Krebs-Aquarium muss es deswegen viele Verstecke und auch passende Wasserpflanzen geben. Flusskrebse wühlen aber nicht nur im Bodengrund, sie graben die Pflanzen aus oder zerlegen diese mit ihren Scheren. Sie brauchen für ihre ausgewogene Ernährung schließlich auch pflanzliche Kost. Ist diese im Futter bereits enthalten, ist den Tieren dennoch langweilig. Genau deswegen sind Krebse in Aktion ein besonderer Blickfang. Meist werden in einem Aquarium nur wenige Flusskrebse gehalten, damit diese genug Platz haben. Umso besser kann der Betrachter sie kennenlernen, jeder Flusskrebs lebt seine Eigenarten aus.

Immer wieder gibt es leider auch viel zu fluchen, wenn die frisch eingesetzten Wasserpflanzen wieder ausgegraben werden. Es gibt durchaus Zwerg-Flusskrebse wie CPOs, die sich etwas zurückhalten und ansonsten nicht viel Kraft mitbringen. Diese orangen Cambarellus patzeuarensis erreichen bis ca. 5 cm Körperlänge. Bei dem als Yabby bekannten Flusskrebs Cherax destructor sieht das ganz anders aus. Dieser ist eigentlich sogar noch friedlicher, da er überwiegend pflanzliche Kost braucht. Diese Krebse erreichen jedoch eine Körperlänge von 28 cm und haben entsprechende Scheren. Schlecht verankerte Pflanzen werden ausgegraben und weiche Stängel durch gekniffen.

Die Strategie für eine Bepflanzung

Das Stichwort heißt „Barschpflanzen“. Buntbarsche beziehungsweise Cichliden fressen einem in kürzester Zeit das Aquarium leer, weswegen viele Halter auf die Bepflanzung bereits verzichten. Einige Pflanzen haben jedoch sehr harte oder bittere Blätter und werden geschont. Diese Barschpflanzen eignen sich fast für alle hartnäckigen Pflanzenfresser. Bei größeren Flusskrebsen ist jedoch darauf zu achten, die Pflanzen sehr fest zu verankern. Einige dieser Pflanzen werden jedoch als Stängelpflanzen in den losen Boden gesetzt und haben kaum Halt. Andere Aquarienpflanzen verankern sehr stark im Boden, müssen jedoch erst anwachsen. Hier kann es helfen, ein U-förmiges Gewicht um den Stiel zu legen, damit die Krebse nicht graben können. Es ließe sich mit einer Stichsäge mit passendem Sägeblatt oder einer Flex ein Stück aus einer Schieferplatte entnehmen.

Eine weitere Möglichkeit wären Hornkraut oder Nixkraut, welche sich auch als Schwimmpflanzen gut etablieren. Beide Pflanzen saugen die Nährstoffe aus dem Wasser und wachsen sehr schnell. Theoretisch könnte mal eine Ranke mit einem Stein am Bodengrund befestigt werden. Wenn der Krebs keinen Appetit hat, lässt sich die Ranke immer noch entsorgen. Auch andere Schwimmpflanzen sind erst einmal außer Reichweite, weil Flusskrebse die meiste Zeit am Bodengrund verbringen.

Die dritte Strategie gelingt in einem genügend großen Aquarium. Die Wahl trifft auf gut verankernde und schnellwüchsige Pflanzen. Der Krebs kann diese fressen, wird sie aber nicht ganz auffressen. Mit der Fütterung wird zugleich mehr oder weniger pflanzliche Kost angeboten, um den Fraß an den Aquarienpflanzen zu steuern. Selbst bei reichlicher Fütterung werden Flusskrebse die Bepflanzung aus Langeweile umgestalten. Bei einer übermäßigen Fütterung leiden zugleich die Wasserwerte. Auch nicht gefressenes Futter wird abgebaut und gibt dadurch Nährstoffe frei.

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Beispiele für klassische Barschpflanzen

Speerblatt beziehungsweise Anubien

Es haben sich verschiedene Anubien, zu Deutsch als Speerblatt bekannt, in der Aquaristik etabliert. Einige Arten können zwar in den Boden gesetzt werden, aber nicht zu tief. Deswegen wäre ein Aufbinden auf Wurzeln, Steinen oder anderen Gegenständen die bessere Wahl. Mit der Zeit wächst die Haftung und die Pflanzen wuchern langsam über die Flächen. Es ist aber nicht zu erwarten, dass Pflanzenfresser die harten und wachsartigen Blätter fressen.

