So gelingt die Düngung von Aquariumpflanzen

Letzte Aktualisierung am 16. Juli 2019

Ein gepflegtes, schön angelegtes Aquarium ist Augenurlaub pur. Wie ein Stilleben, aber doch sanft bewegt präsentiert es sich dem Betrachter. Für die gekonnte Mischung aus Tieren und Pflanzen geben Aquarianer viel Geld aus. Umso ärgerlicher ist es, wenn die Pflanzen die Farbe verlieren und sterben. Sie müssen gehegt und gepflegt werden, damit der Besatz nicht ständig durch neue Pflanzen ergänzt werden muss. Die richtige Düngung von Aquariumpflanzen verlangt aber ein bisschen Geschick, denn falsche Düngung kann zu schnellem Wachstum von Algen führen. Diese legen sich auf die Scheiben, trüben das Wasser und gefährden damit die Gesundheit der Fische.

Ist die Düngung von Aquariumpflanzen wirklich nötig?

Wer sein erstes Aquarium anlegt, fragt sich vielleicht am Anfang: Brauchen Wasserpflanzen überhaupt Dünger? Außerdem ist vielleicht nicht klar, wie das wohl gemacht wird. Über die richtige Beleuchtung des Aquariums hinaus brauchen auch Wasserpflanzen Mikro- und Makronährstoffe um zu wachsen. Sie sind notwendig, damit die Pflanzen gesund und schön bleiben.

Im Aquarium steht nur eine kleine Wassermenge zur Verfügung. Außerdem gibt es nur wenige Pflanzen- und Tierarten im Vergleich zur Natur. Deshalb besteht die Gefahr, dass sich Abfallstoffe von Tieren und Pflanzen ansammeln. Dann verschmutzt das Aquarium. Es fehlen die natürlichen Strukturen, die den Kreislauf der Nährstoffe in Gang halten. Andererseits verbrauchen die Pflanzen vorhandene Nährstoffe vielleicht einseitig. Wasserpflanzen müssen also unbedingt gedüngt werden.

Das Prinzip des Minimumfaktors bei der Düngung von Aquariumpflanzen

Ist der Bedarf der Pflanzen an einem Nährstoff sehr groß, verbraucht sich dieser sehr schnell. Dieser Nährstoff ist dann der Minimumfaktor für die Aquarienpflanzen. Auch wenn alle anderen Nährstoffe noch im Überfluss vorhanden sind, kranken die Pflanzen dann sehr schnell. Sie wachsen nicht weiter oder sterben ab. Gezielt muss dann der fehlende Nährstoff durch Düngung zugeführt werden. Eine Düngung mit anderen Nährstoffen hat dann keinen Einfluss auf die Gesundheit der Pflanzen.

Es wird zwischen Mikronährstoffen und Makronährstoffen für Pflanzen unterschieden. Makronährstoffe werden in großer Menge von den Pflanzen benötigt. Mikronährstoffe dagegen werden nur wenig verbraucht. Die Pflanzen unterscheiden sich dabei in ihren Ansprüchen. Die Düngung von Aquarienpflanzen ist deshalb immer auch von den ausgewählten Wasserpflanzen abhängig. Es lohnt sich, den Bedarf der Pflanzen bei verschiedenen Mangelerkrankungen zu kennen. Nur wer weiß, was den Pflanzen fehlt, kann gezielt dagegen arbeiten.

Düngung von Aquariumpflanzen mit abgestimmten Düngern
Systemdünger bieten die Möglichkeit die Düngung von Aquarienpflanzen auf die speziellen Anforderungen des eigenen Beckens zuzuschneiden.

Zu den Makronährstoffen gehören Kohlenstoff, Stickstoff, Wasserstoff und Sauerstoff. Sie sind in großer Menge in Wasser und Luft vorhanden. Außerdem brauchen alle Wasserpflanzen viel Kalium, Kalzium, Magnesium, Phosphor und Schwefel. Diese Makronährstoffe sind in allen Pflanzendüngern vorhanden. Weniger häufig benötigen Wasserpflanzen Chlor, Eisen, Zink, Mangan, Bor, Kupfer und Molybdän. Gerade Eisen ist oft der Minimumfaktor für Pflanzen im Wasser.

Inhaltsstoffe gängiger Universalprodukte für die Düngung von Aquariumpflanzen

Meist enthalten die Düngersysteme die Makronährstoffe, die nicht so einfach aus dem Wasser und der Luft aufgenommen werden können. Sie werden als Depot-Nährstoffe z.B. in Kapseln angeboten. Dies hat den Vorteil, dass die Nährstoffe über einen längeren Zeitraum abgegeben werden. So wird das Wasser entlastet, weil die Pflanzen die Makronährstoffe sofort einbauen. Dadurch entfernen sie die Nährstoffe wieder aus dem Wasser.

Um auch die seltenen Mikronährstoffe bereitzustellen, enthalten gute Systemdünger auch Lithium, Kobalt, Jod, Aluminium, Selen und Vanadium. So wird verhindert, dass ein Minimumfaktor das Pflanzenwachstum bremst.

