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Sind NPK-Dünger für Einsteiger geeignet?

Kombination aus Basisdüngung mit zusätzlichem Eisen sowie Nitrat, Phosphat und Kalium Dünger

Nur Aquarien die gut beleuchtet und mit CO2 versorgt werden, sollten so umfangreich mit allen Nährstoffen versorgt werden. Sollte die Mischung im NPK-Dünger für das eigene Beckennicht passen, muss auf Einzelkomponenten zurück gegriffen werden.

Ein Aquarium ist ein kleines Biotop und entwickelt sich nach den Gesetzten der Natur. Oft ist es für uns nur schwer nachvollziehbar, was hier eigentlich passiert. Vor allem wenn unsere Pflanzen nicht richtig wachsen, verstehen wir oft nicht, warum. In Foren und Gruppen wird dann ganz schnell der Einsatz eines NPK-Dünger empfohlen. Was ich aus der Ferne sehr schwierig finde. In diesem Beitrag zeige ich dir, wie du selbst abschätzen kannst, ob ein NPK-Dünger das Richtige für dich ist. Denn so hilfreich er bei richtiger Anwendung ist, so gefährlich kann er bei falscher Anwendung sein.

Das Optimumgesetz und NPK-Dünger

Theresa hatte ja schon einmal einen kurzen Beitrag zum liebigschen Minimumgesetz geschrieben. Dieses beschriebt, dass von einem Nährstoff nie zu wenig vorhanden sein darf. Denn auch wenn alle anderen Nährstoffe ausreichend vorhanden sind, kann nur ein einzelner, nicht ausreichend vorhandener Nährstoff als limitierender Faktor wirken und das Wachstum einer Pflanze verhindern. Mit dem Optimumgesetz geht man heute noch einen Schritt weiter, denn demnach müssen alle Nährstoffe in einer optimalen Konzentration vorhanden sein. Nicht nur zu wenig, auch zu viel ist nicht gut.

Die Nährstoffversorgung im Aquarium kann mit den Bedingungen in der Natur nur schwer verglichen werden. Zwar werden einige Nährstoffe auch durch die natürlichen Stickstoff- und Sauerstoffkreisläufe gebildet, viele Nährstoffe müssen wir aber künstlich hinzufügen. Die Frage ist, welche Nährstoffe sind ausreichend vorhanden, und welche limitieren das System. Erst wenn du diese Frage beantworten kannst, weißt du, welchen Dünger zu zugeben musst. Bevor du einen NPK-Dünger einsetzt, solltest du also klären ob die hier verwendeten Nährstoffe, das sind Nitrat, Phosphat und Kalium, überhaupt die limitierenden Faktoren sind. Sind sie es nicht, kommt es mit großer Wahrscheinlichkeit zu einer Überdüngung.

Stickstoff im natürlichen Kreislauf

Im Aquarium gibt es zwei bedeutende Kreisläufe, die du als Aquarianer kennen solltest. Zum einen ist das der Kreislauf von CO2 und Sauerstoff, zum anderen der von Stickstoff. Von Letzterem hängt es ab, ob du mit einem NPK-Dünger arbeiten solltest. Dieser beginnt vereinfacht mit den Ausscheidungen der Fische, die durch die im Aquarium und im Filter lebenden Bakterien zu Ammoniak verarbeitet werden. Daraus wiederum entsteht Ammonium, weiter Nitrit und schlussendlich Nitrat. Dem Hauptbestandteil von NPK-Dünger. In gering bepflanzten Becken mit einem hohen Fischbesatz wird also aufgrund des natürlichen Kreislaufs ausreichend Nitrat vorhanden sein und ein NPK-Dünger würde zu einer Überdüngung mit Nitrat führen.

Die Kreisläufe des Stickstoff (orange) und des Sauerstoff / CO2 (grün) haben Pflanzen als gemeinsame Schnittstelle

Außerdem gibt es viele Becken, vor allem Komplettsets mit eingebautem Leuchtmittel, die relativ schwach beleuchtet sind. In diesen Becken musst du auch bei geringem Fischbesatz und vielen Pflanzen aufpassen. Denn hier ist nicht Nitrat, sondern Licht der limitierende Faktor. Dadurch werden auch andere Nährstoffe nur bedingt benötigt. Kritisch ist das bei Phosphat, was grundsätzlich nur in sehr geringen Mengen benötigt wird. Der Wert hierfür sollte niemals 0,05 mg/l übersteigen.

Sind die Nährstoffe im NPK-Dünger notwendig?