Wasserfarne

Klassiker sind der Kongo-Wasserfarn Bolbitis heudelotii oder der Jawafarn Microserum pteropus. Auch andere Wasserfarne werden nicht oder nicht gerne gefressen. Wenn es doch so aussieht, stirbt mal ein Blatt ab oder etwas anderes stimmt nicht. Diese Farne sind mehr oder weniger giftig. Die Pflanzenfresser merken das und fressen sie nicht mehr. Auch diese Pflanzen lassen sich nicht immer sicher im Boden verankern. Sie werden eingeklemmt oder aufgebunden und entwickeln sich dann weiter.

Jawafarn Microsorum pteropus
Javafarne wie dieser Microsorum pteropus sind sehr robust und eignen sich daher nicht nur für Barschaquarien sondern auch für Becken mit „gärtnernden“ Krebsen.

Wasserschrauben beziehungsweise Vallisnerien

Wasserschrauben haben lange schmale Blätter, die sich um ihre eigene Achse drehen. Von diesen bilden sich vom Stumpf aus viele lange Blätter. Einige Arten erreichen keine 50, andere bis über 200 cm. Die an der Wasseroberfläche schwimmenden Blätter werden schräg abgetrennt. Mit der Zeit bilden sich Ausläufer, wodurch Wasserschrauben sich vermehren. Die Wurzeln geben zwar Halt, große Flusskrebse werden ohne sichernde Steine dennoch alles schnell ausgraben.

Schwertpflanzen beziehungsweise Echinodorus

Die Wurzeln verankern im Boden, die Schwertpflanzen ließen sich jedoch von größeren Krebsen ausgraben. Von der Pflanzbasis strecken sich einige Blätter empor, welche meist oval-länglich geformt sind. Es ist also ein Büschel, der vom Boden empor wächst und von Pflanzenfressern gemieden wird.

Hakenlilie beziehungsweise Crinum

Die Zwiebeln werden in den Boden gesetzt. Es wachsen lange Triebe mit vielen gewellten harten Blättern. Pflanzenfresser meiden diese. Die Hakenlilien wachsen zuerst meist langsam, später schneller.

Crinum calamistratum im Gesellschaftsbecken
Hakenlilien wie diese Crinum calamistratum bilden kräftige Wurzeln aus und müssen zur Pflege nicht entnommen werden. Die Knolle muss zum Großteil oberhalb des Bodengrundes liegen.

Die Pflanzenpflege im Krebs-Aquarium

Je mehr Platz die Flusskrebse haben, um so weniger fallen ihre wühlenden oder schneidenden Tätigkeiten ins Gewicht. Solange es keine Schwimmpflanzen sind, braucht es jedoch etwas Pflege und Geduld, bis die Pflanzen sicher verwurzeln oder anhaften. Außerdem muss die Beleuchtung stimmen und Schwimmpflanzen dürfen nicht zu viel Schatten werfen. Zur laufenden Pflege gehört also ein Rückschnitt oder das Entfernen welkender Blätter.

Neben Verankerung und Licht soll ein passender Pflanzendünger, der jedoch für Wirbellose verträglich ist, die nötigen Nährstoffe liefern. Bei einem stagnierenden Wuchs ist die Düngung vielleicht zu mager, sollte ansonsten aber nicht höher als nach Herstellerangaben ausfallen.

Zudem haben Wasserpflanzen Ansprüche an die Wasserwerte. Neben pH-Wert, GH und KH muss die Temperatur stimmen. Auch Wasserpflanzen profitieren durch regelmäßige Teilwasserwechsel, die für die Flusskrebse auf Dauer sogar überlebenswichtig sind.

Es liegt manchmal an der individuellen Situation, weswegen einige Wasserpflanzen sich unter sehr ähnlichen Bedingungen nicht gleich entwickeln. Wassertiere sind immer gut zu pflegen, doch ein paar Wasserpflanzen dürfen durchaus ausgetauscht und damit entsorgt werden. Klappt die Begrünung im Aquarium nicht auf Anhieb, dann durch Erfahrung oder mit anderen Wasserpflanzen.

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