Flüssigdünger und Kapseldünger

Flüssigdünger verteilen sich im gesamten Aquariumwasser. Die Nährstoffe werden dann aus dem Wasser über die Blätter der Pflanzen aufgenommen oder auch über die Wurzeln aus dem Boden. Bei Dünger in Kapselform kann gezielt die Aufnahme über die Wurzeln gefördert werden. Dazu muss die Kapsel direkt an den Wurzelballen der Einzelpflanzen angebracht werden. Wer viele kleine Pflanzen im Aquarium hat, düngt lieber mit einem flüssigen Universaldünger. Bei größeren Einzelpflanzen kann eine Kapsel die bessere Wahl sein. Die Nährstoffe sind so direkt am richtigen Platz. Sie verteilen sich nicht im gesamten Wasser, das damit entlastet wird. Sind im Aquarium aber bodenwühlende Fische, können diese die Düngertabletten aufwühlen und im Aquarium verteilen.

Einige Wasserpflanzen können die Nährstoffe nur über die Blätter oder nur über die Wurzeln aufnehmen. Deshalb kann es sinnvoll sein, auf beide Weisen zu düngen. So wird keine Pflanze unterversorgt.

Gut versorgte Aquariumpflanzen

Eine gute Versorgung der Pflanzen erkennt man an frisch aussehenden Pflanzen. Sie haben viel Blattgrün, viele Triebe und keine abgestorbenen Äste. Der Wurzelballen ist kräftig ausgebildet und verankert die Pflanze fest im Boden des Aquariums. Durch eine gute Systemdüngung werden alle Bedürfnisse der Pflanzen abgedeckt. Dies geschieht aber ohne dass die Tiere durch den Dünger geschädigt werden können.

Dazu ist die richtige Dosierung des Düngers zu beachten. Eine Überdüngung ist in jedem Fall zu vermeiden, weil die Wasserqualität darunter leidet. Bei Depotdüngern werden die Nährstoffe nur langsam freigegeben und sie werden in Verbindungen angeboten, die die Pflanzen direkt aufnehmen können. So bleibt das Aquariumwasser klar und die Fische gesund.

Bau- und Betriebsstoffe zur Düngung von Aquariumpflanzen

Die Aquariumpflanzen nutzen die aufgenommenen Stoffe als Betriebsstoffe, um ihren Stoffwechsel zu betreiben. Sie benötigen dazu die Energie aus dem Sonnenlicht oder einer Tageslichtlampe über dem Aquarium. Einige Makronährstoffe erhalten die Pflanzen so durch die Fotosynthese aus der Luft und dem Wasser.

Schematische Darstellung der Fotosynthese
Mit Hilfe des Lichtes wandelt die Pflanze Kohlendioxyd und Wasser in wichtige Nährstoffe um.

Zusammen mit den Nährstoffen aus dem Dünger bauen sie außerdem ihren Pflanzenkörper auf. Sie bilden mit den gelieferten Baustoffen neue Stiele und Blätter oder bauen ihr Wurzelwerk aus. Ist die Pflanze gesund und ihr Stoffwechsel funktioniert problemlos, ist sie auch widerstandsfähig gegen Krankheiten. Fehlt aber auch nur ein Stoff, stockt der Stoffwechsel und die Pflanze kann krank werden.

Unterversorgung der Aquariumpflanzen zeigt sich schnell

Die Folge von Unterversorgung sind abgestorbene Pflanzenteile oder Verfärbungen an Blättern und Stielen. Statt zu wachsen, werden die Pflanzen immer kümmerlicher. Oft setzen sich Algen auf die Blätter unterversorgter Pflanzen. Es reicht dabei aus, dass nur ein einziger Nährstoff nicht genügend vorhanden ist.

Das erste sichtbare Zeichen für einen Mangel sind gelbe Triebspitzen. Nun muss der Besitzer des Aquariums schnell handeln. Besteht der Mangel noch nicht zu lange, kann die Pflanze gerettet werden. Hat die Wasserpflanze aber schon zu viele abgestorbene Teile, muss sie ersetzt werden.

Unterversorgung und Überversorgung im Zusammenspiel

Leider sind Aquariumpflanzen durch Fischfutter und die Ausscheidungen der Tiere mit Phosphaten und Nitraten überversorgt. Die Düngung von Aquariumpflanzen muss also immer passgenau sein. Trübt sich das Wasser bereits ein, kann die Futtermenge Schuld sein.

Bleiben Reste des Futters im Wasser, dann breiten sich schnell Algen aus. Diese verschlechtern die Wasserqualität, sodass es weniger Sauerstoff enthält. So führt also eine Überversorgung mit Nitraten und Phosphaten zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff. Im Extremfall kann diese Situation dazu führen, dass Fische sterben und das Wasser umkippt.

Ein funktionierendes Mini-Ökosystem

Licht, Wasserhärte, pH-Wert, Nährstoffversorgung und die Lebensgemeinschaft aus Fischen und Wasserpflanzen – es gibt viel zu beachten, bis ein funktionierendes Aquarium entstanden ist. Damit in dem kleinen Ökosystem perfekte Kreisläufe stattfinden können, muss ein Aquariumbesitzer genau hinschauen und schnell reagieren.

Sobald ein Tier oder eine Pflanze krank zu werden droht, müssen die Ursachen schnell behoben werden. Gelingt das nämlich nicht, gerät das ganze System aus dem Gleichgewicht. Die richtige Düngung von Aquariumpflanzen ist deshalb ein wichtiger Baustein für den Betrieb eines Aquariums.

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