Ein NPK-Dünger enthält Nitrat, Phosphat und Kalium. Und man kann nur ganz klar sagen, dass diese Stoffe für unsere Aquariumpflanzen lebenswichtig sind. Aber Nitrat ist oft schon in ausreichender Menge vorhanden. Phosphat wird nur in sehr geringen Mengen benötigt und ist bei entsprechend schwacher Beleuchtung und ohne Zugabe von CO2 auch ausreichend vorhanden. Kalium ist der einzige Nährstoff in diesen Düngern, mit dem man eigentlich nichts falsch machen kann. Aber genau deshalb ist Kalium auch schon in jedem Basisdünger enthalten.

So kräftige Farben bekommen die Pflanzen nur mit der richtigen Düngung. In diesem Fall dünge ich zwei mal wöchentlich 1 ml Ferro, 0,5 ml ProFito und 1 ml NPK Booster. Außerdem kommen täglich 10 Tropfen Carbo Elixier Bio ins Becken. Die Schale steht direkt unter einer LED mit 500 lm und der CO2-Gehalt liegt bei gut 20 mg/l.

Also konkret, deine Aquarienpflanzen benötigen Nitrat. Vor allem bei starker Beleuchtung und CO2-Düngung. Dann musst du prüfen, ob durch Ausscheidungen, Futterresten und abgestorbenen Pflanzen genügend Stickstoff in den Kreislauf eingebracht wird. Konkret benötigen deine Pflanzen auch Phosphat. Vor allem dann, wenn alle anderen Nährstoffe wie Licht, CO2, Eisen und Nitrat ausreichend vorhanden sind. Fehlst an nur einem dieser Stoffe, lass lieber die Finger von Phosphat. Algen mögen das nämlich auch. Und ganz konkret benötigen deine Pflanzen auch Kalium. Aber wenn du das nicht schon über einen anderen Dünger hinzugibst, ist ein NPK-Dünger eh nicht das richtige für dich.

Richtiger Einsatz von NPK-Dünger

Ich selber setzt in meinem kleinen 20 Liter ADA Cube Garden Mini M den Dennerle NPK-Booster ein. Dieser NPK-Dünger enthält vor allem Nitratstickstoff und Kaliumoxid. Aber auch Phosphat, Schwefel, Magnesiumoxid und Natrium. Zur Kontrolle der Dosierung orientiere ich mich am Nitratgehalt im Aquariumwasser. Unabhängig davon achte ich darauf, einen maximalen Phosphatgehalt von 0,05 mg/l nicht zu überschreiten.

Diesen Dünger kann ich nur einsetzten, weil alle anderen Nährstoffe ebenfalls ausreichend vorhanden sind. Diese gebe ich über den Dennerle Scaper’s Green zu. Dieser enthält zwar auch hauptsächlich Kalium, aber auch viele weitere Mikronährstoffe und Spurenelemente wie Eisen, Bor, Kobalt oder Kupfer. Für die Dosierung dieses Basisdüngers orientiere ich mich am Eisengehalt des Aquariumwassers.

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Letzte Aktualisierung am 18.01.2022 um 22:21 Uhr Bei diesen Links handelt es sich um bezahlte Werbung.

Die Grundlage einer jeden Düngung ist aber Licht und CO2. Mein Becken wird durch eine kräftige LED-Lampe beleuchtet. Außerdem ist eine Druckgasanlage im Einsatz. Diese beiden Nährstoffe sind die Basis der Düngung. Nur wenn ausreichend Licht und CO2 vorhanden sind, musst du dir Gedanken um mehr machen. In einem schwach beleuchtetem Komplettset mit wenig Pflanzen solltest du nicht mehr als einen weichen Basisdünger wie ProFito einsetzen.

Du benötigts NPK-Dünger wenn…

Natürlich ist das keine klare Ja/Nein-Frage, die ich mit wenn-dann beantworten kann. Aber wenn du den Beitrag aufmerksam gelesen hast, solltest du wissen, worum es geht. Als Erstes solltest du dir deine Beleuchtung ansehen. Anspruchsvolle Pflanzen benötigen um 40 Lumen pro Liter. Liegst du deutlich drunter, Finger weg vom NPK-Dünger. Liegst du bei 30 Lumen oder mehr, hast du hoffentlich auch eine CO2-Anlage. Egal was du sonst machst, CO2 wird sonst der limitierende Faktor sein. Erst wenn du beide Fragen mit „ja“ beantwortet hast, mach dir Gedanken über einen NPK-Dünger. Aber auch um eine Basisversorgung mit Mikronährstoffen und Spurenelementen. Im Zweifel solltest du die Werte für Eisen, Nitrat und Phosphat immer im Blick haben.

 

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