Riccia fluitans im Aquarium pflegen

Letzte Aktualisierung am 27. März 2020

In Nanoaquarien und Aquascapes bietet vor allem eine Pflanze einen perfekten Blickfang. Mit seiner frischen hellgrünen Farbe und den Sauerstoffbläschen, die sich bei Düngung mit CO2 an den Triebspitzen zeigen, ist Riccia fluitans eine der attraktivsten Pflanzen für das Süßwasseraquarium überhaupt. Kreative Aquarianer finden immer neue Einsatzgebiete für dieses wunderschöne Moos. Gleichzeitig ist aber das Teichlebermoos, wie es auf Deutsch genannt wird, eine genügsame Pflanze, die sich bei unterschiedlichsten Bedingungen rasch vermehrt.

Vorkommen und Herkunft

Der wissenschaftliche Name Riccia fluitans lässt sich übersetzen mit „Flutendes Teichlebermoos“. Obwohl die Pflanze sowohl komplett untergetaucht als auch an Land wachsen kann, ist sie üblicherweise doch frei an der Wasseroberfläche oder knapp darunter schwimmend anzutreffen. Nur selten geht das Teichlebermoos auch an Land. Dann aber muss der Untergrund sehr feucht sein, wie beispielsweise im Uferschlamm. Wie alle Moose, ist auch Riccia spätestens bei seiner geschlechtlichen Fortpflanzung zwingend von Wasser abhängig.

Das Riccia Moos ist auf der gesamten Welt beheimatet. Dementsprechend toleriert es eine große Bandbreite an Wasserwerten. Am liebsten wächst das Teichlebermoos aber in flachen Gewässern mit Zugang zur Sonne. Besonders in seiner freischwimmenden Form bevorzugt es keine bis wenig Strömung. Meist ist es gemeinsam mit Wasserlinsen anzutreffen, die ebenso als Kosmopolit gelten.

Der Wissenschaft ist das Riccia Moos praktisch immer schon ein Begriff. Bei der Einführung seiner Nomenklatur der biologischen Arten im 18. Jahrhundert bekam es sogar von Carl Linné höchstpersönlich seinen wissenschaftlichen Namen Riccia fluitans verliehen. Auch in der Aquaristik war das Teichlebermoos von Anfang an dabei und ist bis heute vor allem in Aufzuchtbecken nicht mehr wegzudenken.

Merkmale vom Teichlebermoos

Moose wachsen nicht in Blättern, sondern in sogenannten Thalli. Diese sind bei Riccia bandförmig und mehrfach verzweigt. Ein Thallus kann bis zu 4 cm lang werden. Mehrere dieser Thalli bilden dichte Polster aus, was sich Aquarianer gerne zu Nutzen machen. Denn diese Moospolster sind nicht nur optisch attraktiv, sondern bieten jungen Fischen oder Garnelen auch genügend Schutz vor Fressfeinden.

In der Regel zeigt Teichlebermoos eine hellgrüne Farbe, was besonders im Vordergrund und an exponierten Stellen freundlich und einladend wirkt. Frische Triebe streben immer nach oben, bzw. in Richtung einer Lichtquelle. Fühlt sich das Teichlebermoos besonders wohl, dann bildet es kleine Sauerstoffbläschen an den Triebspitzen, welche durch Lichtreflektion das ganze Aquarium zum Strahlen bringen.

Sauerstoffbläschen in Riccia fluitans
Bei guter Versorgung mit CO2 bildet Riccia fluitans zahlreiche Sauerstoffblasen.

Gestaltungsmöglichkeiten mit Riccia fluitans

Traditionell wird Riccia Moos als Schwimmpflanze eingesetzt. Spätestens Takeshi Amano hat aber auch die Verwendung unter Wasser populär gemacht. Dabei werden einfach Polster beschwert und am Bodengrund angebracht oder mit Angelschnur an Einrichtungsgegenständen angebunden. Riccia wächst aber nie an Wurzeln oder Steinen fest, was sehr viel Geduld vom Aquarianer verlangt. Ständig musst du nämlich gelöste Triebe wieder an Ort und Stelle zurückbringen. Ist das einmal geschafft, lassen sich mit Riccia attraktive, hellgrüne Teppiche in die Unterwasserlandschaft zaubern. In Zusammenhang mit CO2-Düngung entfaltet das Moos dann seine komplette Schönheit.

Teichlebermoos eignet sich auch dazu, Mattenfilter zu begrünen und dadurch unsichtbar zu machen. An der Matte entlang kann es dann sogar über die Wasseroberfläche wachsen, wo die Verhältnisse immer noch feucht genug sind, dass es gedeihen kann.

Insbesondere in Garnelenbecken oder Aufzuchtaquarien sollte eigentlich niemals eine Handvoll Teichlebermoos fehlen. Garnelen lieben es, die feinen Moostriebe abzugrasen, während Jungfische die Versteckmöglichkeit schätzen. Auch als Laichsubstrat wird es von einigen Arten gern angenommen. Ein Transfer in ein Aufzuchtbecken wird dann zum Kinderspiel.

Pflege

Gegenüber der Wassertemperatur, Wasserhärte und pH-Wert ist Riccia fluitans allgemein sehr tolerant. Außerhalb des Optimalbereichs wächst es vielleicht langsamer, aber es ist praktisch unmöglich, diese Pflanze im Aquarium auszurotten. Einzig auf genügend Nährstoffe und Licht solltest du achten. Auch die Strömung sollte nicht allzu hoch sein, da Riccia diese nicht gut verträgt. Dies gilt vor allem, wenn du es als Schwimmpflanze einsetzt.

Das schnelle Wachstum ist zwar begrüßenswert, führt aber zu hohen Pflegemaßnahmen. In regelmäßigen Abständen musst du nämlich das Teichlebermoos zurückschneiden oder neu festbinden. Schwimmende Polster werden einfach geteilt, während der Aufwand bei untergetauchten Moosflächen bereits höher ausfällt.

Vermehrung von Riccia fluitans

Die Vermehrung ist praktisch nicht zu verhindern. In beinahe jedem Aquarium wird sich das Riccia Moos brav ausbreiten. Dabei ist nur zu achten, dass es den Pflanzen darunter nicht zu viel Licht wegnimmt. Ansonsten reicht oft schon eine Portion, um innerhalb von ein paar Wochen ein gesamtes Becken zu begrünen.

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Schlusswort

Das Teichlebermoos ist eine anspruchslose Pflanze, die sowohl bei Anfängern als auch Aquascapern gleichermaßen beliebt ist. Ohne viel Zutun ist sie eine attraktive Schwimmpflanze, während Fortgeschrittene Unterwasserlandschaften mit den Moospolstern begrünen. Bei ausreichend Licht und Düngung entfaltet Riccia schließlich seine volle Schönheit.

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